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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Kaufleute mit kritischem Blick nach vorn

28.03.2014

Friesoythe Online-Riesen wie Amazon oder Zalando machen dem Einzelhandel vor Ort immer schwerer zu schaffen. Das sehen auch der Vorsitzende des Friesoyther Handels- und Gewerbevereins, Thomas Slaghekke, sowie sein Stellvertreter Markus Block so. Dabei habe die Stadt Friesoythe großes Potenzial, um die Kunden vom heimischen Computer in die Geschäfte zu locken. Um das zu beweisen, unternehmen die beiden zusammen mit der NWZ  einen Stadtbummel durch Friesoythe – mit durchaus auch kritischem Blick.

Die Tour startet am Kreisel an der B 72. Der Blick fällt zuerst auf das Famila-Gebäude. „Dadurch hat die Stadt ein ganz anderes und einladendes Bild bekommen. Das passt“, sagt Block. Andere Unternehmen, und da zeigt Block auf Lidl, die auf der anderen Straßenseite derzeit einen neuen Markt bauen, würden genau registrieren, wie positiv sich die Stadt entwickle. „Es tut sich was im Ort. Das zeigt, dass Friesoythe als Wirtschaftsstandort interessant ist“, ergänzt Slaghekke.

Der Weg führt weiter über die Moorstraße. Geschäftiges Treiben. Viel Verkehr. Ein neues Wohn- und Geschäftshaus direkt an der Soeste fällt besonders positiv ins Auge. „Es ist immer gut, wenn Leute den Mut haben, in Gebäude und Geschäfte zu investieren“, sagt der HGV-Vorsitzende und meint damit unter anderem ein Modegeschäft an der Lange Straße, das umgebaute Kaufhaus an der Bahnhofstraße oder auch eine Bank an der Kirchstraße. Das werte das Erscheinungsbild der Stadt extrem auf. Dieser Meinung ist auch Block, der gleichzeitig aber auch bedauert, dass einigen Kaufleuten der Mut, ins Geschäft zu investieren, leider fehle.

Gute Ideen

An der Kreuzung in der Innenstadt angelangt, dreht sich das Gespräch sofort um das geplante Innenstadtkonzept. Dieses sieht einen verkehrsberuhigten und barrierefreien Umbau des Ortskerns vor. „Da sind einige gute Ideen dabei. Wir vom HGV unterstützen daher das Konzept“, sagt Slaghekke. Beide sind sich einig, dass zuerst die Kreuzung saniert werden müsse. Ampeln weg, Schilder weg, das würde den Verkehrsfluss entschleunigen. Außerdem müsste die Kreuzung so gestaltet werden, dass sie optisch als zentraler Platz wahrgenommen werde. Auch die Einbindung der Soeste habe durchaus seinen Reiz. Von der Ortsmitte aus könnten dann nach und nach die Geschäftsstraßen saniert werden. Nicht ganz einig sind sich die HGV-Vorsitzenden in Sachen Parkplätze. Während sich Slaghekke durchaus vorstellen könnte, für die Steigerung der Attraktivität der Innenstadt auf den ein oder anderen Parkplatz zu verzichten, kommt dies für Block eher nicht in Frage. Sein Motto: „Kurze Wege für die Kunden.“

Die beiden schauen die Lange Straße/Bahnhofstraße hinunter. Sie lächeln. „Kaum ein Bereich hat sich in den letzten fünf Jahren so positiv entwickelt wie der Teil zwischen Kirche und Europaplatz“, sagt Block. Diese Entwicklung spüre man vor allem daran, dass es kaum Leerstände gebe, sagt Slaghekke, lobt die Sortimentvielfalt in der Stadt und zeigt auf die vielfältigen Geschäfte in den Straßen.

Dann wird Kritik laut. Es geht um einheitliche Öffnungszeiten. Die gibt es in Friesoythe bisher nicht. „Wir würden uns das aber wünschen und kämpfen dafür“, sagt Block. Der Kunde dürfe sich schließlich keine Gedanken darüber machen, wann Geschäft X oder Y auf habe. „Solch eine Unwissenheit hält Kunden zu Hause“, ist Block überzeugt. Er könne sich vorstellen, eine Kernzeit einzuführen – etwa von 10 bis 19 Uhr. Er weiß aber auch, dass diese Idee längst nicht von allen HGV-Mitgliedern geteilt wird. Die Umsetzung sei daher schwierig und langwierig.

Aber auch ohne einheitliche Öffnungszeiten müssten die Kunden schnell und zuverlässig über die Öffnungszeiten der Friesoyther Geschäfte informiert werden. Das gehe vor allem durch einen gemeinsamen Internetauftritt der Kaufleute. Im Rahmen des Wettbewerbes „Ab in die Mitte“ arbeite der HGV derzeit an einem solchen Überblick. Jedes Geschäft soll sich vorstellen können. Mögliche Inhalte der einheitlichen Präsentation: Was wird geboten, wo befindet sich das Geschäft, wie sieht es von außen aus, wann hat es geöffnet.

Baumarkt etabliert

Weiter geht es über die Kirchstraße in Richtung Grüner Hof. Auf der Kirchstraße fallen die sehr engen Fuß- und Radwege auf. „Das geplante Verkehrskonzept würde der Straße sehr gut tun“, sagt Block. Die beiden bleiben vor einem ehemaligen Schuhgeschäft stehen, das jetzt leer steht. „Ein neues Wohn- und Geschäftshaus würde die Straße sehr beleben“, sagt Slaghekke. Man habe zwar von einem möglichen Investor gehört, doch im Moment sei es diesbezüglich sehr ruhig geworden. Block: „Ich bin da aber sehr optimistisch.“

Die HGV-Vorsitzenden überqueren die Bahnschienen am Grünen Hof. Eine Reaktivierung der alten Bahnstrecke durch den Ort sehen sie als nicht problematisch an. Der Stadtbummel endet beim Kreisel Grüner Hof. Dort ist ein Baumarkt gebaut worden, der seitens des Handels- und Gewerbevereins lange Zeit sehr kritisch gesehen wurde. Nicht aber von Slaghekke und Block. „Der Markt war notwendig und hat sich etabliert“, sagen beide. Das weitere Areal rund um den Kreisel sei auch durchaus entwicklungsfähig. Es dürfe aber kein Angebot entstehen, das innenstadtrelevant sei, erinnert Block an ein Gutachten zur Innenstadtentwicklung.

Carsten Bickschlag
Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2900

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