• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

79 Jahre ohne großen Luxus

02.10.2019

Harkebrügge /Hamburg Weder ein Ferrari, noch ein Porsche oder ein Lamborghini steht in der Garage des Hamburger Unternehmers und Eugen Block im Ortsteil Poppenbüttel. Auch hat er keinen Flieger oder gar ein Segelboot. Dabei könnte sich Hamburgs Steak-König allemal derartige Dinge der Schönen und Reichen leisten. Doch darauf legt Block, der in Harkebrügge zur Welt gekommen ist, aufwuchs und zur Schule ging, überhaupt keinen Wert.

Kein Luxus gewünscht

Zwar besitzt der Unternehmer eine Villa und eine Ferienresidenz an der Ostsee. Wenn er durch die Straßen Hamburgs fährt, sitzt er aber hinter dem Steuer eines älteren Modells der Mercedes B-Klasse. „Diesen ganzen Luxus brauche ich nicht. Schon immer war ich ein sparsamer Mensch und stecke mein Geld lieber in meine Unternehmen“, so Block. Im kommenden Jahr wird der Geschäftsmann 80 Jahre alt. Ans Aufhören denkt er aber noch lange nicht. „Meine Tugenden sind sturmfest, bodenständig und erdverwachsen. Tribute, die mir schon von meinen Eltern in die Wiege gelegt wurden“, sagt der 79-jährige Großunternehmer im Gespräch am Rande des Besuchs des Musikvereins Harkebrügge am vergangenen Wochenende in seinem Brauhaus „Blockbräu“ an den St. Pauli Landungsbrücken.

Harkebrügge im Herzen

„Ein Teil meines Herzens blieb immer an meinem Heimatort hängen, nicht nur wegen der Familie dort. Regelmäßig und vor allem gern komme ich allzeit wieder“, sagt Block. Damit verbindet er auch einen Wunsch: „Möge Harkebrügge immer eine Dorfkneipe haben“.

Für sein Lebenswerk hat er Harkebrügge aber verlassen müssen. Er schuf mehr als eine namhafte Restaurantkette und das Fünfsternehotel Grand Elysee im Stadtteil Rotherbaum an der Alster. Es ist der Lebensweg eines hanseatischen Unternehmers, den auch der Charakter seiner Heimat im Oldenburger Münsterland auszeichnet. 2400 Mitarbeiter, 66 Restaurants und ein Jahresumsatz in einer dreistelligen Millionenhöhe. Mit 79 Jahren ist der Senior längst im besten Rentenalter. Wenngleich er sich nach und nach aus dem operativen Geschäft der Block-Gruppe zurückgezogen hat, dirigiert er immer noch aus dem Hintergrund. Selbst einen Schlaganfall überwand er willensstark. Eugen Block ist nicht nur Unternehmer, er ist ein Phänomen in der Hansestadt.

Neue Restaurants

Alles, was er macht, ist durch und durch Eugen Block. Und er lässt nicht los. Zwei Block-House-Restaurants werden in Düsseldorf gebaut. Die Neueröffnung in ist für 2020 geplant. Zudem wird bereits am Schaalsee in der mecklenburgischen Stadt Zarrentin ein Hotel mit 130 Zimmern gebaut. Und Block schielt auch schon nach Berlin, wo ein Hotel aus dem Boden wachsen soll. „Wir wollen weiter wachsen“, schaut Block, der nach dem Willen der Mutter eigentlich Priester werden sollte, voraus. „Mein Vater hat gesagt: ,Wachstum muss sein. Aber nicht übertreiben. So wie ein Junge wächst.’“ Bei Block kann man auch von einem Patriarchen sprechen. Schnell macht er im Gespräch deutlich, dass er im Firmenimperium die Mehrheit und die Kontrolle behalten will. Er möchte die Kontrolle nicht abgeben, weil er das Wohl seines Lebenswerks nicht riskieren will. „Der liebe Gott hat mich so gebaut. Man sagt von mir auch, ich wäre ein ,Oldenburger Dickschädel’.“ „So ist mein Mann nun einmal. Den kann man nicht ändern“, wirft Ehefrau Christa ein, die alle Höhen und Tiefen ihres Mannes in all den Jahren mitgetragen hat. „Meine Frau Christa war das Beste, was mir passieren konnte.“

Nachfolge geregelt

Seine Nachfolge hat der strenge Katholik längst geregelt. „Das Unternehmen soll in Familienbesitz bleiben und in die dritte Generation geführt werden. Meine drei Kinder, Christina, Dirk und Philipp, erben jeweils 30 Prozent. Die restlichen zehn Prozent fließen in die Stiftung Block“, so Block.

Nur eine Bruchlandung erlebt der Unternehmer mit seiner Fluglinie. Die Flieger blieben letztlich am Boden, als das Unternehmen fast aufs Spiel gesetzt wurde. „Statt Easy Jet könnten meine Flugzeuge jetzt am Himmel zu sehen sein. Da werde ich doch wehmütig“, sagt Eugen Block.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.