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Denkmal: Großer Turm – kleiner Kasten

12.07.2013

Neumarkhausen 1911 begann die Elektrifizierung des Weser-Ems-Raumes. 1913 entschloss man sich für den Bau eines eigenen Elektrizitätswerkes in Friesoythe. Weil diese Anlage in den folgenden Jahren in ihrer Kapazität nicht mehr ausreichte, suchten die Friesoyther nach dem ersten Weltkrieg nach einer anderen Stromversorgung. In den Jahren von 1921 bis 1924 entwickelte sich die Stromabnahme im alten Amtsbezirk Friesoythe derart, dass eine „Überlandzentrale Friesoythe“ gegründet wurde, durch die 1923 zwei Hochspannungsleitungen im Amtsbezirk errichtet wurden. Der Strom wurde jetzt aus Wiesmoor bezogen und über die Station Ochholt an die „Überlandzentrale Friesoythe“ abgegeben. Für die Endversorgung mussten die Gemeinden oder Verbraucher selbst Sorge tragen. In vielen Orten des Bezirkes wurden Elektrizitätsgenossenschaften gegründet – so auch in Neumarkhausen, das zusammen mit Markhausen eine Genossenschaft bildete. Für die Versorgung der Höfe und Haushalte in Neumarkhausen entstand dort 1924 ein Transformatorturm. Bis 1990 war der Turm noch in Betrieb. Danach wurde das rote Ziegelsteingebäude unter Denkmalschutz gestellt. Begründung: „Durch die Stellung des Gebäudes im Dorf hat der Transformatorturm landschafts- und ortsbildprägenden Charakter und steht in enger Verbindung zur Ortsgeschichte der Bauerschaft Neumarkhausen“, so die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Cloppenburg.

Dass der Turm seinen Dienst bereits vor mehr als zwölf Jahren aufgegeben hat, wird bei einem Blick auf die Fassade deutlich. Mehrere Efeupflanzen ranken sich an dem Gebäude in die Höhe. Als Schutzhülle für einen Transformator dient der Turm schon lange nicht mehr – diese Aufgabe hat der kleine grüne Katen zu seinen Füßen übernommen.

Seit dem 9. Januar 1991 übernimmt der Transformator „An der Riede“ in Neumarkhausen die Aufgabe, die Haushalte mit Strom zu versorgen. Der flache viereckige Kasten erbringt eine Leistung von 400 Kilowatt. „Das entspricht einer Versorgungsleistung von etwa 80 Haushalten“, erklärt Wilhelm Hilwers von der EWE-Bezirksmeisterei in Friesoythe, die den Transformator betreut.

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Doch auch das Trafo-Haus in Turmform hat eine neue Aufgabe gefunden. Seit dem Neubau des kleinen Transformators hat sich der Ortsverein Neumarkhausen der Pflege des Gebäudes angenommen. „Wir nutzen das alte Trafo-Haus als Lagerraum für Gerätschaften sowie Tische und Stühle. Im oberen Teil haben wir zudem ein paar Eulenkästen aufgestellt“, erklärt Vorsitzender Norbert Schlangen.

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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