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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Harkebrügger beteiligen sich am Insektenschutz

26.04.2019

Harkebrügge Es gibt immer weniger Wildinsekten – nicht nur in der Zahl, auch die Artenvielfalt nimmt ab, da ihnen immer weniger Nahrung und Lebensraum in der Kulturlandschaft zur Verfügung stehen. Sie sind bedroht durch den Verlust von Nischen, intensive Landwirtschaft, zu hohe Versiegelung und die Vergrasung von Wegrändern. Dabei haben bestäubende Insekten einen „hohen volkswirtschaftlichen Nutzen“. Das betonte Dr. Tatjana Hoppe vom Landvolkverband Ammerland nun im Pfarrheim in Harkebrügge in ihrem Vortrag zum „Insektenjahr 2019“. Harkebrügge beteiligt sich an der Aktion. Zur Auftaktveranstaltung hatten der Aktivkreis und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) eingeladen. Rund 60 Menschen nahmen teil.

„Das Insektensterben ist in aller Munde. Seit Jahren wird viel geredet, geforscht und geschrieben – über Ursache, Schuld und Wege aus der Insektenkrise. Das Insektensterben lässt uns auch nicht kalt und daher haben wir uns vom Aktivkreis entschieden, aktiv zu werden und uns am Insektenjahr zu beteiligen“, sagte der Zweite Vorsitzende Heinrich Block. Am Fuhrenkamp gebe es etwa eine Fläche von rund einem Hektar. Auf dieser Grünfläche soll eine blühende Landschaft mit Blühstreifen und -flächen entstehen.

Der Aktivkreis hofft, dass sich viele Naturfreunde an der Dorfaktion zum Insektenjahr beteiligen. Blühstreifen anlegen, noch mehr Rücksicht beim Pflanzenschutz und Zwischenfruchtmischungen an die Bedürfnisse von Insekten anpassen – mit recht einfachen Methoden könnten Wild- und Honigbienen geschützt werden. Doch die Vorgaben und der Kosten- und Arbeitsaufwand für die Landwirte seien nicht zu unterschätzen, so Hoppe. Auch der Nutzen sei nicht immer deutlich. Im Ammerland sei ein Projekt zum Bienenschutz mit Landwirten jedoch erfolgreich gelaufen.

Neben Artenschutz und Förderung der Artenvielfalt geht es ihr darum, für das Thema zu sensibilisieren und die Öffentlichkeit zu informieren. Nicht nur Blühflächen auf dem Acker, auch Randstreifen von Feldern oder Wegränder können besser genutzt werden. Wertvolle Tipps gab es zur Aussaat und zu verschiedenen Blühmischungen.

„Es ist alles schön und gut. Aber wir brauchen Flächen, auf denen wir Blühstreifen und -flächen anlegen können. Das ist derzeit noch ein Manko“, betonte Rudi Schulte, Leiter des Hegerings Barßel. In den einzelne Revieren sei man schon bemüht, Wildacker und Blühflächen auf eigene Kosten anzulegen. Laut Hans Eveslage, Vorsitzender der Stiftung Dorfgemeinschaft Harkebrügge, sollen bald auf der Fläche beim Heimathaus Anpflanzungen vorgenommen und Flächen geschaffen werden.

In der Diskussion wurde deutlich, dass viele Landwirte mehr für Artenschutz tun würden, wenn sie nicht mit Forderungen überfrachtet werden. Bauern und Grundstücksbesitzer sollten informiert werden. Dann werde aus strikten Vorgaben ein sinnvoller Leitfaden.

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