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Polizei gibt Entwarnung

NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Auf Appell folgt eine satte Mehrheit

08.05.2019

Garrel Den Spannungsbogen hätte sich ein Drehbuchautor nicht besser ausdenken können: Als am Montagabend auf der Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank Garrel die Verschmelzung mit der Volksbank Cloppenburg aufgerufen wurde, sah sich Vorstand Rainer Herbers veranlasst, nochmals und geradezu leidenschaftlich um Zustimmung zu werben, nannte die Zustimmung gar eine „moralische Pflicht“. Es wäre „grob fahrlässig“, die Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte nicht frühzeitig anzugehen. Und das könne nur mit der Verschmelzung gehen.

Verschmelzung

Vorausgegangen war diesem leidenschaftlichen Werben der Antrag auf geheime Wahl, den 25,69 Prozent (bei notwendigen 25 Prozent) unterstützten – und damit stieg die Nervosität, schließlich musste für die Fusion eine 75-Prozent-Mehrheit her. 238 Ja-Stimmen, 46 Nein-Stimmen und 13 Enthaltungen bedeuteten letztlich eine 83,8-prozentiges Plazet. Nun sind die Mitglieder der Volksbank Cloppenburg am Mittwoch aufgefordert, über die Verschmelzung zu entscheiden.

Das sind die Gründe

Die Vorteile des Zusammengehens hatte Herbers vorher dezidiert dargelegt und abermals klargestellt, dass beide Banken „kerngesund“ seien und auf Augenhöhe diesen Schritt gehen würden, der zu einer Verbesserung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit führen werde: Zunehmende Regulatorik, Herausforderungen der Niedrigzinspolitik, Digitalisierung. Konnte die Raiffeisenbank bislang höchstens rund elf Millionen Euro an Krediten ausgeben, ohne auf Kooperationen mit anderen Bankhäusern zurückzugreifen, werde künftig in der neuen „VR-Bank in Südoldenburg eG“ von Garrel aus über Kredite in Höhe von fast 24 Millionen Euro entschieden werden können. Dadurch seien schon jetzt neue Kontakte zu Unternehmen geknüpft worden.

Auch für Mitarbeiter gebe es künftig mehr Entwicklungsmöglichkeiten. „Kein Mitarbeiter wird fusionsbedingt seinen Arbeitsplatz verlieren. Jeder wird gebraucht“, versicherte Herbers, der deutlich machte, dass der juristische Sitz der neuen Bank in Garrel sein werde. Die übernehmende Bank allerdings ist die Volksbank Cloppenburg – an sie wird das Vermögen der Garreler Bank übertragen.

Das ändert sich

„Kein Kunde muss irgendetwas tun“, beruhigte Vorstand Ludger Ostermann. Zwar habe die neue Bank eine neue IBAN, aber die werde automatisch umgewandelt.

Die Mitgliederversammlung in dieser Form am Montagabend war allerdings auch die letzte: Denn künftig ersetzt diese eine Vertreterversammlung. Je 100 Mitglieder wird ein Vertreter gewählt – insgesamt somit rund 150 Vertreter, davon etwa 50 aus Garrel, die damit über eine Sperrminorität verfügten.

„Die Verschmelzung ist mit den Belangen der Mitglieder vereinbar“, lautete das Fazit des Prüfungsgutachtens für die Fusion, das Stefan Grüterrich vom Genossenschaftsverband Weser-Ems vortrug.

Als Aufsichtsratsmitglieder für die neue Bank wurden August Behrens – er war vorab für weitere drei Jahre in dieses Amt gewählt worden –, Heinz Otten und Dr. Clemens Hackstedt, die auch den Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Garrel bilden, gewählt. Vier weitere Mitglieder aus der Volksbank Cloppenburg sollen dann das Aufsichtsgremium vervollständigen.

Geschäftsjahr 2018

Dass die Fusion aus einer „Position der Stärke“ heraus geschehe, legte Ostermann zuvor im Jahresbericht der Raiffeisenbank dar: Die Bilanzsumme steigt um 44 Millionen Euro (11,1 Prozent) auf nunmehr 441 Millionen Euro. Zum Vergleich: Noch 2005 lag die Bilanzsumme bei 131,7 Millionen Euro. Die Zahl der Mitglieder wuchs in 2018 abermals von 4824 auf nunmehr 4878. Sie tragen ein Geschäftsguthaben von rund 3,1 Millionen Euro.

Erfreulich: Die Kundenkredite stiegen um etwa 47 Millionen Euro auf 401 Millionen Euro – und in den ersten vier Monaten dieses Jahres nochmals um etwa 24 Millionen Euro. „Außergewöhnlich hoch“, kommentierte Ostermann. Dadurch stieg auch der Zinsüberschuss (9 Millionen Euro). Der Provisionsüberschuss legt auf auf 2,2 Millionen Euro zu.

Ebenfalls stiegen die Kundeneinlagen: von 176,6 Millionen auf 188,4 Millionen Euro. In den ersten vier Monaten dieses Jahres reduzierten sich die Einlagen aber leicht auf 184 Millionen Euro.

Vom Bilanzgewinn in Höhe von 515 027 Euro erhalten die Mitglieder wieder eine Dividende von sieben Prozent (214 558 Euro). Der Rest geht in die Rücklagen. Aufsichtsrat Dr. Clemens Hackstedt sprach von einem „hervorragenden Ergebnis“ und dankte Vorstand und Team für die Arbeit. Auf solides Wachstum setzt der Vorstand auch in diesem Jahr, denn: „Langfristige Stabilität und Berechenbarkeit sind wichtiger als das Streben nach maximaler Rendite“, so Ostermann.

Die Raiffeisenbank-Stiftung hatte 2018 35 600 Euro an gemeinnützige Organisationen und Vereine ausgeschüttet, seit Gründung im Jahr 2000 sind das mittlerweile rund 500 000 Euro.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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