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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Planungen Vorgestellt: „Kostenexplosion“ bei der Kläranlage in Garrel

07.11.2019

Garrel Dass die Garreler Kläranlage an Kapazitätsgrenzen stößt und ertüchtigt werden muss, das hat die Garreler Politik gewusst. Auch die Untere Wasserbehörde des Landkreises Cloppenburg hatte Mängel an der Bausubstanz festgestellt. Es muss gehandelt werden, die Frage ist, wie? Die Verfahrenstechnik sollte umgestellt, ein Faulturm gebaut werden und das aus dem Klärschlamm gewonnenes Gas sollte in einem Blockheizkraftwerk verstromt werden. So lauteten die ursprünglichen Planungen, um CO2 und Strom einzusparen. Kosten: rund 3,9 Millionen Euro. Der Gemeinderat hatte den Planungen im September 2017 zugestimmt. Eine Million Euro fließen an Fördermitteln.

Zu einer „Kostenexplosion“, so SPD-Ratsherr Tobias Bohmann, führten nun die konkreteren Planungen für den Umbau des Klärwerks. Denn das Ingenieurbüro Dr. Born – Dr. Ermel GmbH aus Achim, das nach einer europaweiten Ausschreibung mit der Planung beauftragt war, hat nun einen Entwurf vorgelegt, der Investitionen von 8,3 Millionen Euro erforderlich macht – Mehrkosten von rund 4,3 Millionen Euro. Die Mittel müssen in den Haushaltsjahren 2020 bis 2024 bereitgestellt werden. Laut Bauamtsleiter Ewald Bley ist der neue Entwurf aber nicht mit dem ursprünglichen Plänen vergleichbar und gehe weit darüber hinaus.

Wie wirken sich die Maßnahmen aus?

Die Kläranlage, die derzeit einen Einwohnerwert (EW) – also den Wert, den ein Einwohner statistisch an organischen Verbindungen in das Abwasser abgibt inklusive der gewerblichen Klärung – von 29 400 hat, wird auf 44 000 EW erhöht. Damit ist sichergestellt, dass weitere Wohngebiete und auch Gewerbebetriebe angeschlossen werden können. Wie viele Gewerbebetriebe aufgenommen werden könnten, vermochte die Verwaltung nicht mitzuteilen, denn die Menge und die Belastung des Abwassers könnten nicht vorhergesagt werden. Der Heidemark-Nachfolger „G+G Convenience“ könnte angeschlossen werden, wenn das Unternehmen nicht mehr in die Kläranlage bei Goldschmaus einleiten könnte, antwortete Ewald Bley auf Nachfrage von Heinrich Behrens (BfG).

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In der aktuellen Planung wird wesentlich CO2 eingespart im Verhältnis zum Ist-Zustand. Stromkosten werden reduziert, da selbst Strom hergestellt wird auf der Anlage. Zudem wird sich die Klärschlammmenge um rund 25 Prozent reduzieren. Die Kosten für die Klärschlammentsorgung sinken, auch die -entwässerung kann günstiger geschehen.

Was genau soll gemacht werden?

 Eine neue Einlaufgruppe im Bereich des Faulturms soll errichtet werden. Die besteht aus einem Rechen, einem Sandfang und einem Fettfang. Damit werden frühzeitig Feststoffe entzogen, der Reinigungsaufwand wird minimiert. Kosten: rund 721 000 Euro.  Das Nachklärbecken verfügt derzeit über geringe Kapazitäten und ist in einem schlechten Zustand. Es soll mit einem Volumen von 1142 Kubikmetern neu gebaut werden, Kosten: rund 395 000 Euro.  In Zentrifugen soll der Klärschlamm entwässert werden. Das hatte bislang ein Dienstleister erledigt und dafür pro Jahr rund 200 000 Euro kassiert. Die Herstellung der stationären Entwässerung kostet rund 278 000 Euro und verursacht nur geringe Betriebskosten.  Ein bisherige Schlammlagerplatz muss überdacht werden, Kosten: rund 145 000 Euro.  Die Abluft der Kläranlage soll künftig durch einen Biofilter gereinigt werden, um der Geruchsbelästigung für die umliegende Wohnbebauung entgegenzuwirken, Kosten: 49 000 Euro.  Eine neue Werkstatt – bislang in einem Container untergebracht – wird errichtet, Kosten: rund 131 500 Euro.  Die Eisen-III-Dosierstation muss erneuert werden, Kosten: rund 161 500 Euro.   Rund 702 000 Euro sind für Rückbau- und Umbauarbeiten, Baustelleneinrichtung, Dokumentationen, Umbauprovisorien etc. einkalkuliert.  Honorare, Gebühren und Gutachten belaufen sich auf insgesamt rund 1,16 Millionen Euro.

Wirken sich die Investitionen auf die Gebühren aus?

Die Abwassergebühr wird nach Beendigung der Modernisierung vermutlich minimal steigen. Derzeit zahlen die Garreler 1,80 Euro je Kubikmeter Abwasser. Für die Neukalkulation werden nicht die Investitionskosten in die Kläranlage berücksichtigt, sondern die Kosten, die daraus entstehen. Der Personalaufwand wird gering ausfallen, die Stromkosten werden sinken, die Abschreibungen werden aber steigen.

Was sagte die Politik zu der Kostensteigerung?

Kein gutes Haar ließen die Kommunalpolitiker an dem Vortrag des Ingenieurbüros auf einer interfraktionellen Sitzung. Nachfragen seien nicht oder lapidar beantwortet worden, monierte Arnold Hannöver (BfG), Theo Kettmann (FDP) schimpfte, man sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Hannöver äußerte „arge Bauchschmerzen“ angesichts der Höhe der Investition. Ludger Tapken (CDU) betonte, die Bedenken verstehen zu können, aber: Es müsse nun gehandelt werden.

Gegen Kritik an der Verwaltung verwahrte sich Erster Gemeinderat Karl-Heinz Focken. Man habe stets für Transparenz im Verfahren gesorgt. Der Ausschuss votierte mit neun Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen für die Pläne.

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Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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