• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Meter um Meter ein gestrickter Protest

17.04.2013

Elisabethfehn In einem neuen, ungewohnten, bunten Bild präsentieren sich seit einigen Tagen Teile einiger Brücken- und Schleusengeländer am Elisabethfehnkanal. Da wurden eiserne oder hölzerne Bestandteile der Brücken ganz einfach umstrickt. In vielen Farben. „Guerilla Knitting“ heißt das. Jedenfalls übersetzt so das Internet diese neue und ungewöhnliche Form von Straßenkunst. Dabei werden Gegenstände im öffentlichen Raum durch Stricken verändert. Sie findet in Deutschland immer mehr Anhänger. Jetzt auch in Elisabethfehn.

Zeichen setzen

Gabriele Stürmann (55) lebt direkt am Elisabethfehnkanal. Sie engagiert sich für die Bürgerinitiative „Rettet den Elisabethfehnkanal“. Dort ist sie aktiv, weil sie der Meinung ist, dass der Kanal zur Region dazugehört und auch in Zukunft mit Sportbooten befahren werden sollte. Unverständnis macht sich bei ihr breit, wenn sie die öffentliche Diskussion um die Zukunft des Kanals und den politischen Streit um die Finanzierung einer neuen Kanalschleuse in Elisabethfehn-Osterhausen verfolgt.

Gabriele Stürmann: „ Es ist hier am Kanal vom Protest wenig sichtbar, außer einigen Plakaten. Wir wollen aber ein deutliches Zeichen setzen, welches die Menschen auch wahrnehmen. Uns geht es nun darum, mit gezielten öffentlichen Aktionen auf die schwierige Situation des Elisabethfehnkanals aufmerksam zu machen.“ Dazu hatte vor einiger Zeit die Bürgerinitiative auf einer Versammlung aufgerufen.

Über ähnliche Aktionen hatte die begeisterte Strickerin aus der Gemeinde Barßel schon viel im Internet gelesen. Da war die Rede von „urbanem Stricken“ oder von „Guerilla Knitting“. Das reichte sogar bis zum Einstricken ganzer „Stadtmöbel“. Damit wurde protestiert und auf spezielle Missstände aufmerksam gemacht. Im dänischen Kopenhagen stand das Stricken sogar im Zentrum einer Friedensaktion. Dort wurde ein kompletter Panzer eingestrickt, begeistert sich Gabriele Stürmann.

Gestricktes Graffito

Seinen Ursprung hat „Guerilla Knitting“ in den Vereinigten Staaten von Amerika. Im texanischen Houston hatten sich im Jahr 2005 zahlreiche Frauen organisiert, um gezielt die Türklinken von Wohnhäusern zu umstricken. Dieses „gestrickte Graffito“ wurde schnell bekannt. Über das Internet wurden die Bilder von der Aktion rasch weltweit verbreitet – bis nach Elisabethfehn. Für Gabriele Stürmann war klar, dass sich dahinter auch eine Möglichkeit des ganz gezielten Protestes für die Zukunft des Elisabethfehnkanals verbarg.

30 Frauen aus der Region und aus anderen Bundesländern nehmen inzwischen am Einstricken der Brücken und Schleusen am Elisabethfehnkanal teil. Gabriele Stürmann trifft sich ab und zu mit den Frauen. Dann werden die zu Hause gestrickten Teile an den Geländern angebracht. Die Frauen kommen natürlich aus der Nachbarschaft in Elisabethfehn, auch aus dem Saterland, dem angrenzenden Ostfriesland, aus Wiesmoor und aus Oldenburg. Aber auch aus Berlin, Dorsten oder Krefeld. Gabriele Stürmann: „Das läuft meistens über persönliche Kontakte und über das Internet.“

Am Freitag, 11. Mai, wenn das Aktionswochenende zur Zukunft des Elisabethfehnkanals stattfindet, treffen sich die strickenden Frauen um 11 Uhr an der Ankerstraße in Elisabethfehn-Dreibrücken. Gabriele Stürmann: „Bis dahin haben die Frauen wieder einige Meter gestrickt.“

Autofahrer halten an

In Elisabethfehn stößt der gestrickte Protest auf große Zustimmung. „Autofahrer halten an, um sich die Strickkunst anzuschauen, Radfahrer steigen ab und Fußgänger bleiben stehen.“ Stürmann: „Die Leute stellen uns sogar schon Kartons mit Wolle vor die Haustür.“

Wer noch bei den strickenden Frauen mitmachen will, kann sich gerne bei Gabriele Stürmann (Telefon   04499/919594) melden.

Heinz-Josef Laing Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04491 9988 2900
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.