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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Kelle kratzt an der Geschichte

19.06.2012

CLOPPENBURG Es ist ein buchstäblich dreckiger Job, den der Archäologe Dirk Dödtmann in der Cloppenburger Innenstadt verrichtet. Am Montagmorgen sah man den freiberuflichen „Ausgräber“ im strömenden Regen Schutz suchend über die Sandfläche auf dem LzO-Platz flitzen, bevor er nach dem kräftigen Gewitter wieder in den schlammigen Boden stieg. Und der hielt am Montag einiges für ihn bereit.

Dödtmann, der als freiberuflicher Archäologe im Auftrag des Architekturbüros Nordholz aus Bremen die Sanierung der Innenstadt begleitet, nahm sich zunächst einer Holzbohle an. Die hatten Arbeiter in etwa einem Meter Tiefe freigelegt, als sie mit einem Bagger einen Versorgungsschacht in der Mühlenstraße auswarfen. Auffällig ist, dass in die Mitte des Stamms eine Nut gehackt wurde. „Möglicherweise diente er als Wasserleitung oder als Regenrinne“, spekuliert der Archäologe, der den Fund genau vermisst, kartographiert und fotografiert. Den Bereich wollte er noch am Montag näher untersuchen.

Allerdings: Eine genaue Altersbestimmung des Holzes gestalte sich schwierig, so Dödtmann. Denn um das Holz genauer zu datieren, bedürfe es 50 bis 60 Jahresringe. Die Ringe im gefundenen Stück würden wohl nicht ausreichen.

Wenige Meter weiter steckt ein weiterer Holzstamm im Boden – „unbearbeitet“, sagt der Dinklager, „der ist für uns nicht so spannend.“

Der Bereich der Mühlenstraße, in dem derzeit die Versorgungsleitungen verlegt werden, sei teils sehr interessant, schildert der Archäologe. Teile des Bodens hier seien unberührt und böten so die Chance, auf kulturgeschichtlich interessante Funde zu stoßen. Andere Bereiche seien dagegen „gestört“, bedeutet: Baumaßnahmen in der jüngeren Vergangenheit haben diese Bereiche archäologisch unbrauchbar gemacht.

Wenige Meter hinter der Fundstelle der Holzbohle schürft und fegt Dödtmann ein kleines Stück Pflaster etwa in 90 Zentimetern Tiefe frei. Wie das Leben auf diesem Pflaster einst aussah, sei „schwierig zu sagen“, hält sich Dödtmann bedeckt. Man sei an der Fundstelle etwa in Höhe der NWZ  ja bereits aus dem Parzellenbereich heraus – somit könne das Pflaster ein Stück der Straße dargestellt haben. Vielleicht sei aber auch schlicht ein Loch mit Pflastersteinen verfüllt worden. In dem kleinen Schacht, den der Bagger ausgeworfen hatte, ist die ursprüngliche Größe des Pflasters nicht zu erkennen – zumal die Fläche auf einer Seite gestört sei. Immer wieder holt Dödtmann auch Scherben aus dem Boden. „Die datieren etwa auf das 18. Jahrhundert“, berichtet der Archäologe. Zudem sei im Bereich der „Sparda-Bank“ ein weiterer Findling geborgen worden.

Dödtmann hatte in Cloppenburg bereits 2002 ein Grabungsteam geleitet, dass damals ein Haus aus der älteren Eisenzeit im Gewerbegebiet „Cloppenburg-West“ freigelegt hatte.

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