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Nach Ende des Streiks weiter massive Einschränkungen
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Aktualisiert vor 7 Minuten.

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Nach Ende des Streiks weiter massive Einschränkungen

NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Darum scheiterte die Fusion mit der EW Group

09.10.2018

Kartzfehn Der aus einem Anwalt, einem Steuerberater und Mitgliedern der Eigentümerfamilie von Kameke bestehende Beirat des in Bösel ansässigen Moorgutes Kartzfehn – letztlich ein Gesellschafter-Gremium – wird bald die Suche nach einem weiteren Geschäftsführer in die Wege leiten. Eigentlich wollte diese Aufgabe der neue Eigentümer – die EW Group des Erich Wesjohann oder eine von ihr beeinflusste Gesellschaft – übernehmen, doch nach dem Abbruch der Fusionsverhandlungen wird in Kartzfehn beim mit jährlich fast 40 Millionen ausgebrüteten Küken größten deutschen Putenvermehrer alles wieder auf Null gestellt.

Geschäftsführer Heinz Bosse (Garrel) wird nach vorne rücken; ein neuer Geschäftsführer soll kommen. „Gesucht wird eine externe Lösung“, sagte Kartzfehns Pressesprecher Thorsten Mahlstedt.

Derweil wird in der Geflügelszene und in Unternehmerkreisen immer noch über den Sinneswandel bei den Fusionsbestrebungen gerätselt.

Im Mittelpunkt steht dabei die EW Group von Erich Wesjohann (Visbek). Die hatte schon vor Jahren das Potenzial erkannt, das in ihren genetischen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten liegt, und die ursprüngliche Legehennenzucht bei der vor 20 Jahren übernommenen Lohmann Tierzucht (Cuxhaven) im Laufe der Zeit systematisch um die Puten-, Broiler- und Fischzucht erweitert.

Die züchterischen Spitzenleistungen auf einem Gebiet ermöglichen es, über gentechnische Spezialkenntnisse in andere Tierbereiche zu diversifizieren. Mästern und Eierproduzenten konnte so ein Gesamtangebot vorgelegt werden. Dieses erweiterte Angebot unterstützte das Ziel der EW Group, in allen Bereichen die tierzüchterische Weltmarktführerposition zu erreichen.

Paul Wesjohann hatte die Chance einer vorgelagerten Geflügelzucht nach der Verbindung mit dem Züchter Lohmann erkannt. Sein Sohn, Erich Wesjohann, baute die Tiergenetik in der EW Group weiter aus, erwarb 100 Prozent von Lohmann, Aviagen (die zuerst Kartzfehn übernehmen wollte), Hy-Line International und von Fischzuchtunternehmen. Über die Konzentration ihrer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf das Spezialgebiet Tiergenetik wurde die EW Group Qualitätsführer und mit ihren Zuchterfolgen Weltmarkführer bei Legehennen, Puten, Broilern und Lachsen.

Die EW Group ist führend in der aktuellen Genetik der Geflügelindustrie. Über die Beteiligung am Niederländer Plukon, mit 1,7 Milliarden Euro Umsatz einer der größten Geflügelfleischproduzenten Europas, wurde viel spekuliert; es sollte anfangs nur ein kurzzeitiges Engagement sein. Die Übernahme des Moorgutes Kartzfehn hätte große Anteile auch bei den Putenbrütereien gesichert. Die horizontal starke Stellung in der Genetik quer durch die Geflügelzucht wäre ergänzt worden um den Ausbau in der vertikalen Ebene der Putenindustrie. Das wird das Kartellamt recht kritisch gesehen haben, heißt es.

Auf der anderen Seite war vor fast einem Jahr mancher Putenmäster erleichtert, dass nicht der auf Putenfleisch spezialisierte Vermarkter Heidemark oder die PHW Gruppe der Erwerber der Anteile am Moorgut Kartzfehn war. Die PHW-Gruppe ist im Geflügelfleischbereich schon klar die Nummer eins, hat auch Puten-Brütereien in Rechterfeld und Cloppenburg, schlachtet unter anderem in Wildeshausen Puten. Und Heidemark schlachtet auch in Ahlhorn, hat Puten-Brütereien in Höltinghausen, produziert in Konkurrenz zu den Kartzfehner Brütereien in Wiefelstede und Kartzfehn aber auch in den Thole-Brütereien in Bösel und Steinhagen-Brockhagen (Westfalen) Millionen Putenküken.

Die Küken-Auswahl der Mäster wäre geringer gewesen. Jetzt bleibt – vorerst – das Standbein der selbstständigen vom Moorgut Kartzfehn beherrschten Brütereien.

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Plukon | Heidemark | Moorgut Kartzfehn | PHW-Gruppe

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