• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Schornsteinfeger: Kehrbezirke im Kreis werden neu vergeben

10.01.2014

Nordkreis Der Schornsteinfeger gilt ja gemeinhin als Glückssymbol, den schwarz-gekleideten Mann mit der Hand zu berühren, lässt sich mancher nicht nehmen. Für einen Schornsteinfeger bedeutete es früher Glück und ein relativ sorgenloses berufliches Dasein, einen Kehrbezirk zugewiesen zu bekommen. In diesem Jahr werden im Landkreis Cloppenburg 14 der insgesamt 18 Kehrbezirke neu vergeben, darunter alle sieben im Nordkreis des Landkreises, informierte auf NWZ -Nachfrage Kreis-Pressesprecher Frank Beumker. Seit 2010 muss jeder freiwerdende Bezirk alle sieben Jahre neu ausgeschrieben werden. Für Bezirksschornsteinfeger galt ein Bestandsschutz bis 2014. Der läuft in diesem Jahr aus.

Die Bewerbungen um die Bezirke müssen die Schornsteinfeger mit entsprechender Qualifikation – sie müssen die Meisterprüfung zum Schornsteinfeger abgelegt haben – in diesem Jahr bei der Kreisverwaltung abgeben. Unklar ist nach Angaben von Kreis-Pressesprecher Beumker aber noch, wie die Ausschreibungsmodalitäten laufen sollen – etwa ob die Kehrbezirke in Gänze oder jeder einzeln ausgeschrieben werden kann.

Die bisherigen Bezirksschornsteinfeger, die heute als bevollmächtigte Schornsteinfeger bezeichnet werden, stehen vor ungewisser Zukunft – so auch Wilfried Schlömer aus Bösel, der im Gebiet Cloppenburg II, das den südlichen Teil der Stadt umfasst, kehrt. Auch er wird eine Bewerbung um seinen bisherigen Kehrbezirk beim Landkreis einreichen müssen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Als bevollmächtigter Schornsteinfeger kommen auf Schlömer und die Kollegen besondere „hoheitliche Aufgaben“ zu. So muss er in sieben Jahren zweimal die Feuerstättenschau vornehmen, der Bevollmächtigte führt das Kehrbuch – in dem Dokument werden die gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfungen der Heizanlage dokumentiert. Neue Öfen können auch nur Bevollmächtigte abnehmen.

„Wer gedacht hat, er ist mich mit dem Wechsel des Schornsteinfegers los, sieht sich getäuscht“, sagt Schornsteinfegermeister Wilfried Schlömer mit einem Schmunzeln. Denn obwohl seit Anfang 2013 die freie Wahl des Schornsteinfegers gilt – dazu hatte die EU-Kommission Deutschland nach einem Vertragsverletzungsverfahren aufgefordert –, kann der Hausbesitzer nur wiederkehrende Aufgaben wie Immissionsmessungen oder die Säuberung des Schornsteins frei vergeben.

                                                                                                                                                                             Jetzt, ein Jahr nach dem Ende des Monopols auf den Dächern, kann Wilfried Schlömer kaum weniger Kunden verzeichnen. „Nur wenige“ seien zu anderen Schornsteinfegern gewechselt, und die, so glaubt Schlömer, würden wieder zurückkehren, wenn hoheitliche Aufgaben anstünden.

Seit 14 Jahren führt Hans-Martin Schütte aus Scharrel den Bezirk Barßel II, der vom südlichen Barßel bis an die Thülsfelder Talsperre reicht. Mehr Konkurrenz auf den Dächern fürchtet er nicht, sagt Schütte. Durch die Öffnung im vergangenen Jahr habe er „vier bis fünf“ Kunden verloren, aber ebenso viele hinzugewonnen. Denn wenn längere Anfahrten bezahlt werden müssten, seien günstigere Preise kaum zu realisieren.

Die Aufgaben des Schornsteinfegers hätten sich aber wesentlich verändert, sagt Schütte. Regelmäßige Weiterbildungen seien Pflicht.

Zum ersten Mal bewerben für seinen Kehrbezirk Bösel muss sich auch Bernhard Jakobi aus Strücklingen, der in Bösel seit 14 Jahren die Kamine kehrt. Den Bezirk nicht wieder zu bekommen, wäre schon ein herber Rückschlag, gibt er zu, sagt aber: „Ich habe in den vergangenen Jahren alles getan, um genügend Punkte zu sammeln.“ Je mehr Qualifizierungspunkte, die etwa für Weiterbildungen oder die Tätigkeit als bevollmächtigter Schornsteinfeger vergeben werden, desto größer die Chance, den Kehrbezirk wieder zu erhalten.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04491 9988 2901
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.