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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Schlachterei mit Geschichte

13.07.2019

Garrel Alles begann 1969 mit der Angst von Reinhold Kalvelage, dass die Forderung seines Höltinghausener Mischfutterwerkes nicht beglichen werden könne. Eine 1968 in Garrel gegründete Putenschlachterei hatte dort eine offene Rechnung. Bevor sie nicht mehr einzutreiben war, übernahm Reinhold Kalvelage 1969 ganz einfach die Schlachterei – und 1975 auch die Mehrheitsanteile – und widmete sich ab jetzt auch dem Putenmarkt.

Der aber war damals noch am Boden. Nebenan in Kartzfehn gab es eine größere Brüterei, die zwei Drittel der deutschen Putenküken erzeugte. Auch in Bösel und Nikolausdorf gab es kleine Brütereien.

Und Heidemark, wie Kalvelage später sein Unternehmen nannte, schlachtete einmal in der Woche Puten. Das reichte, um den Bedarf zu decken. Die Deutschen aßen über 40 Kilogramm Schweinefleisch, dann aber auch Rindfleisch, selten Geflügel, noch seltener Puten. Truthahnspezialitäten gab es in anderen Ländern, vor allem in den USA und Israel.

Das aber änderte sich. In Riesenschritten steigerte sich die Nachfrage nach Putenfleisch; vor allem die Mast der schweren Hähne wurde zu einem einträglichen Geschäft.

Nach der Wende änderte sich die Blickrichtung; manche Unternehmen suchten Partner: Nölke und Lethetal (mit Kartzfehn und mit Fleming &Wendeln, Garrel) wurden zu Velisco; Nölke wurde von Ulrich Wendeln übernommen. Kartzfehn verlagerte die Elterntierhaltung in die neuen Bundesländer; Heidemark schlachtete in Vahldorf (Sachsen-Anhalt).

Aber die Velisco-Putenschlachterei in Ahlhorn übernahm Heidemark, inzwischen von Bernd Kalvelage geführt. Mit der auf dem Hähnchenmarkt stark auftrumpfenden Rothkötter-Gruppe gab es zum gesteigerten Vertrieb und zur besseren Logistik zwischenzeitlich den Geflügelpartner.EU. 1993 hatte Heidemark schon die Eigenmast aufgenommen und 2002 erfolgte dann der Startschuss für die eigene Elterntier- und Kükenproduktion in eigenen Brütereien.

Greenpeace und Gewerkschafter erhoben zwischenzeitlich schwere Vorwürfe gegen Heidemark. Sie konnten entkräftet werden, führten aber zu Veränderungen der Unternehmensstruktur.

Nach und nach baute Heidemark sein Unternehmen in Ahlhorn aus. Alle Heidemark-Aktivitäten wurden aus Garrel ausgelagert und in Ahlhorn gebündelt. Das Bürogebäude in Garrel übernahm die Böseler Goldschmaus, die Produktion wurde reduziert.

Kürzlich hat Bernd Kalvelage (65) die nächste Generation herangeführt. Christopher Kalvelage (30) erhielt 76 Prozent von Heidemark, der jüngere Sohn Jan Bernd 24 Prozent des inzwischen größten Putenspezialisten in Europa. Beim 50. Unternehmensjubiläum übergab Bernd Kalvelage das Zepter an seinen Sohn Christopher.

Tochter Sarah Klostermann (27) baute mit Dr. Herbert Paschertz, einst Heidemark-Geschäftsführer, eine Convenience-Produktion auf. Snack-Foods werden von mittlerweile über 200 Beschäftigen durch die G + G Convenience in Garrel in der ehemaligen Heidemark-Produktionsstätte produziert; Vertrieb und Verwaltung erledigt die SK Meats GmbH, die ihren Sitz im ecopark in Emstek hat.

Die Nachfrage steigt auch hier; die Produktion muss ausgeweitet werden. In Garrel gibt es kein adäquates Grundstück; Molbergen stach Emstek bei der Suche nach dem ansprechenden Areal aus.

Das Gebäude in Garrel soll weiter genutzt werden, mindestens zwei Nachbarn aus der Schlachtbranche sind interessiert.

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