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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Hygienesymposium: Landwirte deutlich höher belastet

24.03.2017

Friesoythe Ist die Massentierhaltung Schuld an der Zunahme multiresistenter Erreger (MRSA) in unseren Kliniken? Unter dieser etwas provokativen Fragestellung stand ein Vortrag von Dr. Jörg Herrmann im Forum des Elisabethhauses in Friesoythe. Der Direktor des Institutes für Krankenhaushygiene Oldenburg war Referent beim Hygienesymposium 2017 des Klinikverbundes Corantis (siehe Info-Kasten). Und die Antwort auf die Frage lautete: In der Tat.

Acht Häuser im Klinikverbund

Die Corantis-Kliniken GmbH wurde 2004 gegründet. Zu dem Klinikverbund gehören das St.-Josefs-Hospital Cloppenburg, das Krankenhaus St. Elisabeth Damme, das St.-Marienhospital Friesoythe, die St.-Anna-Klinik Löningen, das St.-Franziskus-Hospital Lohne, die Clemens-August-Kliniken Neuenkirchen-Vörden, das Christliche Krankenhaus Quakenbrück und das St.-Marienhospital Vechta.

Das Symposium in Friesoythe stand unter dem Thema „Aktuelle Herausforderungen der Hygiene“. Dazu waren Ärzte und Pflegekräfte der Corantis-Kliniken eingeladen.

Denn die Erreger sind vom Tier auf den Menschen übertragbar. In Deutschland tragen laut einer Erhebung etwa 1,5 Prozent der Menschen MRSA in sich. Bei Berufsgruppen, die täglich mit Nutztieren zu tun haben, sind die Werte allerdings exorbitant höher, machte Dr. Herrmann deutlich. So sind rund 80 Prozent aller Schweinehalter mit den Keimen besiedelt, bei Rinderhaltern sind es etwa 35 Prozent und bei Geflügelhaltern 37 Prozent. Und auch 45 Prozent aller Tierärzte, die mit Schweinen zu tun haben, tragen die Erreger in sich. Aber nicht nur diese Personengruppen. Auch bei Haushaltsmitgliedern von Landwirten und Tierärzten wurden erhöhte Werte festgestellt (fünf bis 13 Prozent).

Und auch viele Produkte an der Fleischtheke sind mit Keimen belastet. So wurden im Einzelhandel etwa bei 43 Prozent aller Putenfleischprodukte und bei 28 Prozent aller Hähnchenfleischprodukte multiresistente Erreger nachgewiesen.

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Gesundheitsgefährdend ist das zunächst einmal nicht. Wenn eine Person von Keimen besiedelt ist, heißt das noch lange nicht, dass er dadurch auch krank wird. Und ist ein Stück Fleisch keimbelastet, so besteht keine Gefahr für den Menschen, solange es gebraten oder gekocht wird, stellte Dr. Herrmann klar.

Gefährlich wird es allerdings, wenn sich eine Person zum Beispiel einer Operation unterziehen muss oder sich eine offene Wunde zuzieht. Denn bewährte Antibiotika-Medikamente wirken bei vielen Patienten, die mit multiresistenten Erregern besiedelt sind, nur noch schlecht oder gar nicht mehr gegen bestimmte Erreger. Außerdem können diese Erreger im Krankenhaus schnell weitergetragen werden, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Daher warb Dr. Herrmann vor dem Fachpublikum in Friesoythe darum, „im Team gegen resistente Keime zu kämpfen“. Dazu gehöre zum Beispiel ein strenges Hygienemanagement an Krankenhäusern und auch ein optimierter Antibiotikaeinsatz. Bei Letzterem könne man sich ein gutes Beispiel an den skandinavischen Ländern nehmen. Denn dort würden nach aktueller Studie nicht nur die glücklichsten Menschen wohnen, sondern auch die von resistenten Keimen am wenigsten besiedelten Menschen. Woran das liegt? „Am restriktiven Umgang mit Antibiotika“, so Dr. Herrmann.

NWZonline.de/gesundheit
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Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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