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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Landwirtschaft: Jenseits der Grenze wird es rot

27.09.2019

Friesoythe Thomas König steht auf einem Grünland-Feld, das nicht im „roten Gebiet“ liegt und weist nur wenige Meter weiter. „Hier verläuft die Grenze“, sagt er. Nur ein kleiner Graben trennt hier Rot von Grün, den Messungen nach zu hoch belastete Felder von Feldern, die im Rahmen liegen. Bewirtschaftet würden sie aber seit Jahren genau gleich, sagt König.

Die Karte aus dem Umweltministerium in Hannover habe ihn „schon überrascht“, sagt König diplomatisch. Ihn verwundern vor allem die Grenzen der so genannten roten Gebiete. Die Grenze verläuft nämlich trennscharf im Bereich Schwaneburg nördlich von Friesoythe.

Höhere Dünge-Anforderungen

Auf Feldern mit hoher Nitrat- oder Phosphatbelastung, festgelegt durch das Landwirtschafts- und das Umweltministerium in Hannover, sollen künftig höhere Anforderungen in Sachen Düngung gelten, die da sind:
 Verpflichtende Analysen des Wirtschaftsdüngers (also etwa Stallmist, Jauche, Gülle sowie Stroh und Pflanzenrückstände) vor Verteilung auf den Flächen, um den genauen Nährstoffgehalt zu kennen und so die Düngung noch präziser gestalten zu können.
 Das Einarbeiten von Wirtschaftsdünger und Gärresten in den Boden innerhalb von einer Stunde (anstatt früher vier Stunden) nach Verteilung.
 Erhöhung der Mindestlagerkapazität für flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste auf sieben anstatt sechs Monate.
 Auf hoch und sehr hoch versorgten Böden ist nur eine reduzierte Phosphat-Düngung möglich.

All das, meint König, sei für ihn gar nicht die Krux. Das Damoklesschwert, das über den Landwirten im roten Gebiet schwebt, heißt: pauschal 20 Prozent weniger Düngung. „Absolut kontraproduktiv“, meint König. Das würde nicht nur deutliche Einbußen bei den Erträgen nach sich ziehen. Die überschüssige Gülle müssen die Landwirte überdies loswerden.

Auch das Landvolk Niedersachsen hatte bereits moniert: Die Karte mit den roten Gebieten basiere auf einem sehr groben Raster. Es seien auch bei offensichtlich nicht repräsentativ verteilten Messstellen pauschal große Gebiete einbezogen. Das Resultat: völlig unnötige Betroffenheit einzelner Landwirte.

Wie erklärt sich die unterschiedliche Bewertung?

Aus dem Umweltministerium heißt es auf NWZ-Nachfrage: Die Bewertung des Grundwassers anhand der 1112 Messstellen in Bremen und Niedersachsen (Wasserrahmenrichtlinien-Messnetz) bilde die Grundlage für die Festlegung der nitratsensiblen Gebiete. In Niedersachsen seien 51 der insgesamt 123 Grundwasserkörper aufgrund der Nitratbelastung in einen schlechten chemischen Zustand eingestuft – 60 Prozent der Fläche. Flächen, in denen keine Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt worden seien, seien herausgenommen worden. Nur, wo die Ergebnisse nicht eindeutig waren, seien Daten weiterer Messstellen herangezogen worden. „Die Messstellen sind repräsentativ für die Grundwasserbelastung im Teilraum“, entgegnet das Ministerium der Kritik an einem zu grobem Raster.

Diese Ergebnisse seien dann auf die Felder übertragen. Feldböcke, die zu 50 Prozent oder mehr im roten Bereich lagen, seien aber vollständig aufgenommen worden.

Wie erklären sich aber unterschiedliche Bewertungen von zwei nebeneinander gelegenen gleich bewirtschafteten Feldern? Eine Rolle spiele das Sickerwasser, also: Wie viel Wasser von der Oberfläche über die Versickerung ins Grundwasser gelangt. Abbauvorgänge im Boden oder im Grundwasser oder ein Zeitverzug könnten Ursache sein.

„Irgendwo muss die Grenze ja verlaufen“, sagt Thomas König. Allerdings fachlich begründet. Und das sieht er in dem derzeitigen Entwurf nicht. Auch der Kreislandvolkverband, in dem auch König im Vorstand aktiv ist, will das nicht klaglos hinnehmen.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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