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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Wie ein zweiter Wohnsitz fern vom Alltag

11.07.2018

Friesoythe Drei Generationen Dauercamper, versammelt auf einem Fleck – das sieht man nicht alle Tage. Herbert Siemens sitzt mit seiner Tochter Claudia und seinen Enkelkindern Vanessa und André vor seiner Parzelle auf dem Campingplatz Göken an der Thülsfelder Talsperre. Der Regen tropft an diesem Nachmittag auf das Vordach von Siemens’ festinstalliertem Wohnwagen. Seine Parzelle ist über die Jahre gewachsen, „wohnlich geworden“, wie Tochter Claudia Klaaßen bemerkt. Aus einem zweiten Zuhause ist somit fast schon ein Erstwohnsitz geworden, zumindest gefühlt. Den Hauptwohnsitz hat er – genauso wie die Klaaßens – in Ihlowerfehn im Landkreis Aurich.

Geborene Camper

„Bei uns gibt es bisher nur einen Pavillon“, lacht Claudia Klaaßen, ihre Tochter Vanessa ergänzt: „Aber wir fangen ja jetzt erst an. Bei uns wird es bestimmt auch mal so schön wie bei Opa.“ Die Klaaßens haben vor zwei Jahren einen Wohnwagen gekauft und belegen nun einen der 240 Dauerstellplätze auf demselben Campingplatz, wenige Meter von Siemens’ Parzelle entfernt. Seither verbringen sie alle Ferien sowie jedes zweite Wochenende hier – und fühlen sich pudelwohl.

Claudia Klaaßen wurde ins Dauercampen in Thülsfelde „hineingeboren“. Ihre Eltern haben vor rund 40 Jahren erstmals einen Stellplatz auf dem Campingplatz belegt. „Meine Frau und ich sind hier zufällig gelandet. Dann hat es uns so gefallen, dass wir geblieben sind“, erinnert sich Herbert Siemens. Mittlerweile verbringt der 66-Jährige das gesamte Jahr hier. Nach Ihlowerfehn fährt er nur, „wenn’s fröstelt oder um Post zu holen und die Kinder zu sehen“.

Warum er den Wohnwagen den festen vier Wänden vorzieht, ist für Siemens leicht zu beantworten: „Um Ruhe zu haben. Die Atmosphäre ist hier toll“, sagt er. Und natürlich die Leute! „Es geht hier sehr familiär zu. Jeder kennt jeden und man unterstützt sich gegenseitig.“ Siemens erinnert sich an echte Freundschaften, die in all den Jahren auf dem Campingplatz entstanden sind. „Man trifft sich, kennt sich, tauscht sich aus“ – Grund genug für Claudia Klaaßen und ihre Familie, diese Tradition fortzuführen.

Die 32-Jährige erzählt von schönen Kindheitserinnerungen und wie sie lediglich als Teenager für ein paar Jahre auf den Sommer auf dem Campingplatz verzichtet habe. Vor fast zehn Jahren „fing es dann aber an, dass wir mit den Kindern am Wochenende zu Besuch kamen“. Anfangs mit dem Zelt, dann folgte vor zwei Jahren die Entscheidung für den eigenen Wohnwagen.

Doch warum richtet man sich auf einem Campingplatz dauerhaft ein? Vanessa kennt die Antwort: „Campen macht einfach Spaß. Weil es anders als zuhause ist.“ Anders als zuhause und doch nicht weit davon entfernt, findet hingegen ihre Mutter: „Das ist wie ein zweiter Wohnsitz, nur eben ohne die Alltagssorgen. Die lässt man im Auto.“

Neue sind sofort dabei

Besonders schön findet Vanessa, dass sie beim Campen in Thülsfelde schon so viele Freunde gefunden hat. „Manche sind auch immer da“, strahlt sie. Aber auch die Kinder, die nur kurz hier Urlaub machen, werden gleich aufgenommen, stellt sie klar.

Was bei Kindern ohnehin meist problemlos klappt, funktioniert hier auch unter den Erwachsenen. Neue Camper lernt man sofort kennen, das heißt „Neue“ gibt es eigentlich gar nicht: „Man hilft sich, wo man kann. Wenn Neue kommen, sind die sofort mittendrin“, betont Claudia Klaaßen.

Ob ihnen nicht doch etwas fehle, wenn sie sämtliche Ferien am selben Ort verbringen? Ganz im Gegenteil, protestiert Klaaßen: „Das Familiäre hat man so doch sonst nirgends.“ Fliegen oder Bahn seien ohnehin nicht so ihr Ding. „Wenn ich hierher fahre, steige ich ins Auto und sofort stellt sich ein Urlaubsgefühl ein.“ Eine Stunde später ist man am Ziel. Am zweiten Wohnsitz, ohne Alltagssorgen.

Außerdem sei hier ja auch immer was los, „und wenn mal nichts los ist, dann machen wir was los“, lacht Klaaßen. Langeweile habe sie jedenfalls nie. Bevor diese aufkommt, trifft man sich nämlich zum Kaffeetrinken bei den Nachbarn „oder die Nachbarn kommen rüber zum Grillen“.

Vanessa wiederum bedauert zwar ein wenig, dass man im See wegen der Blaualgen derzeit nicht baden kann. Aber: „Man hat ja hier sonst alles“, sagt sie und zählt auf: Schwimmbad, Spielplatz, Kletterwald, Tierpark, Cloppenburg – Vanessa könnte ihre Liste ewig fortführen. „Man muss ja nicht immer nach Mallorca oder London fliegen und viel Geld ausgeben, wenn man’s hier schön hat“, sagt die Elfjährige. Wo sie recht hat, hat sie recht.

Wie eine große Familie

„Die machen hier schon viel für die Kinder, zum Beispiel Kinderfest, Osterfrühstück, Laternenlauf“, ergänzt Claudia Klaaßen. Und das zusätzlich zu dem ohnehin schon schönen Gelände. „Mein zwei Jüngsten sehe ich manchmal den ganzen Tag nicht.“ Stimmt, auch an diesem Nachmittag ist nichts von Fabian und Julian, acht und sechs Jahre alt, zu sehen. Sorgen machen um ihre Kinder muss sich die Mutter deshalb noch lange nicht: Die Camper bei Göken an der Thülsfelder Talsperre sind schließlich wie eine große Familie.

Nathalie Meng
Volontärin, 1. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003
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