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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Ära der Telefonzellen vorüber

06.02.2019

Garrel Mehr als 57 Millionen Menschen in Deutschland nutzen ein Smartphone. Immer mehr Haushalte verfügen nicht einmal mehr über einen Festnetz-Anschluss. Telefonzellen werden kaum noch genutzt. Die Ära der Telefonzellen ist in der Gemeinde vorbei. Zuletzt waren öffentliche Fernsprecher vor dem Rathaus in Garrel und auf dem Dorfplatz beim Schäfer sowie vor der Gaststätte Fleming in Nikolausdorf abgebaut worden. „Zu wenig Nutzer“, begründete Ewald Bley von der Gemeinde die Entscheidung, die die Telekom als Inhaber der Station in Absprache mit der Gemeinde gefällt hatte.

Die Telefonanlagen haben keine große Rolle mehr gespielt, wurden nur noch sporadisch genutzt, begründete die Telekom als Provider die Entscheidung des Rückbaus. Nur noch die Anlage am Dorfplatz war gelegentlich genutzt worden, war aber seit 2014 um mehr als 70 Prozent eingebrochen. Die anderen beiden Anlagen beinahe gar nicht mehr. Die jährlichen Kosten aber blieben: alleine die Station auf dem Dorfplatz kostete jährlich bis zu 1000 Euro. Zudem, so hatte die Telekom der Gemeinde gegenüber begründet, hätte die Anlage technisch angepasst werden müssen – und weitere rund 1500 Euro Kosten verursacht.

17 000 Telefone bundesweit

Bundesweit hat die Deutsche Telekom noch 17 000 öffentliche Telefone in Betrieb. Zum Vergleich: Statistisch gesehen kommen aber 1,4 SIM-Karten laut Bundesnetzagentur auf jeden Einwohner.

In vielen Fällen steht nur noch ein Basistelefon, also ein Fernsprecher an einem Pfosten, zur Verfügung. Diese können ausschließlich mit Karten benutzt werden. Die meisten noch erhaltenen Standorte seien heutzutage schlichtweg nicht oder kaum noch rentabel zu betreiben, teilte die Telekom auf NWZ-Anfrage mit. Letztlich entscheide der Kunde durch sein Nutzungsverhalten darüber, wo und in welcher Anzahl öffentliche Telefone zur Verfügung stehen.

Die erste Telefonzelle in Deutschland wurde am 12. Januar 1881 in Berlin in Betrieb genommen – damals noch als „Fernsprechkiosk“ bezeichnet. Mit Münzen konnte man in Telefonzellen erst ab 1899 zahlen. Vorher musste man sich „Telephon-Billets“, auch „Fernsprechscheine“ genannt, kaufen – ein früher Vorläufer der Telefonkarte.

Telefonkarten wurden ab Mitte der 1980er Jahre eingesetzt. Heute sind sie im Handel dagegen kaum noch zu finden. Dadurch wurden die Karten aber ein beliebtes Sammelobjekt.

Bei Anlagen, die weniger als 50 Euro pro Monat erbringen, sieht die Telekom keinen Nutzen mehr und baut sie nach Rücksprache mit den Kommunen zurück. So auch schon an anderen Standorten in der Gemeinde geschehen – wie etwa in Falkenberg vor einigen Jahren oder in Varrelbusch. Von Empörung keine Spur.

Das sah bis vor ein paar Jahren noch ganz anders aus: Vor 30 Jahren plante die damalige Bundespost den Abbau von sechs Telefonzellen in der Gemeinde – aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, berichtete die NWZ am 12. Januar 1989. Dagegen hatte sich eine breite Front gebildet: Gemeindeverwaltung, Schulen, die Verantwortlichen des Hallenbades, CDU-Gemeindeverband und Heimatverein kritisierten die Entscheidung und machten sich für den Erhalt stark. Der Fernsprecher im Bereich des Schul- und Sportzentrums – der war durch Brandstiftung schwer beschädigt worden – müsste erhalten bleiben, der vom Dorfplatz dürfe nicht zum Johanneshaus verlegt werden. Auch in den Außenbereichen sollten sechs Münzfernsprecher abgebaut werden – nicht nachvollziehbar etwa für den Heimatverein, der befürchtete, in Notfällen dann keine Hilfe mehr rufen zu können. Die angeführte Rentabilität könne nicht ausschlaggebend für den Abbau sein.

Der damalige CDU-Vorsitzende Rudi Bley kritisierte, die Entscheidung sei nicht mit der Verpflichtung der Bundespost, die Bevölkerung flächendeckend mit Telefonzellen zu versorgen, in Einklang zu bringen. Die Post lenkte zum Teil ein: Zellen in Nikolausdorf, Falkenberg und Varrelbusch sowie am Dorfplatz blieben erhalten.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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