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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Weichen für die Zukunft gestellt

17.11.2018

Garrel Die Bahn bewegt: Und zwar buchstäblich, bringt die Friesoyther Eisenbahngesellschaft (F.E.G.) doch jährlich Zehntausende Tonnen vor allem von Kies und Holz über die Schiene. Die Weichen wurden für die Zukunft gestellt, indem 1,2 Millionen Euro in Garrel in die Verlegung des Umschlagbahnhofs investiert worden waren: genauer wurden eine Ladestraße mit einer Länge von 250 Metern geschaffen und ein rund 200 Meter langer Lagerplatz. Zudem waren ein Umfahrgleis und ein Abstellgleis entstanden.

Die Infrastruktur nutzen sollen neue Kunden. Von Verhandlungen war schon häufiger die Rede. Zuletzt hatte F.E.G.-Geschäftsführer Dirk Vorlauf im Mai vergangenen Jahres angedeutet, ein Garreler Unternehmen aus der Lebensmittelbranche habe großes Interesse daran, von Garrel aus auf der Schiene Güter in Richtung Jade-Weser-Port zu transportieren – mehrmals die Woche mit einem 450 Meter langen Vollzug. Diese Gespräche würden allerdings „zur Zeit nicht vertieft“, so Vorlauf am Freitag auf Nachfrage der NWZ. „Das bleibt jedoch nach wie vor eine Option.“

Bahnübergänge werden signalisiert

Im kommenden Jahr will die F.E.G. den Bahnübergang auf dem Oldenburger Ring (L 831) in Friesoythe mit Signalanlagen versehen. Fördermittel dazu seien beantragt, so F.E.G.-Geschäftsführer Dirk Vorlauf. Geplant werden sollen 2019 Signalisierungen an insgesamt drei Bahnübergängen. Das war nach mehreren Verkehrsunfällen an nicht gesicherten Bahnübergängen in Friesoythe und Garrel entschieden worden. Ende 2019/Anfang 2020 soll zudem ein Durchlass unter der Schiene in Garrel saniert werden.

Konkrete Gespräche gibt es nach Informationen der NWZ aber mit dem Futtermittelhersteller GS agri in Garrel. Hier gibt es Überlegungen, Waren wie Getreide und Futtermittel wieder über die Gleise zu transportieren. Das bestätigte GS agri-Pressesprecher Jürgen Focke. Entwürfe existieren bereits. Entschieden werden soll über das Projekt im ersten Halbjahr 2019, so Focke.

1800 Tonnen pro Zug

Die Vorzüge liegen vor allem auf wirtschaftlicher Seite, erklärt Focke. F.E.G.-Geschäftsführer Vorlauf rechnet vor: „Ein Zug könnte 1800 Tonnen Getreide transportieren, das würde circa 65 Lkw ersetzen.“ Bei der Entwicklung solcher Güterverkehre sei es durchaus möglich, dass jede Woche ein Zug durch Garrel rollt. Hochgerechnet könnten bis zu 250 000 Tonnen jährlich über die Schiene transportiert werden. Damit könnte der Lkw-Verkehr deutlich reduziert werden, betont auch GS agri-Pressesprecher Focke die Vorteile. Konkurrenten aus der Futtermittel-Branche machen es vor, wie der Transport über die Gleise wirtschaftlich und logistisch gelingen kann.

Allerdings müsste die GS agri dafür zunächst investieren. Denn über einen direkten Gleisanschluss verfügt der Standort an der Falkenberger Straße/Wätkamp nicht mehr. Dieser war stillgelegt worden, nachdem die Strecke nicht mehr bedient worden war.

Den Gleisanschluss hatte die damalige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft im Jahre 1980 erhalten. Damit war sie direkt mit dem Streckennetz der Bundesbahn verbunden. Wieder errichtet werden müssten aber auch Entladevorrichtungen oder Getreidesilos.

Im vergangenen Jahr hatte die Friesoyther Eisenbahngesellschaft insgesamt sieben Güterzüge über die Gleise geschickt, 17 500 Tonnen Kies und 7000 Tonnen Holz wurden transportiert. Allerdings wirkten sich auch die Baumaßnahmen am Bahnhof noch aus, die Mitte 2016 begonnen worden waren. In diesem Jahr sollen acht Güterzüge über die Strecke rollen – 10 500 Tonnen Holz und 17 500 Tonnen Kies sollen sie transportieren.

Steigendes Interesse

Die F.E.G. rechnet insgesamt mit steigendem Interesse am Güterverkehr. Nicht zuletzt deshalb, weil die Verlagerung von der Straße auf die Schiene auch vom Bund unterstützt wird. Betriebe, die neue Gleisanschlüsse schaffen, erhalten Zuschüsse für ihre Investitionen. Daneben plant der Bund Zuschüsse zu den Trassenpreisen zur Nutzung des Streckennetzes. Und weiterhin werden Investitionen der Eisenbahnverkehrsunternehmen in das Streckennetz umfangreich bezuschusst. Maßgeblich davon profitieren konnte die F.E.G. beim Bau von Verladestelle und Abstellgleis in Garrel.

So sehr die positiven Entwicklung die F.E.G. freut, stellen sie die Gesellschaft doch auch vor „eine große logistische Herausforderung“, so Vorlauf.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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