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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Experte Warnt: Jugendliche durch PC-Spiele stark gefährdet

04.10.2014
Frage: Herr Pfeiffer, Sie halten demnächst einen Vortrag in Friesoythe. Waren Sie schon einmal hier?
Pfeiffer: Ich war einmal als Minister hier und habe mich sofort an den schönen Namen erinnert. Worum es bei dem Besuch aber genau ging, daran kann ich mich aber nicht mehr erinnern.
Frage: Das Internet ist beim Thema Prävention ein Dauerbrenner. Woran liegt das?
Pfeiffer: Das Internet bietet zum einen große Chancen für Jugend und Gesellschaft. Es ist eine wunderbare Quelle des Wissens und hilft bei der Pflege sozialer Kontakte. Zum anderen werden viele – vor allem junge Männer – durch die sogenannten Browserspiele süchtig.
Frage: Woran machen Sie das fest?
Pfeiffer: Wir haben eine Umfrage durchgeführt. Demnach sind zwei bis drei Prozent der 14- bis 16-Jährigen bereits spielsüchtig, weitere vier bis fünf Prozent haben ein Spielverhalten, das suchtgefährdend sein kann. Sie verbringen mehr als vier Stunden vor dem Bildschirm am Tag.
Frage: Wonach sind die Jugendlichen genau süchtig?
Pfeiffer: Es sind vor allem Browserspiele, die süchtig machen. Früher war das Rollenspiel „World of Warcraft“ ein Renner. Das ist es zwar heute noch, aber es gibt inzwischen viele weitere solcher Spiele.
Frage: Welche Rolle kommt den Smartphones dabei zu?
Pfeiffer: Die sind für viele Süchtige ganz nett für zwischendurch. Es fehlt aber das Emotionale. Es braucht die Technik eines richtigen Bildschirms, damit ein Erfolg beim Spiel wirklich wirken kann. Außerdem braucht es Zusatzitems (Ausrüstung etwa für die Spielfigur, Anm. d. Red.), wenn man in einem der Browserspiele vorankommen will. Und die kosten Geld.
Frage: Wie viel geben die Jugendlichen denn dafür aus?
Pfeiffer: In manchen Fällen werden bis zu Tausend Euro dafür ausgegeben. Wie beim Glücksspiel wird der Umsatz nicht mit den Gelegenheitsspielern gemacht, sondern mit den Spielsüchtigen. Manche Zusatzitems in den Spielen verlieren ihre Fähigkeiten mit dem weiteren Verlauf, so dass immer etwas Neues gekauft werden muss.
Frage: Woher haben die Jugendlichen das Geld?
Pfeiffer: Manche klauen es aus den Taschen ihrer Eltern oder Verwandten, ander haben ein üppiges Taschengeld.
Frage: Welche Auswirkungen haben die Browserspiele noch?
Pfeiffer: Studien haben ergeben, dass die Lernleistung junger Männer sehr abgenommen hat. Und daran sind auch die Spiele schuld, die keine Zeit mehr zum Lernen lassen. So ist der prozentuale Anteil an den Prüfungsversagern an den Universitäten gestiegen. Heute sind 69 Prozent derjenigen, die durch eine Prüfung rasseln, männlich, vor zehn Jahren waren es 58 Prozent, vor 20 Jahren 52 Prozent. Da kommt eine Leistungskrise enormen Ausmaßes auf uns zu. Das ist gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel fatal.
Frage: Sie sprachen aber auch von Chancen, die das Internet bietet. Welche sind das?
Pfeiffer: Viele mögen den Nutzen von Seiten wie Facebook anzweifeln. Aber für viele Jugendliche ist es eine bequeme Art, ihre Kontakte und Freundschaften zu pflegen. So etwas ist durchaus positiv. Außerdem enthält das Internet weltweit vernetztes Wissen, von dem sie enorm profitieren können.
Frage: Was kann Jugendlichen helfen, das Positive des Internets zu nutzen?
Pfeiffer: Genau darum geht es in meinem Vortrag, über den ich aber noch nicht zu viel verraten will. Aber vorab schon einmal: Bildung ist dabei ein stabilisierender Faktor.

Präventionswoche

Prof. Dr. Christian Pfeffer leitet das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen in Hannover. Der 70-Jährige war von 2000 bis 2003 unter dem damaligen Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) Justizminister von Niedersachsen.

Sein Vortrag „Chancen und Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche“ ist Teil der Präventionswoche des Präventionsrates Friesoythe. Beginn ist am Mittwoch, 15. Oktober, um 19.30 Uhr im Forum am Hansaplatz.

Die Präventionswoche beginnt am 14. Oktober. Es werden Kinofilme und Theaterstücke für Schüler gezeigt. Haupttag ist Sonntag, 19. Oktober. Dann wird es verschiedene Veranstaltungen im Forum und im AMG geben.

Mehr Infos unter www.praeventionsrat-friesoythe.de

Maximilian Müller Volontär / NWZ-Redaktion
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