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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Schweinegipfel: Es darf jetzt auch an Sonntagen geschlachtet werden

16.10.2020

Kreis Cloppenburg Immer größer werden die Sorgen der Schweinehalter. Die Preise sind auch als Folge der Afrikanischen Schweinepest im Keller. Die Schweine werden in den Ställen immer schwerer, weil die Schlachter wegen der Corona-Infektionen ihre Betriebe herunterfahren müssen. Das waren die Themen am Donnerstag beim „Schweinegipfel“ im Cloppenburger Kreishaus. Landrat Johann Wimberg (CDU) traf sich mit den Vertretern der heimischen Schlachtindustrie.

Zurzeit 150000 Schweine

Passende und die Probleme der Schweinemäster beseitigende Lösungen gibt es nicht. Rund 150 000 Schweine werden derzeit allein in den Kreisen Cloppenburg und Vechta immer schwerer, so dass sogar an Nottötung gedacht wird.

Geringerer Personaleinsatz hat weniger Schlachtungen zur Folge. Eine zusätzliche Schicht könnte die Lösung sein. „Aber es gibt immer noch die Grenzen durch die Arbeitsstätten-Verordnung und die Vorschriften zur Arbeitszeit“, meinte Peter Moormann, Geschäftsführer von BMR in Garrel. Dort werden „am Limit“ derzeit auch Sauen geschlachtet. „Das Personal ist bei den Schlachtereien ja auch im Moment nicht vorhanden“, merkte Dr. Gerald Otto, bei Böseler Goldschmaus unter anderem für den Tierschutz verantwortlich, an.

Vor dem Termin beim Landrat, an dem auch Dr. Hans-Jürgen Stanislawski als Leiter des Gesundheitsamtes und der Veterinäramtsleiter Dr. Karl-Wilhelm Paschertz teilnahmen, hatte sich die Nachricht schon herumgesprochen: Von sofort an ist Schlachthöfen in Niedersachsen gestattet, an Sonn- und Feiertagen zu schlachten.

Die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) brachte eine entsprechende Ausnahmegenehmigung auf den Weg, wie eine Sprecherin ihres Ministeriums auf Anfrage bestätigte. Ziel ist es, den Schweinestau in den Schlachthöfen aufzulösen. Aktuell gebe es einen Überhang von 30 000 bis 40 000 Tieren pro Woche, hieß es. Die Ausnahmegenehmigung für Schlachtungen an Sonn- und Feiertagen müssen die Schlachthofbetreiber beim Gesundheitsministerium beantragen.

Kein Kreis hat so viele Schweineschlachtereien wie Cloppenburg. Rund zehn Millionen Schweineschlachtungen wurden in den sechs großen Schlachtereien – von Danish Crown in Essen bis Böseler Goldschmaus in Garrel – 2019 registriert. In diesem Jahr waren es bis zum 30. Juni bereits 5,1 Millionen. Aber es wird mit Sicherheit keine neue Rekordzahl.

Überfällige Schlachtungen

Bis Weihnachten sind es eine Millionen Schweine, deren Schlachtung überfällig sei, rechnete die Interessengemeinschaft der Schweinehalter mit Sitz in Damme aus. Dr. Albert Hortmann-Scholten, Marktexperte der Landwirtschaftskammer, hat die Übergänge auch addiert und vermutet schon für Ende Oktober den siebenstelligen Übergang. „Dazu benötigen alle deutschen Schlachtereien eine Woche“, meint er – und das bei den früheren vollständigen Kapazitäten. Aber die können auch mit den Möglichkeiten, die beim Gespräch mit den Vertretern der Schweineschlachtbranche besprochen wurden, nicht geschaffen werden.

Ampelsystem

Ministerin Otte-Kinast hat ein Ampelsystem zur Vereinheitlichung der Entscheidungen über Schlachthof-Schließungen angekündigt. „Mit dieser Hilfestellung können die Landkreise entscheiden, ob ein Schlachthof bei einem Corona-Ausbruch komplett geschlossen oder nur der Betrieb reduziert werden muss.“ In Zukunft sollen die Entscheidungen landesweit einheitlich sein.

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