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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Hohe Nitratbelastung in Nikolausdorf

02.03.2017

Garrel Nach der Frostperiode können die Landwirte jetzt wieder ihre Gülle auf die Felder bringen. Güllen und hohe Nitratwerte – das gehört für viele zusammen. Die NWZ erklärt die Situation.

Wie kommt Nitrat ins Grundwasser?

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) sieht eine Hauptursache für die hohen Nitratwerte in den oberflächennahen Grundwassermessstellen im Nährstoffüberschuss durch Gülle und Gärreste. „Pflanzen und der Boden können Nitrat nur begrenzt aufnehmen und abbauen“, so OOWV-Sprecher Gunnar Meister. Der Biogas-Boom seit 2006 mit zusätzlichen Gärresten verschärft die Situation auf den Feldern und führt zu steigenden Nitratwerten.

Wie ist die Nitrat-Situation in Garrel ?

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (kurz NLWKN) betreibt drei Grundwassermessstellen in der Gemeinde Garrel: Sorge bereitet nach Auskunft des NLWKN vor allem Nikolausdorf: „Die Nitratbelastung ist dort erheblich“, teilte Pressesprecherin Herma Heyken auf Nachfrage der NWZ mit. Dort war 2015 eine neue Messstelle gebohrt worden. Lag der Wert im alten Brunnen im Jahre 2010 bei 270 Milligramm pro Liter Wasser, wurden im Oktober 2016 an der neuen Messstelle sogar 324,04 Milligramm gemessen. Neu gebohrt worden war, weil es an der alten Messstelle zu sehr großen Schwankungen der Werte gekommen war. „In der neuen Messstelle werden die sehr hohen Nitratgehalte der ersetzten Messstelle bislang bestätigt.“

Erfreulich dagegen: In Varrelbusch schlägt sich der Nitratwert mit 29 mg/l nur noch gering nieder. In den vergangenen zehn Jahren sei der Wert von mehr als 200 mg/l gesunken. In Garrel-Süd liegt der Wert unter der Bestimmungsgrenze.

Die Nitratwerte der Messstelle Thülsfelde, die dem OOWV gehört, schwanken auf einem hohen Niveau zwischen etwa 140 bis 250 mg/l zuletzt.

Wie ist die Lage im Landkreis Cloppenburg?

Der OOWV betreibt im Landkreis Cloppenburg in den Wasserschutzgebieten 70 oberflächennahe Messstellen mit einer Tiefe von bis zu 20 Metern. In 44 Messstellen liegt der Wert unter dem gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser. In 26 Messstellen wird der gesetzliche Grenzwert überschritten – 37 Prozent. Davon weisen 14 Messstellen einen Nitratwert von mehr als 100 mg/Liter auf, teilte der OOWV auf Nachfrage mit. Die Situation ist im Südoldenburgischen durch die sandigen, durchlässigen Böden größer als etwa in Ostfriesland, wo das Grundwasser unter Deckschichten wie Lehm und Ton vor Nitrat geschützt liegt.

Ist auch das Trinkwasser betroffen?

Man muss strikt zwischen dem Grund- und Trinkwasser unterscheiden. Unser Trinkwasser ist von bester Qualität und unterliegt strengen Kontrollen. Die Nitratwerte im Trinkwasser des Wasserwerks Thülsfelde bewegen sich nach Angaben des OOWV mit 0,24 mg/l weit unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes von 50 mg/l. Damit das so bleibt, dürfen die teils hohen Nitratwerte aus dem jungen, oberflächennahen Grundwasser nicht die tiefer gelegenen Brunnen erreichen. Es besteht die Gefahr, dass die Nitratüberschüsse mit der Zeit in das tiefere Grundwasser wandern und dann Förderbrunnen betreffen.

Was kann gegen die hohen Werte getan werden ?

Die Düngeverordnung ist das wichtigste Regelwerk für den Grundwasserschutz. Einer Verschärfung hatte das Bundeskabinett bereits zugestimmt, Ende März soll der Bundesrat die Verordnung verabschieden. Politiker und auch der OOWV sehen die Notwendigkeit strengerer Regeln. Weitreichende Folgen in allen Bereichen hat die Novelle, auch die Zeiträume, in denen keine Düngemittel ausgebracht werden dürfen, verlängert sich. Landwirte befürchten mehr Bürokratie und harte Auflagen.

Der OOWV kooperiert bereits mit Landwirten in den Wasserschutzgebieten. Diese wirtschaften auf freiwilliger Basis nach besonderen Regeln des Grundwasserschutzes. In freiwilligen Vereinbarungen beteiligen sich Landwirte an Schutzmaßnahmen für das Grundwasser.

Das hat in der Vergangenheit bereits zu Erfolgen geführt. Im Wasserschutzgebiet in Holdorf etwa ist der durchschnittliche Nitratwert im oberflächennahen Grundwasser von 87 Milligramm pro Liter in den 1990 Jahren auf 34 Milligramm pro Liter in 2016 gesunken.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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