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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

90 Betriebe von Wurst-Skandal betroffen

10.10.2019

Kreis Cloppenburg Produkte des nordhessischen Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH sind auch in den Landkreis Cloppenburg geliefert worden. „Das tierärztliche Personal und die Lebensmittelkontrolleure der Abteilung Lebensmittelüberwachung stehen mit den Betrieben in Kontakt und überprüfen den Rückruf der Ware“, erklärte der Pressesprecher des Landkreises Cloppenburg, Sascha Rühl, am Mittwochmorgen nach Rücksprache mit dem Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung. Bislang seien im Landkreis Cloppenburg 90 Betriebe betroffen.

Wie berichtet, bringen Behörden zwei Todesfälle in Südhessen mit Wilke-Wurst in Verbindung. In den Produkten waren mehrfach Listerien-Keime nachgewiesen worden, die für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein können. Im Kreis seien Erkrankungen, die durch Listerien-Keime hervorgerufen wurden, aktuell nicht bekannt, sagte Rühl nach Rücksprache mit dem Kreis-Gesundheitsamt. Überhaupt habe dieses das ganze Jahr 2019 über noch keine Fälle dieser Art registriert.

Dagegen haben – landesweit betrachtet – die mit Keimen belasteten Wurstwaren möglicherweise auch in Niedersachsen Krankheiten verursacht. Ein Sprecher des Landesgesundheitsamtes sagte am Dienstag, insgesamt seien drei Fälle bekannt, in denen ein Listerien-Typ nachgewiesen wurde, der mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem hessischen Wurstbetrieb steht. Die Keime seien genetisch eng mit den Listerien verwandt, die in den Waren von Wilke nachgewiesen wurden.

Für Wilke-Produkte läuft derzeit ein weltweiter Rückruf. Im Kreis Cloppenburg – so Rühl – handele es sich bei den betroffenen Betrieben um Großhändler, Supermärkte, Restaurantbetriebe und Altenheime, die Fleisch- und Wurstwaren verschiedener Art bezogen hätten.

Der Rückruf laufe gemäß lebensmittelrechtlicher Vorschriften ab. Lebensmittelunternehmer würden informiert, dass Ware aus dem Verkehr zu nehmen sei. „Lebensmittelunternehmer sind für den Rückruf eigenverantwortlich zuständig. Vertriebslisten werden an die Landesbehörden übermittelt“, sagte Rühl.

Wie berichtet, schlossen die Behörden am 1. Oktober die Wilke-Produktion. Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben auf eine Dorfmetzgerei vor mehr als 80 Jahren zurück. Die Firma beschäftigt nach Zahlen auf seiner Homepage rund 200 Mitarbeiter. Nach den beiden Todesfällen durch keimbelastete Wurst ist Wilke in wirtschaftliche Schieflage geraten. Das Unternehmen habe die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beantragt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Korbach am Freitag.

Listeriose wird durch Bakterien verursacht, die meist über verunreinigte Lebensmittel in den Körper kommen. Die Erkrankung äußert sich mit Fieber, Hals- und Bindehautentzündungen, Durchfall und Bauchschmerzen. Bei älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem, auch bei Schwangeren und Neugeborenen, ist Listeriose lebensgefährlich. Diagnostiziert wird eine Infektion mit Hilfe von Blut- und Urintests, eine Therapie erfolgt vor allem mit Antibiotika.

Bei frühzeitiger Erkennung ist die Krankheit normalerweise heilbar. In Niedersachsen gab es laut Zahlen des Landesgesundheitsamtes im vergangenen Jahr 52 Listeriose-Erkrankungen und zehn Todesfälle.

Eine Liste mit Marken- und Produktnamen des Unternehmens Wilke wurde veröffentlicht unter


     www.lebensmittelwarnung.de 
Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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