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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Windpark Kammersand: Neues Streitthema „Infraschall“

03.04.2019

Harkebrügge /Lohhorst Enttäuschung. Wut. Hilflosigkeit. Das sind nur einige Gefühle der Menschen, die um den neuen Windpark Kammersand bei Harkebrügge wohnen. „Dieses ständige Rauschen. So laut, als wenn man denkt, da kommt jetzt ein Orkan an“, sagt Monika Oetje-Weber in einem Beitrag der Sendung „Markt“, der am Montagabend im NDR ausgestrahlt wurden. „Die Leute werden krank. Die kämpfen mit der Gesundheit, weil sie nachts nicht mehr schlafen können“, fügte Waltraut Frerichs, Mitglied im Rat der Gemeinde Barßel für die Gruppe Bürgerfraktion/Grüne und Anwohnerin an der Straße Kammersand, hinzu.

Was ist Infraschall?

Als Infraschall werden Schallwellen bezeichnet, die so tief sind, dass sie vom menschlichen Ohr nicht gehört werden können. Dafür müssen diese Schallwellen unterhalb einer Frequenz von etwa 20 Hertz (Hz) liegen.

Wo große Massen in Bewegung sind, entsteht der Infraschall. Auf natürliche Weise kann dieser durch Stürme oder Unwetter entstehen. Menschengemacht entsteht Infraschall unter anderem durch Waschmaschinen, Pumpen oder durch den Verkehr. Aber auch große Bauwerke, wie zum Beispiel Windkraftanlagen, können Infraschall erzeugen.

Die Anwohner fühlen sich im Stich gelassen. In dem Fernsehbeitrag richtet sich ihr Zorn gegen die Genehmigungsbehörde für den Windpark Kammersand, den Landkreis Cloppenburg. Das Stichwort in diesem Zusammenhang lautet „Infraschall“. Der nicht hörbare Schall (siehe Infobox) wird unter anderem durch Windkraftanlagen erzeugt. „Das Herz fängt an zu rasen. Ich werde von Übelkeit geplagt“, sagt Anwohnerin Inge Rowehl und meint damit unter anderem den Infraschall. „Bislang hat der Landkreis die Stärke des Infraschall noch nicht gemessen, dabei war das eine Auflage im Genehmigungsverfahren“, heißt es in dem NDR-Beitrag. Auf Nachfrage unserer Zeitung zeigt sich Landkreis-Pressesprecherin Sabine Uchtmann enttäuscht von dieser Aussage. „Der Windpark Kammersand ist erst seit Mitte/Ende 2018 im Regelbetrieb. Dieser ist erforderlich, um die Beurteilung tieffrequenter Umwelteinwirkungen vornehmen zu können. Es handelt sich somit keinesfalls um eine Messung, die noch ’nachzuholen’ ist“, stellt Uchtmann klar. Gleichzeitig müssen für eine solche Messung bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. „Eine solche Messung ist von einem anerkannten Schallgutachter vorzunehmen und kann nur bei entsprechenden Windverhältnissen durchgeführt werden. Die Abstimmung eines Messtermins setzt somit eine Windvorhersage mit den notwendigen Windverhältnissen voraus. Diese Messung ist noch nicht erfolgt, eine Terminabstimmung ist geplant“, so Uchtmann weiter.

Dass sich die Bewohner von der Politik im Stich gelassen fühlen, kann Windparkbetreiber Christoph Raming nicht nachvollziehen. „Uns hat der Landkreis bei den Planungen des Windparks sehr gepiesackt. Gründlicher kann eine Behörde gar nicht arbeiten. Seine Genehmigungspflicht als Behörde hat der Landkreis zu 110 Prozent erfüllt“, sagt Raming im Gespräch mit der NWZ. Raming kann aber auch verstehen, dass die Anwohner mit den Entscheidungen nicht zufrieden sind, doch nach einem so aufwendigen Genehmigungsverfahren sollten jetzt auch „Recht und Gesetz anerkannt werden“, so Raming.

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Ähnlich sieht das auch der Landkreis. „Sowohl das Verwaltungsgericht Oldenburg als auch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg haben in einem vorläufigen Rechtsschutzverfahren die erteilte immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Windparks bestätigt“, so Uchtmann. „Wenn so eine gerichtliche Entscheidung vorliegt, können wir auch nicht anders als dem Bauträger seine geplante Maßnahme zu genehmigen“, sagt die Kreis-Sprecherin.

Die geplante Messung eines Schallgutachters sollte bald Klarheit bringen. Im Beitrag des NDR haben die Anwohner zusammen mit Matthias Elsner, Landesvorsitzender der Initiative Vernunftkraft Niedersachsen, mit einem Messgerät mehrere Male festgestellt, dass der Grenzwert in Höhe von 60 Dezibel überschritten wurde.

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