• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Als die B 72 noch durch Friesoythe führte

24.09.2019

Friesoythe 4940 Meter. Genau diese Distanz fehlte der Bundesstraße 72 zum Lückenschluss zwischen der Hansalinie (Autobahn 1) und Ostfriesland. Diese fast fünf Kilometer lange Strecke war nicht irgendein Teilstück der B 72. Sie befand sich in Höhe der Stadt Friesoythe und sollte gleichzeitig als Umgehungsstraße den Stadtverkehr entlasten. Denn die B 72 führte bis vor 50 Jahren noch direkt durch den Ort. Das sollte sich aber ändern.

Im September 1969 gab der damalige Niedersächsische Minister für Wirtschaft und Verkehr, Karl Möller, das Teilstück für den Verkehr frei. Anderthalb Jahre wurde an der Fertigstellung der Straße gearbeitet. Es war zur damaligen Zeit ein großer Einschnitt in die Landschaft. Es musste ein Trassenverlauf für eine Fahrbahn mit einer Breite von 17,5 Metern geschaffen werden. Dreh- und Angelpunkte bei den Planungen waren die Auf- und Abfahrten im Bereich der Ellerbrocker Straße. Aber auch die Unterführungen Soeste, „Pehmertanger Weg“ und „Zum Heidehof“ waren große Baumaßnahmen.

Der damalige Friesoyther Bürgermeister Heinrich Olberding sah die Ortsumgehung mit gemischten Gefühlen und sprach bei der feierlichen Freigabe der Strecke von einem lachenden und einem weinenden Auge. Olberding wird in der NWZ wie folgt zitiert: „Lachend, weil damit der innenstädtische Verkehr wesentlich entlastet wird, weinend, weil gleichzeitig der Durchgangsverkehr größtenteils entfällt und damit für die Kaufleute eine bedeutende Einnahmequelle versiegt.“

Heute wäre es unvorstellbar, dass der gesamte Verkehr der B 72 durch den Friesoyther Ortskern führen würde. Doch vor 50 Jahren war das so. In Höhe „Am Galgenberg“ führte die Bundesstraße auf die Thüler Straße und machte als vorfahrtsberechtigte Straße einen Knick auf die Moorstraße in Richtung Innenstadt. Im Ortskern ging es an der Hauptkreuzung links ab auf die Lange Straße/Bahnhofstraße. Beim Wasserturm bog die Bundesstraße – ebenfalls vorfahrtsberechtigt – auf die Sedelsberger Straße, die entlang des Friesoyther Kanals auch heute noch als „alte B 72“ bezeichnet wird.

Entlang der innerörtlichen Bundesstraße gab es auf rund drei Kilometern gleich fünf Tankstellen – drei an der Thüler Straße, eine an der Moorstraße, und die wohl bekannteste war die Aral-Tankstelle von Auf’m Orde an der Ecke Barßeler Straße/Sedelsberger Straße. Alle gibt es nicht mehr.

Der Lückenschluss der B 72 hatte 7,6 Millionen D-Mark gekostet.

Stöbern Sie in über 70 Jahren Zeitgeschichte in unserem NWZ-ePaper Archiv.

NWZ-ePaper Archiv
Stöbern Sie in über 70 Jahren Zeitgeschichte in unserem NWZ-ePaper Archiv.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04491 9988 2900
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.