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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Donau-Einebene auf Äckern

21.03.2019

Garrel Wo genau soll die 380-kV-Höchstspannungsleitung durch die Gemeinde Garrel verlaufen? Wie sieht eigentlich ein Erdkabel-Baustelle aus und wie hoch werden die Masten? Mit einer ganzen Reihe an Fragen im Gepäck und der Hoffnung, konkrete Antworten darauf zu bekommen, kamen am Mittwochnachmittag mehrere hundert Besucher ins Gasthaus Zum Schäfer nach Garrel. Netzbetreiber Tennet hatte Grundstückseigentümer zum Infomarkt eingeladen. Mit bis zu 300 Besuchern rechnete Janina Schultze, Referentin für Bürgerbeteiligung bei Tennet, bis zum Abend.

Nachdem das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ArL) zunächst einen ein Kilometer breiten Korridor festgelegt hatte, entlang dessen die Leitung von Conneforde bis Cloppenburg verlaufen soll, hatte Tennet daraus einen konkreteren Verlauf der Leitung entwickelt und noch vor Weihnachten alle Betroffenen zu persönlichen Gesprächen eingeladen. Die Grundstückseigentümer richteten zahlreiche Wünsche auf die Verlegung von Strommasten an den Kabelnetzbetreiber – insgesamt werden zwischen Conneforde und Cloppenburg rund 90 errichtet: Etwa die Hälfte habe berücksichtigt werden können, berichtete Schultze, sogar acht von zehn Anregungen, Arbeitsflächen oder Zuwegungen zu verlegen, seien entsprochen worden.

„Irgendwo müssen die ja hin“, kommentierte ein Landwirt aus Beverbruch die überarbeiteten Pläne. Eines seiner Felder wird von der Leitung überspannt. Bei einem anderen Landwirt aus Beverbruch wird künftig ein Strommast auf einem Feld stehen – das sei aber bisher auch schon der Fall. Der bisherige verschwindet aber, wenn die 220-kV-Leitung abgebaut ist. Positiv sieht er, dass der Mast an den Rand seines Feldes gesetzt wurde. Auch dabei habe Tennet den Wünschen der Landwirte möglichst versucht zu entsprechen, betonte Janina Schultze.

Rund zehn bis zwölf Quadratmeter Fläche benötigt ein Strommast. Die Landwirte werden nach einem Berechnungsschlüssel entschädigt – einmalig. Nicht auskömmlich, schimpfte ein Landwirt aus Wardenburg. Er fordert wiederkehrende Zahlungen. „Der Landwirt wird wieder zur Kasse gebeten.“

Schuldig blieb Tennet die Antwort auf die Frage, wo denn nun das Umspannwerk im „Suchraum Nikolausdorf“ entstehen soll. Konkret sind Flächen im Bereich Letherfeld und Tweel im Gespräch. Auch einen Zeitrahmen, bis wann der Standort feststehen soll, vermochte Schultze nicht zu nennen.

Entsprechend ist der konkrete Verlauf der Trasse im Bereich Garrel weiter unklar. Die Trassenplanung endet nördlich von Beverbruch und setzt südlich von Tweel wieder ein.

Grundstückseigentümer und Pächter werden in einem separaten Gesprächstermin informiert, sobald der Verlauf dort feststeht. Fest steht, dass das Stromkabel von Norden kommend ab der Abzweigung der 110-kV-Leitung bis zum Umspannwerk als Erdkabel verlegt werden soll. Ab dem Umspannwerk bis zum Umspannwerk in Bethen wird dann die 110-kV-Leitung des Betreibers Avacon mit auf das Gestänge der 380-kV-Leitung genommen – das macht allerdings auch größere Masten notwendig. In diesem Bereich soll der Typ „Donau-Einebene“ errichtet werden – mit einer Höhe von rund 65 Metern.

Der Vorteil liegt klar auf Beverbrucher Seite: Das Garreler Kirchdorf wird wie Kellerhöhe damit leitungsfrei. Die derzeitige 220-kV-Leitung von Conneforde nach Cloppenburg unterschreitet den Abstand von 400 Metern zu 879 Wohngebäuden in geschlossenen Siedlungen – die neue Höchstspannungsleitung unterschreite diesen Abstand kein einziges Mal, hatten die beteiligten Netzbetreiber mitgeteilt. Auch die Anzahl der Häuser im Außenbereich, die weniger als 200 Meter von der neuen Leitung entfernt sind, sinkt von 160 auf 37.

In den nächsten Monaten wird das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems auch für den südlichen Leitungsabschnitt von Cloppenburg nach Merzen (Maßnahme 51b) über den Korridorverlauf entscheiden. Parallel wird Tennet das Planfeststellungsverfahren vorbereiten. Ende 2019/Anfang 2020 soll es starten und 2021 abgeschlossen sein. 2024 soll die neue Leitung in Betrieb gehen und die bestehende 220-kV-Leitung zwischen Conneforde und Cloppenburg ablösen, die dann abgebaut wird.

Der letzte Infomarkt ist am heutigen Donnerstag von 14 bis 19 Uhr im Traditionshaus Taphorn in Cloppenburg.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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