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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Das Ende der orangenen Säulen

02.02.2019

Friesoythe Ein typisches Szenario in den 70er und 80er Jahren: Unfall auf einer Bundes- oder Landesstraße. Dringend wird Erste Hilfe benötigt, nur wie erreiche ich den Notruf? An eine flächendeckende Handyversorgung war damals noch nicht zu denken. Genau an dieser Stelle waren die kleinen roten Säulen Gold wert – die typischen Notruftelefone auf Rastplätzen und am Straßenrand.

Ein Blick ins Archiv der NWZ zeigt, wie viele es davon einmal auf den Straßen auch im Landkreis Cloppenburg gegeben hat. Am Mittwoch, 28. Februar 1979, berichtete die Nordwest-Zeitung auf einer Sonderseite über eine große Initiative, in der Leser 69 Notrufmelder an vier Bundesstraße im Oldenburger Land finanzierten. Schaut auf die damals erschienene Karte, sind zahlreiche Notrufsäulen an der B 72, B 213 und B 69 zu finden. Doch 40 Jahre später sind sie alle verschwunden.

Säulen verschwunden

„Aktuell betreibt die Björn Steiger Stiftung keine Notruftelefone mehr an Bundes- und Landstraßen im Landkreis Cloppenburg. Auch in den anderen Bundesländern – mit Ausnahme von Baden-Württemberg – werden keine Notruftelefone mehr von uns betrieben“, sagt Tobias Langenbach, Pressesprecher der Björn Steiger Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Notfallhilfe und das Rettungswesen in Deutschland zu verbessern.

Auch 1979 war die Stiftung bei der Errichtung der neuen Notrufsäulen im Landkreis Cloppenburg mit dabei. „Die Notruftelefone waren eines der ersten Projekte, derer sich unsere Stiftung annahm. Auch nach 50 Jahren Stiftungsarbeit sind Telefone wie gesagt noch in Betrieb. Mit der Zeit und der Zunahme der Mobilfunknutzung veränderte sich die Notruflandschaft allerdings. Das Notruftelefon verlor langsam an Bedeutung und Säulen wurden dementsprechend abgebaut. Doch gerade wo Funklöcher auftreten und kein Handy für einen Notruf genutzt werden kann, können die altbekannten Notrufsäulen wichtig werden“, so Langenbach weiter.

Doch dass die Notrufsäulen der Björn-Steiger-Stiftung verschwunden sind, hat auch noch andere Gründe. „In den Bundesländern war man nicht mehr bereit, die nötigen finanziellen Zuschüsse für den Erhalt und Betrieb der Notrufsäulen zu leisten. Das Projekt sollte finanziell allein auf unseren Schultern liegen. Als gemeinnützige Stiftung war ein solch alleiniger bundesweiter Betrieb für uns schlicht nicht machbar“, so Langenbach weiter.

Zuschüsse fehlen

Aktuell betreibt die Stiftung aber noch 1056 Notruftelefone an Landes- und Bundesstraßen in Baden-Württemberg. Warum gerade dort? Langenbach: „Zum einen, weil einige Landkreise den Erhalt und Betrieb der Notrufsäulen bezuschussen. Zum anderen, da sich vor Ort auch immer wieder beispielsweise Privatpersonen oder Firmen finden, die Engagement zeigen und den Erhalt der Säulen mit einer Patenschaft unterstützen. Das aktive Interesse der Bevölkerung, unsere orangenen Lebensretter an den Straßen zu halten, freut uns sehr“.

Genau diese Privatpersonen, nämlich Leser der Nordwest-Zeitung, waren es auch 1979, die die 59 Notrufmelder finanzierten. Damals wurden rund 320 .00 DM in das Projekt investiert. Allein auf der Strecke der Bundesstraße 72 von Cloppenburg nach Strücklingen wurden damals 15 Notrufsäulen aufgestellt. Die Bedienung war einfach: Man musste nur die Säule öffnen, den Hörer abnehmen und schon war eine Verbindung zur nächsten Rettungsdienststelle hergestellt.

Die Björn-Steiger-Stiftung kümmerte sich dabei aber nur um die Bundes- und Landesstraßen. An den Autobahnen werden die Säulen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherer betrieben.

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Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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