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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

„Das ist sehr merkwürdig und stinkt gewaltig“

05.09.2017

Kamperfehn „Das alles ist sehr merkwürdig und stinkt gewaltig.“ So schildert Olaf Honnef seine Sicht der Dinge. Der Kamperfehner veranstaltet seit 2012 immer am 3. Oktober den Fehn-Flohmarkt in Kamperfehn. Aus zunächst kleineren Anfängen entwickelte sich entlang des Elisabethfehnkanals innerhalb von fünf Jahren eine Veranstaltung mit über 300 Ständen auf einer Länge von rund zwei Kilometern und bis zu 15.000 Besuchern. Damit ist jetzt aber Schluss. Die Stadt Friesoythe wird den Fehn-Flohmarkt am 3. Oktober nicht genehmigen. Eine Entscheidung, die Honnef nicht nachvollziehen kann.

Nachricht am Telefon

2012 erhielt der Flohmarkt-Veranstalter eine Festsetzung für den Spezialmarkt am Tag der deutschen Einheit, ausgestellt von der Stadt Friesoythe. Fünf Märkte lang ging das gut. Niemand schien etwas dagegen zu haben. Ihm wurde auch immer die behördliche Erlaubnis erteilt, die Straßen mehr als verkehrsüblich in Anspruch nehmen zu dürfen. Doch vor wenigen Tagen – keine fünf Wochen vor der Veranstaltung – wurde Honnef telefonisch mitgeteilt, dass der Fehn-Flohmarkt nicht mehr an diesem Tag stattfinden dürfe.

Die Stadt bezieht sich mit ihrer Absage auf das Niedersächsische Feiertagsgesetz. Hierin ist geregelt, dass „öffentlich bemerkbare Handlungen, die dem Wesen der Sonn- und Feiertage widersprechen, verboten sind“. Und zu diesen Handlungen gehören auch Floh- und Spezialmärkte, die „vom Abschluss von Erwerbsgeschäften geprägt sind und daher werktäglichen Charakter haben“.

Diese Rechtssprechung ist keineswegs neu. Das Gesetz gibt es schon seit über 20 Jahren. Die Flohmärkte wurden bislang aber allesamt akzeptiert, und Sondergenehmigungen wurden bis auf Widerruf erteilt. Ab diesem Jahr setzt die Kommune das Feiertagsgesetz aber konsequent um.

Das bekam schon Erwin Peters mit den Flohmärkten auf dem Hof Peters in Ellerbrock zu spüren. Der Sonntag ist dort seit Anfang des Jahres tabu. Und auch die Flohmärkte, die sonst auf dem Famila-Gelände in Friesoythe stattfanden, gibt es nicht mehr. Als Stadtverwaltung sei man an Recht und Gesetz gebunden, teilte Bürgermeister Sven Stratmann bereits im April diesen Jahres auf Anfrage der NWZ mit, als es in der Berichterstattung um das Sonntagsverbot auf dem Hof Peters ging. Als Stadt dürfe man sich nun mal nicht einfach über die Rechtslage hinwegsetzen. Gleiches gelte jetzt für den Fehn-Flohmarkt in Kamperfehn.

Dorfzusammenhalt

Das wiederum bezeichnet Honnef als „Hohn“. Denn während ringsum Friesoythe Flohmärkte an Sonn- und Feiertagen stattfinden würden, sei die Stadt Friesoythe derzeit die einzige Kommune, die keine Sondergenehmigungen mehr erteilen würden. Diese Ungleichbehandlung könne er nicht nachvollziehen. Zwar sei die Stadt aus juristischer Sicht im Recht, doch dann müsse auch gleiches Recht für alle gelten.

„Das ist wirklich schade. Ich bedaure es sehr, dass der Fehn-Flohmarkt, der ohne Neuware auskommt, nicht mehr stattfinden kann“, sagt Olaf Honnef, der den 3. Oktober als Veranstaltungstag für alternativlos hält. „Es hat doch alles gut funktioniert“, sagt der Veranstalter, „alle Anwohner waren dafür.“ Er habe von allen 56 Anwohnern, die auf der Ostseite des Kanals wohnen und somit unmittelbar vom Flohmarkt betroffen waren, Unterstützung bekommen. Er danke allen, die mitgemacht haben, besonders den Pfadfindern und der Kirchengemeinde. „Wir haben hier etwas zum Dorfzusammenhalt geschaffen“, ist Honnef überzeugt. Das sei nun leider vorbei.

Carsten Bickschlag
Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2900

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