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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Energie: Lieber Windpark als          AKW

19.02.2015

Hilkenbrook „Erst darüber gelacht, dann nachgedacht, später nachgemacht.“ Dieser Spruch fällt Bernhard Possenriede aus Hilkenbrook immer ein, wenn er an die ersten Windkraftanlagen in der Region denkt. Der 54-jährige Landwirt war nämlich einer derjenigen, die zunächst belächelt wurden. Die ganze Entwicklung der Windanlagen steckte noch in den Kinderschuhen, als der Hilkenbrooker im November 1992 zwei Anlagen in unmittelbarer Nähe seines Hofes aufstellen ließ. „Selbst mein Steuerberater und die Bank hatten mir vom Bau abgeraten. Es gebe in diesem Bereich keinerlei Erfahrung, es sei einfach zu risikoreich“, erinnert sich Possenriede.

Faszination Technik

Doch zu diesem Zeitpunkt war er längst fasziniert von der Idee und der Technik der atomfreien Stromerzeugung. Und als Unternehmer witterte er natürlich auch ein Geschäft. Vorgaben für den Standort gab es nicht. Das Genehmigungsverfahren dauerte auch nicht wie heutzutage Monate oder Jahre, sondern gerade einmal sechs Wochen.

Jetzt – 23 Jahre später – liegen die beiden Anlagen wie gefällte Bäume auf dem Boden. Possenriede hat die Windmühlen mit einer Leistung von jeweils 80 Kilowatt zurückgebaut. Sechs Jahre vor Vertragsende mit dem Energieversorger. Im Gegenzug hat ein Investor eines Windparks im Kreis Cloppenburg zwei nagelneue Anlagen in Betrieb genommen. Repowering nennt sich dieses bis Mitte 2014 staatlich geförderte Modell.

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Lohnendes Modell

Das Vorgehen lohnt sich für mehrere Parteien. Zum einen bekommt der Windparkinvestor einen staatlichen Zuschuss auf die Stromvergütung für seine beiden neuen Anlagen. Der Betreiber, der seine Anlagen zurückbaut, erhält eine Entschädigung und verliert gleichzeitig das technische und wirtschaftliche Risiko, das „beim weiteren Betrieb der Anlagen mit der Zeit deutlich gestiegen wäre“, so Possenriede. Und die öffentliche Hand ist Anlagen los, die so nach heutiger Rechtslage nie genehmigt werden würden. Possenriede bedauert sehr, dass die Bundesregierung das Repowering-Modell wieder eingestellt hat. Er selber habe alles noch rechtzeitig über die Bühne gekriegt.

Der Hilkenbrooker hat seine vor 23 Jahren getroffene Entscheidung, Windenergieanlagen zu bauen, nie bereut. Er wisse, dass jede Energieerzeugung – also auch die aus Wind, Sonne und Wasser – einen Eingriff in die Natur bedeute. Er könne auch die Menschen verstehen, die bei großen Windparks Zweifel und Ängste plagen. Doch er gibt zu bedenken: „Meine Anlagen werden abgebaut, ohne Spuren zu hinterlassen. Es gibt kaum eine Energiegewinnung, bei der das geht.“ Und bei Atomstrom schon mal gar nicht. Weiter stellt er besorgt fest: „Pro Generation gibt es einen großen Atomunfall – erst Tschernobyl, dann Fuku-shima. Das ist eine erschreckende Erkenntnis.“ Ihm sei es daher lieber, auf einen Windpark zu schauen, als auf ein Atomkraftwerk (AKW).

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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