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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Gesundheit: Keine Apotheke für Scharrel in Sicht

24.04.2012

SCHARREL Scharrel hat vieles: zwei Tankstellen, eine Kirche, eine Allgemeinmedizinerin, sogar einen Dönerimbiss gibt es im Dorf. Was Scharrel dagegen nicht hat, ist eine Apotheke. Dabei waren die Räumlichkeiten einst vorhanden. In Toplage an der Hauptstraße 325, neu gebaut und direkt neben der Hausärztin, so dass Patienten mit ihrem Rezept nur kurze Wege zurücklegen mussten, um an ihr Medikament zu gelangen.

Problem für Senioren

Mit diesem Teil der medizinischen Nahversorgung war im Juni 2011 Schluss, als der dritte und letzte Apotheker Dietmar Bohlmann den Standort Scharrel aufgab. „Wirtschaftliche Gründe haben da ebenfalls eine Rolle gespielt“, sagt Dietmar Bohlmann. Seitdem müssen die Bewohner jedes Mal nach Sedelsberg oder Ramsloh fahren, um ihre Rezepte einzulösen. Strücklingen scheidet aus: Wie in Scharrel existiert dort keine Apotheke.

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Für die Bewohner ist es ein Verlust, den sie damals zähneknirschend akzeptieren mussten: „Gut ist das nicht für unseren Ort. Wer keinen Führerschein besitzt, hat ein Problem“, sagt etwa Wolfgang Sibum, Kassierer im Bürgerverein. Er denke da vor allem an die älteren Menschen, für die Ramsloh oder Strücklingen bereits eine Entfernung darstelle.

Hausärztin Hannelore Becker – sie eröffnete ihre Praxis zeitgleich mit der ersten Apotheke – bedauert den Weggang ebenfalls : „Klar, als Praxisinhaberin würde ich es durchaus begrüßen, eine Apotheke im Ort zu haben.“

Saterlands Bürgermeister, Hubert Frye hat die Apothekenentwicklung in Scharrel mitverfolgt. Er sagt: „Jeder Weggang von Infrastruktur im Nahversorgungsbereich ist für die Menschen ein Schnitt.“ Er sagt aber auch: „Wie jedes Unternehmen muss eine Apotheke wirtschaftlich betrieben werden. Das war hier offensichtlich nicht der Fall.“

Frye hegt nicht die Hoffnung, dass sich die Situation für die Scharreler zum Positiven wende. Zwar könnte er sich rein theoretisch vorstellen, eine Anzeige zu schalten, um einen Apothekennachfolger zu suchen. Aber: „Drei Apotheker haben bereits aufgegeben. Bei dieser Ausgangslage lässt sich wohl kaum noch jemand motivieren, hier zu investieren.“

Der Eigentümer der Immobilie – er möchte namentlich nicht genannt werden – hat dagegen seine Konsequenzen gezogen. „Seit einem Jahr suche ich einen Nachmieter für die Apotheke – ohne Erfolg. Jetzt ist Schluss“, kündigt er auf Nachfrage der NWZ  an. Auf eigene Kosten habe er die Räumlichkeiten in zwei Privatwohnungen umbauen lassen.“ Der erste Mieter sei bereits eingezogen.

Täglich Insolvenzen

Über die Gründe, warum das Geschäftsmodell einer Apotheke in Scharrel gescheitert ist, herrscht Unklarheit. Bernd Roder, der eine Apotheke in Bösel betreibt, hatte es als zweiter Betreiber mit einer Filiale in Scharrel versucht. Wirtschaftliche Gründe seien es nicht gewesen, die ihn zum Aufgeben veranlassten, wohl aber die Entfernung. „Der Weg von Bösel nach Scharrel war mir auf Dauer zu weit.“ Zusätzlich weist Roder auf die verschlechterten Rahmenbedingungen für Apotheker im Allgemeinen hin. „Durch den Medikamentenverkauf im Internet hat sich die Situation verschärft.“ Tagtäglich müssten bis zu zwei Apotheker in Deutschland Insolvenz anmelden. Nicht nur auf dem Land, auch in der Stadt habe der Druck massiv zugenommen.

NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv

Mirja Zipfel Friesoythe / Redaktion Münsterland
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