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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

710 Friesoyther besitzen eine Waffe

22.08.2019

Friesoythe Der kleine Waffenschein ist in Niedersachsen im Kommen. Bereits anfang der Woche berichtete unserer Zeitung, dass im Land immer mehr Waffenscheine und Waffenbesitzkarten registriert sind. Doch wie sieht die Situation im Landkreis Cloppenburg aus?

Insgesamt gibt es im Landkreis Cloppenburg (ohne die Städte Friesoythe und Cloppenburg) aktuell 656 kleine Waffenscheine. „In diesem Jahr haben wir bis zum heutigen Zeitpunkt bereits 42 kleine Waffenscheine erlassen. Im Jahr 2018 waren es insgesamt 49 Stück“, sagte Landkreis-Pressesprecher Frank Beumker auf Nachfrage der NWZ. Da jetzt, Ende August, die Zahl der erteilten kleinen Waffenscheine aus dem Vorjahr schon fast erreicht wurde, rechnet Beumker damit, dass diese Zahl in diesem Jahr noch getoppt wird. Zum Vergleich: 2015 gab es nur 15 Erteilungen; 2016 waren es aber auch schonmal 136. Ein Zusammenhang mit der damaligen Flüchtlingskrise wird angenommen.

Das deutsche Waffengesetzt unterscheidet zwischen Waffenschein und Waffenbesitzkarte (siehe Infobox). Insgesamt sind im Landkreis aktuell 4457 Waffenbesitzkarten vorhanden. Diese teilen sich aber auf in 2750 Waffenbesitzer, da eine Person mehrere Waffen also auch mehrere Waffenbesitzkarten haben darf. Auch bei diesen Zahlen fehlen die Städte Cloppenburg und Friesoythe.

Diese sind aufgrund ihrer Größe selbstständige Gemeinden. Sie übernehmen teilweise die Aufgaben des Kreises – unter anderem die Ausgabe von Waffenscheinen und Waffenbesitzkarten. Aktuell gibt es in Friesoythe 710 Personen, die eine waffenrechtliche Erlaubnis haben. Das sind die Personen, die entweder einen Waffenschein oder eine Waffenbesitzkarte haben. Von diesen 710 Personen haben 119 einen kleinen Waffenschein. Waffenbesitzkarten sind aktuell insgesamt 1013 registriert. Auch hier kann eine Person, wie zum Beispiel ein Jäger, gleich mehrere Waffenbesitzkarten haben. Vergleicht man die Friesoyther Zahl mit der kreisweiten Zahl ohne Cloppenburg, fällt auf, dass in Friesoythe zurzeit überdurchschnittlich viele Waffen registriert sind.

Natürlich spielt da auch die Einwohnerzahl eine Rolle, da Friesoythe als zweitgrößte Kommune im Landkreis mehr als 22 000 Einwohner hat.

Waffenschein und Waffenbesitzkarte

In Deutschland herrscht im Vergleich zu vielen anderen Ländern ein strenges und striktes Waffengesetz. Generell unterscheidet man hier zwischen der Waffenbesitzkarte und dem Waffenschein.

Die Waffenbesitzkarte erlaubt zwar den Erwerb und den Besitz, nicht aber das Führen von Waffen. Ständig bei sich tragen darf man die Waffe also nicht, die Karte berechtigt aber zur geregelten Nutzung – bei Sportschützen etwa im Schützenheim. Beim Transport muss die Waffe in einem Koffer verschlossen sein und die Munition getrennt aufbewahrt werden.

Wer eine Waffenbesitzkarte bekommen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein; für großkalibrige Waffen gilt ein Mindestalter von 21 Jahren. Die jeweilige Kreisverwaltung prüft Bewerber auf ihre Zuverlässigkeit. Wer straffällig wurde oder als Mitglied einer Rockergruppe polizeibekannt ist, bekommt keine. Geprüft wird auch die persönliche Eignung, bei einer psychischen Erkrankung etwa gilt diese als nicht gegeben.

Zudem müssen Träger einer Waffenbesitzkarte ein berechtigtes Bedürfnis nachweisen: zum Beispiel als Sportschütze, als Jäger oder als Waffensammler. Auch wer ein altes Jagdgewehr erbt und behalten will, ohne es zu benutzen, braucht eine Waffenbesitzkarte. Alle drei Jahre werden die Halter überprüft.

Wer einen Waffenschein besitzt, darf eine geladene Schusswaffe in der Öffentlichkeit am Körper tragen. Dieses Dokument ist einem kleinen Kreis von Personen vorbehalten – er wird fast nie an Privatpersonen ausgegeben sondern nur im behördlichen Auftrag. Polizisten oder Sicherheitsbeamte brauchen für das Schießen noch eine Sondererlaubnis.

Der Kleine Waffenschein erlaubt es seinem Inhaber, bestimmte Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen bei sich zu haben. Diese müssen das Zulassungszeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt aufweisen und werden deshalb auch PTB-Waffen genannt. Wer solch eine Waffe ohne Waffenschein bei sich hat, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss ein Bußgeld zahlen. Außerhalb von Schießständen und dem eigenen Grundstück ist die Benutzung der Waffen verboten – benutzt werden dürfen sie nur bei Notwehr oder Notstand. Auch für diesen Schein muss die Person als geeignet gelten.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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