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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Frost setzt Friedhofsgärtner zu

21.01.2017

Garrel Temperaturen von minus sieben, acht Grad, der Boden ist tief gefroren. Der Winter erschwert in einigen Bereichen die Arbeit deutlich oder verhindert sie ganz. Die NWZ  hat sich umgehört.

Für Tadeusz Kras bedeutet der Winter Schwerstarbeit. Denn seit mittlerweile sechs Jahren hebt er die Gräber auf dem Garreler Friedhof aus. Kein einfaches Unterfangen bei zehn Zentimeter tief gefrorenem Boden, berichtete der Friedhofsgärtner.

„Die erste Schicht ist die schwerste“, berichtete der gebürtige Pole, der seit 26 Jahren in Garrel lebt. Der Kleinbagger durchbricht die Schicht nicht, da müssen andere Geräte her. Mit dem Brenner setzt er der steinharten Erde zu, dann mit der Spitzhacke. Ein kleines Viereck genügt schließlich, damit der Bagger in den Boden greifen kann.

Bis vor wenigen Jahren musste Tadeusz Kras die Grabstellen noch mit dem Spaten ausheben – und das zwischen 60 und 70 Mal im Jahr, bis ein Minibagger angeschafft wurde. In diesem Jahr gab es bisher fünf Todesfälle.

Wer nun glaubt, im Winter gehe es auf dem Friedhof ruhig zu, sieht sich schnell getäuscht. In der Leichenhalle gibt es einiges in Stand zu setzen für den Friedhofsgärtner, Sitzbänke müssen ausgebessert werden und neu streichen werden. Nicht zuletzt müssen die Wege von Schnee und Eis befreit werden. „Es gibt immer etwas zu tun.“

Die Temperaturen machen ihm dabei wenig aus. „In Polen hatten wir bis minus 30 Grad“, berichtet er. „Da sind diese Temperaturen noch ganz angenehm.“ Mit seiner Arbeit ist Tadeusz Kras mehr als zufrieden. „Hier fühle ich mich wohl.“

Auch andernorts sorgt der Frost für Probleme: Kanalbauarbeiten in Garrel mussten wegen der Witterung buchstäblich auf Eis gelegt werden. Leitungen, Dichtungen, Anschlüsse im Erdboden – für diese Arbeiten benötige es Temperaturen im Plus-Bereich, sagte Ewald Bley, Bauamtsleiter bei der Gemeinde. Auch die Bitumenschicht beim Straßenbau könne nur bei Plusgraden aufgetragen werden – die Mischwerke nutzen den Januar und Februar zumeist eh für Wartungsarbeiten. Deshalb sei kaum Material vorhanden.

„Bei diesen Temperaturen zu arbeiten, bringt für die Unternehmen nichts“, sagt Bley. Eine Ausnahme gibt es derzeit allerdings: An der Immenstraße/Adlergasse hatte es einen Schaden im Schmutzwasser-Hauptkanal gegeben. Die Straße war dadurch abgesackt. Diese Arbeiten werden jetzt durchgeführt, um die Straße möglichst bald wieder freizugeben.

Im Straßen- und Tiefbau wird es bei Minustemperaturen ebenfalls schwierig: „Wir können den Asphalt nur bei Plusgraden verarbeiten und wenn kein Schnee liegt“, erklärt Bauleiter Robert Tönjes von der Firma Helmut Rolfes Straßen- und Tiefbau GmbH in Garrel. Zur zunächst provisorischen Ausbesserung von großen Schlaglöchern gebe es jedoch Kaltasphalt. Dieser komme jedoch nur bei großer Not zum Einsatz.

Arbeitslos melden müssen sich die Arbeiter jedoch nicht: „Die Sozialkasse Bau zahlt einen Lohnausgleich, wenn nicht gearbeitet werden kann“, sagt Tönjes.

Das gilt auch für die Maurer von Vossmann Bau in Garrel. Denn auch beim Hausbau geht nichts mehr, wenn die Temperaturen unter fünf Grad fallen: „Dann bindet Mörtel und Beton nicht mehr ab, sondern trocknet nur und es kann kein Verbund mit den Steinen erfolgen“, erläutert Geschäftsführerin Doris Pöhler. Möglich seien dann nur noch Innenarbeiten, wenn im Gebäude mindestens fünf Grad seien. Für Putz- und Estricharbeiten gelte das Gleiche.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
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Nils Coordes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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