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Plietsch: Zu Besuch bei Friesoyther Schweinebauern

31.05.2018

Friesoythe Wenn andere Arbeitnehmer morgens ins Büro gehen und den PC hochfahren, heißt es für die Königs aus Friesoythe einmal über den Hof und dann in den Schweinestall. Das hat Tradition. Denn schon seit 1409 ist die Familie König auf diesem Hof ansässig, wie Silvia König der 4d der Grundschule Friesoythe erklärt. Zusammen mit Klassenlehrer Reint-Enno Beninga und Praktikantin Friederike Hemme besuchten die 16 Schüler einen gesamten Vormittag lang den Bauernhof. Den Arbeitsalltag eines Landwirtes kennen die meisten Kinder nur noch aus der Großeltern-Generation. Gerade einmal zwei Kinder der 4d kommen aus Familien mit einem landwirtschaftlichen Betrieb. Die Begeisterung für Tiere hingegen ist nach wie vor ungebrochen.

Die Königs sind Schweinebauern, leben mit drei Generationen auf einem Hof und halten 400 Sauen, 2 Eber sowie 600 bis 700 Ferkel. Als Haustiere kommen noch einmal zwei Pferde, ein Hund und mehrere Katzen hinzu. Klar, dass so viele Tiere die Kinder faszinieren. Insbesondere als Silvia König einen mit Stroh gefüllten Karton hervorholt, in dem nur wenige Wochen alte Kätzchen fiepen. Auch wenn es so schwerfällt: Anfassen ist hier leider verboten. „Dafür sind die Jungtiere noch zu klein und empfindlich“, weiß sie.

Als nächstes geht es mit Schutzkleidung in den Schweinestall. Zusammen mit ihren Nachbarn Meyer teilen sich die Königs den Schweinebetrieb. Bei den Königs sind die Sauen untergebracht und bei den Nachbarn die schon etwas größeren Ferkel. An Gerüche, die für Landwirte völlig normal sind – „Schweine ,riecht‘ man irgendwann nicht mehr“, sind sich die Königs einig –, müssen sich die Kinder erst einmal gewöhnen. Erstaunt sind auch viele, wie groß ausgewachsene Sauen eigentlich sind. Dagegen nahezu winzig wirken die erst einen Tag alten Ferkel, die Silvia König und ihr Mann Thomas den Kindern zeigen. Diese sind noch zu klein, um in den Stall zu den älteren Jungtieren der Nachbarn zu wechseln. Wer wollte, durfte ein Ferkel hochnehmen und streicheln. Wenn die Tiere alt genug sind, geht es aber zum Schlachter.

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Doch die Königs leben nicht nur von den Schweinen. Hinter dem Haus befinden sich noch mehrere Hektar Mais. Wie kann man einer Schulklasse am besten und schnellsten die Felder zeigen? Das „Radlader-Taxi“ hilft aus. „Der kann bis zu drei Tonnen heben“, sagt Thomas König. Im April werden die Maissamen gelegt und bis zur Ernte im Herbst können die Pflanzen an die vier Meter Höhe erreichen. Pflanzen und Tiere müssen jeden Tag das ganze Jahr über versorgt werden. „Jeder organisiert seinen Tagesablauf natürlich anders“, sagt Thomas König. „Bei uns geht es schon von 7 bis 19 Uhr.“ Ein anderer Job käme für die Königs nicht in Frage. Um die Nachfolge müssen sie sich scheinbar auch keine Sorgen machen. Drei ihrer vier Kinder haben schon Interesse am Beruf des Landwirts bekundet.

Gegen Mittag ist der Besuch auf dem Bauernhof dann auch wieder vorbei. Und die Grundschüler? Wollen am liebsten gar nicht mehr nach Hause.

Tatiana Gropius Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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