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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Gläubige nehmen Weihbischof ins Visier

31.12.2013

Cloppenburg 2013 – ein Jahr, das auch Weihbischof Heinrich Timmerevers wohl nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird. Der traditionelle Neujahrsempfang des Vechtaer Offizials am 5. Januar fiel ins Wasser, stattdessen stellte sich der Chef des Bischöflich Münsterschen Offizialats rund 1500 Menschen, die vor dem St.-Antonius-Haus friedlich gegen die seinerzeit im Raum stehenden Klinikschließungen in Emstek und Löningen sowie den drohenden Wegfall von 150 Arbeitsplätzen demonstrierten.

Noch nie in der Geschichte des Oldenburger Münsterlands ist ein kirchlicher Würdenträger von Teilen seiner Schäfchen so hart angegangen worden, wie Timmerevers in der schlimmsten Zeit der Klinikkrise. Katholiken, deren Eltern sich in Kindertagen noch aus Angst und Respekt vor dem Pfarrer teilweise in den Büschen versteckt hatten, marschierten mit Spruchbannern und Schildern vor den Amtssitz des Weihbischofs, um dessen Rede immer wieder mit Buh- und Zwischenrufen zu unterbrechen.

Nach der Krise um den ehemaligen Dechanten Alfons Kühling, die ja bekanntlich auf Grund von laufenden Prozessen immer noch schwelt, hat die Katholische Kirche im vergangenen Jahr auf einem zweiten Feld ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem dazubekommen. Viele Menschen trauen der Kirche als Arbeitgeber nicht mehr.

Weit verbreitet ist der Vorwurf an die Adresse von Timmerevers, sich zu wenig öffentlich zum Thema Klinik-Schließungen beziehungsweise zum Erhalt der Krankenhäuser geäußert zu haben. Zudem, so heißt es, habe sich der Weihbischof zu wenig vor Ort sehen lassen. Darüber hinaus gab es Kritik, Timmer­evers habe sich der Sorgen und Nöte der Menschen nicht persönlich angenommen.

Der Gescholtene räumte erstmals in seiner Rede am 5. Januar eigene Fehler ein: „Ja, obwohl mich die Krise sehr bedrängt. Ich verstehe, dass ich mich stärker hätte präsent machen müssen, um meine Solidarität auch konkret vor Ort zum Ausdruck zu bringen. Dies ist mir bewusst, und ich bedauere das. Diese Kritik nehme ich an. Da habe ich keine glückliche Hand gehabt.“

Mitte März 2013 stellte die Kirche dann rund 8,5 Millionen Euro durch die neu gegründete „Schwester-Euthymia-Stiftung“ für die Sanierung der KKOM bereit. Damit konnte das Versprechen, keine betriebsbedingten Kündigungen mehr auszusprechen, gehalten werden. Auf der anderen Seite musste der Klinik-Standort Emstek geschlossen werden – und der seinerzeit vereinbarte Umzug des Gemeindepsychiatrischen Zentrums Cloppenburg in die Räume des ehemaligen St.-Antonius-Stifts Emstek steht immer noch aus. Dieser soll nun Ende Januar in Teilen vollzogen werden. Den Anfang soll das so genannte Übergangswohnheim mit 30 Bewohnern machen.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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