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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

„Gefühle werden nicht dement“

18.03.2019

Garrel Zu einer Weiterbildung und einem Erfahrungsaustausch sind am Samstag 19 Mitarbeiter aus der hauswirtschaftlichen Versorgung und Betreuung sowie vier Mitarbeiter der Tagespflege der Sozialstation Garrel-Bösel zusammengekommen. „Wir haben gemerkt, dass die Mitarbeiter stark gefordert werden“, erklärte Petra Schumacher, die die Organisation des Tages mit in die Hand genommen hat. „Es gibt immer mehr Patienten, die älter werden.“ Auch der kurzfristige Aufnahmestopp sei beendet. In der Regel könnten immer nur ein bis zwei Mitarbeiter zeitgleich eine Fortbildung besuchen, da sei es schwer, alle auf demselben Stand zu halten.

So entstand die Idee für eine gemeinsame Fortbildung. Unterstützung erhielten Henrike Hogeback und Petra Schumacher von der Sozialstation Garrel-Bösel durch die zertifizierte Validationslehrerin Cecila Feldkamp. Validation beschreibt die wertschätzende Haltung gegenüber Menschen mit Demenz. Ebenfalls dabei waren Hildegard Meyer vom ambulanten Hospizdienst in Cloppenburg und Diakon Günter Hinxlage.

Mit einer Vorstellungsrunde wurde in den Tag gestartet. Die eigene Haltung überprüfen“ und „Wahrnehmung und empathische Übung“ waren nach der Vorstellungsrunde zwei Themenblöcke, die Cecilia Feldkamp den Mitarbeitern näher brachte. Da sie vor 20 Jahren eine Ausbildung als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Hospiz gemacht hat, liegt ihr Thema Sterbebegleitung bei desorientierten Menschen am Herzen. Ein dritter Themenblock der Dozentin stellte deshalb zum Ende des Tages die Frage „Sterben Demenzerkrankte anders?“ dar.

„Desorientierte Menschen sind klar im Zeigen ihrer Gefühle und Bedürfnisse“, so Feldkamp. „Gefühle werden nicht dement!“ Am Lebensende würden sie oft noch viele Dinge loswerden wollen, so Feldkamp. „Sie möchten sich befreien von den eingesperrten Gefühlen und Bedürfnissen, um in Frieden sterben zu können.“

Der Glaube würde gerade bei älteren Menschen eine wichtige Rolle spielen, sagte Petra Schumacher. Deshalb widmete Diakon Günter Hinxlage sich dem Thema „Glaube – Hoffnung – Vertrauen – Sterben“. Während seiner Ausbildung zum Diakon habe er ein Praktikum im Seniorenheim absolviert und seither weiterhin die Chance gehabt, mit älteren und kranken Menschen oder auch mit Menschen in schwierigen Situationen unverbindlich zusammen zu sein. „Ich war unbefangen“, erklärt der Diakon. „Und ich hoffe, dass diese Leute es auch waren.“ Diese Erfahrung teilte der Garreler mit den Mitarbeitern der Sozialstation. „Wenn jemand gehen will, muss man ihn auch gehen lassen“, sagte er. „Ich glaube auch nicht, dass der Tod sinnlos ist, es kommt noch etwas danach.“

Mit dem Lied „Abschied nehmen muss man üben“ von Heinz Rudolf Kunze stieg Hildegard Meyer in ihren Themenbereich ein. Ein wichtiges Anliegen war der hauptamtlichen Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes, den Hospizdienst zu erklären. Ein reger Austausch mit den Mitarbeitern der Sozialstation sei ihr ebenso wichtig, wie die Möglichkeit, Hilfestellung zu geben und Impulse zu setzen.

„Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter sind interessiert daran, Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten“, erläuterte Meyer. Als Koordinatorin sei es ihre Aufgabe, Erstgespräche zu führen und die ehrenamtlichen Mitarbeiter nach einer neunmonatigen Einführungsphase einzusetzen. „Die Trauerarbeit hat sich sehr vergrößert und verändert“, sagte Meyer. Aber auch die Familienarbeit spiele heutzutage eine größere Rolle. Als die drei Hauptaufgaben des Hospizdienstes nannte sie die Begleitung bei Sterbenden, die schwerstkrank sind, die Familienbegleitung und Trauerarbeit. „Uns geht es immer um die Bedürfnisse dieser Leute“, sagte sie.

Für die Abschlussrunde war es Schumacher und Hogeback wichtig, dass sich jeder noch einmal mit seinen Gefühlen auseinandersetzt: Mit welchem Gefühl bin ich gekommen und mit welchem Gefühl werde ich gehen?

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