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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Zwischen Landwirtschaft und Schloss

22.09.2017

Garrel Eine viertägige Fahrt an die Ostsee hatte jüngst der Garreler Heimatverein unternommen. Ziel war die Wohlenberger Wiek, eine halbrunde Bucht zwischen dem Ostseebad Boltenhagen und der Hansestadt Wismar gelegen. Zunächst stand ein Abstecher in die Holsteinische Schweiz an, wo Plattdeutschfreund Uwe Rahlf den Garrelern seine Heimat erläuterte. Uwe Rahlf und Heimatvereinsvorsitzender Günter Buschenlange kennen sich von den internationalen Plattdüütschkonferenzen in den USA.

Am Ziel wurde Unterkunft im „Feriendorf an der Ostsee“ bezogen, das vom Inhaber Helmut Bley und seiner Familie seit 25 Jahren betrieben wird. Bley stammt aus Friesoythe/Ellerbrock und verließ nach der Wende seine alte Heimat, um sich an der Ostsee eine neue Existenz aufzubauen. So führte er die Garreler Heimatfreunde gleich am ersten Abend durch seinen Betrieb und gab Informationen über die Entwicklung seines Betriebes, aber auch über die Entstehung des Örtchens Wohlenberg.

Am zweiten Tag wurde in Bad Doberan das Münster besichtigt, eine der wichtigsten hochgotischen Backsteinbauten im Ostseeraum. Mit der bekannten Mollibahn ging es zunächst zum ältesten Seebadeort Deutschlands, nach Heiligendamm, durch den G8-Gipfel 2007 international bekannt geworden. Auf den Strandkörben am Grandhotel, auf dem einst die Staatschefs saßen, durften auch die Garreler Heimatfreunde mit Sondergenehmigung für ein Foto Platz nehmen. Auch eine Stadtführung in Wismar mit seiner wechselvollen Geschichte stand an.

Am Samstag folgte der Besuch eines weiteren „Auswanderers“: Der Hof Kühling in Bentzin, Ortsteil Zemmin, wurde besichtigt. Vor 25 Jahren fasste Senior Josef Kühling aus Garrel-Falkenberg den Entschluss, sich in den sogenannten „Neuen Ländern“ eine neue Existenz in der Landwirtschaft aufzubauen. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald in dem Örtchen Zemmin kaufte er eine ehemalige LPG und erweiterte sie nach und nach. Heute bewirtschaftet die Familie, wozu auch die Söhne Michael und Andreas mit ihren Ehefrauen und Kindern gehören, etwa 1000 Hektar. Im Jahr 2016 erhielten Michael und Andreas Kühling den „Ceres Award“ in der Kategorie Manager, da sie nach Meinung der Jury eine nahezu perfekte Kreislaufwirtschaft in ihrem Veredelungsbetrieb praktizieren. Bei einer Rundfahrt gab Michael Kühling interessante Informationen über Land und Leute.

Am letzten Tag wurde mit Schloss Bothmer die größte barocke Schlossanlage Mecklenburg-Vorpommerns besucht. Auf der Rückfahrt wurde ein Halt in Lübeck gemacht. Neben einem Bummel gab es eine Führung durch das Rathaus, eines der größten mittelalterlichen Häuser seiner Art in Deutschland.

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