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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Als Verpachtungen noch selten waren

30.08.2019

Das Klosterleben in Bokelesch endete um 1587. Die Ländereien der Kommende wurden verpachtet. Wann die ersten Verpachtungen erfolgten, steht nicht fest. Doch wird angenommen, dass dieses nach 1549 geschah. Der Haupthof, der Wohnsitz des Komturs und seiner nächsten Untergebenen, war bereits vor 1588 verpachtet gewesen. Der 1587 noch anwesende Komtur scheint zudem noch eine kleine Selbstbewirtschaftung ausgeübt zu haben.

In dem Buch von Bernhard Regelmeier „Kommende Steinfurt“ steht dazu: „In den ersten Zeiten sind freie Verpachtungen wie auf Bokelesch um 1588 ganz selten. Im Allgemeinen waren die Hintersassen des Ordens Hörige oder Eigenhörige wie bei anderen Grundherren damaliger Zeit und verrichteten diese dann die Arbeiten der Komtureien. Auf Bokelesch bestand die Hörigkeit nicht. Deshalb waren die Bokelescher Pächter frei“.

In dem ältesten erhaltenen Pachtvertrag des Stadtarchivs in Burg Steinfurt vom 5. Dezember 1588, der über den Haupthof ausgestellt ist, ist angedeutet, dass bereits andere Landverpachtungen bestehen und dass der vorige Pächter dieses Ordensgutes gestorben ist.

Ordenshaus verpachtet

Der Pachtvertrag aus 1588 wurde abgeschlossen zwischen dem Komtur von Steinfurt, Alexander von Galen, und einem Bürger aus Meppen. Der Komtur verpachtete nach dem Buch von Regelmeier dieses Ordenshaus Bokelesch mit allem Zubehör, ausgenommen den Ländereien, die sich in anderer Leute Händen befanden, an einen Bürger aus Meppen auf 15 Jahre. Dieser verpflichtete sich, das Gut nach bestem Fleiß in Zimmerung, Gräben und dergleichen ordentlich zu unterhalten. Er durfte die Ländereien und Weiden, Fischereien und Jagd benutzen.

Joachim Bunger vom Bürgerverein Strücklingen arbeitet an einer Dorfchronik für Strücklingen. BILD: Sebastian Friedhoff

Autor dieses Beitrages ist Joachim Bunger. Er ist für das Infozentrum zuständig und schreibt in einer Serie zum 700-jährigen Bestehen Bokeleschs über den Ort. Im letzten Teil geht es um Verpachtungen.

Erhalten ist jedoch aus der ältesten Pachtzeit allein nur der Pachtstellenvertrag des Kommendegutes Bokelesch vom 5. Dezember 1580. Der Vertrag galt für 15 Jahre vom 23. April 1589 bis 1604. Außerdem wird von dem Pächter Rosken zu Ubbehausen zwischen 1590 – 1596 bei Willoh berichtet. Abgesehen von dem Pachtvertrag von 1588 und einem Vertrag aus 1643 finden sich Pachtverträge erst nach Beendigung des 30-jährigen Krieges.

Spärlich erhalten

Die Anzahl der Verträge aus der früheren Zeit ist entsprechend der kleinen Anzahl der Höfe nur gering und Verträge sind nur spärlich erhalten geblieben. Außer dem Kommendegut Bokelesch mit dem Sitz des Komturs sind anfänglich nur das Kommendegut Osterhausen und der Hof Ubbehausen nach den Niederschriften vom Orden verpachtet. Ursprünglich soll zu Ubbehausen ein zum Kloster gehöriges Fischerhaus gestanden haben. Aus diesem Fischerhaus entwickelte sich dann ein Pachthof.

Die Hauptursache für den ersten Hausbau zu Ubbehausen wird jedoch die Fähre gewesen sein. Durch die Fähre bestand hier die Verbindung mit Barßel, Detern und Stickhausen. Die späteren zahlreicher in Erscheinung tretenden Pachtstellen sind teils aus dem Verhältnis einer Heuerstelle der beiden großen alten Höfe Bokelesch und Osterhausen hervorgegangen und teils auch Teilungen oder neu eingerichtete Betriebe, die sich nach und nach zu ihrer heutigen Bedeutung entwickelten. Zweifellos wurde das gesamte Areal der Kommende Bokelesch noch um 1549 nur von zwei Höfen aus bewirtschaftet.

Die beiden Klosterhöfe älterer Zeit sind jedoch als größere Betriebe zu betrachten. Besonders dem Hofe zu Bokelesch standen sehr umfangreiche Viehweiden und Mähwiesen an der Sater Ems zur Verfügung, wodurch eine große Viehhaltung gewährleistet war. Hierdurch konnte auch eine entsprechende Ackerfläche genutzt werden. Hier aber war auch nach den urkundlichen Belegen ein Großbauernbetrieb entwickelt worden, der seinen Vorrang auch lange Zeit hindurch behauptet hat.

Visitationen alle 25 Jahre

Um den Zustand der Pachtbetriebe zu kontrollieren, wurden alle 25 Jahre Visitationen durchgeführt zwecks Überwachung der einzelnen Pachthöfe wie auch des gesamten Besitzes und zur Beseitigung von Verstößen gegen getroffene Vereinbarungen. Die Ländereien wurden in Augenschein genommen, jede Flur wurde protokolliert, die Gebäude besichtigt, Beanstandungen und Verbesserungen irgendwelcher Art, die Grenzen sowie der Befund jedes Pachthofes wurden in einer Niederschrift in Gegenwart von Zeugen aufgenommen.

Die Verwaltung der aus der Selbstbewirtschaftung des Ordens gebildeten Pachtstellen der Kommende Bokelesch erfolgte zunächst noch durch die Komture von Steinfurt und Münster, später jedoch durch münsterische Offiziere im Dienst und Auftrage des Ordens.

Die weite Entfernung der Verwaltung zu Steinfurt, Münster und andernorts machte eine örtliche Unterverwaltung unentbehrlich. In Anlehnung an die früheren Verhältnisse wurde hierfür die Instanz des Haupthofes unter der Bezeichnung „Schultenhaus“ von Schulte, Vorsteher, Verwalter somit Verwaltungshaus gewählt.

Über den Text

Der Text ist angelehnt an die Ausarbeitungen von Heinrich Schulte, Friesoythe 1951: „Saterland – Ein Land der

Friesen“ erschienen im Selbstverlag des Schulzentrums Saterland. Weitere Infos gibt es im Informationszentrum in Bokelesch, mittwochs bis sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr.

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