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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Barbara Hendricks In Elisabethfehn: Ministerin entschuldigt sich bei Landwirten

22.05.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-05-22T11:50:40Z 280 158

Barbara Hendricks In Elisabethfehn:
Ministerin entschuldigt sich bei Landwirten

Elisabethfehn Ein Bild vom Leben auf dem landwirtschaftlichen Hof der Familie Michael und Anita Lucassen an der Friesenstraße in Elisabethfehn verschaffte sich am Samstagabend Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Die Ministerin folgte damit einer Einladung von Landwirtin Lucassen. Auf der Plattform „MyKuh-Tube“ der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen hatte die 38-Jährige in einer Gedichtform Dr. Hendricks höchstpersönlich eingeladen.

Hintergrund: Mit spaßbetonten Sprüchen wollte die Bundesumweltministerin auf Missstände in der deutschen Landwirtschaft hinweisen. In eine PR-Kampagne stellte ihr Ministerium elf nicht gerade freundliche „neue Bauernregeln“ auf. Das fanden vor allem die Bauern gar nicht witzig. Auch nicht Anita Lucassen und drehte einen Film. In dem Beitrag setzte sich die Landwirtin mit diesen Bauernregeln auseinander. Auf diese filmisch-konstruktive Art der Kritik war dann auch das Bundesumweltministerium aufmerksam geworden.

Bei einem Rundgang über den Milchhof überzeugte sich die Ministerin von dem sehr tierfreundlichen Familienbetrieb. „Den ganzen Bauernregeln zum Trotz wollen wir Landwirte den Dialog“, sagte Lucassen zur Umweltministerin. Die Äußerungen der 65-jährigen Umweltministerin hätten dazu nicht gerade eingeladen. Außerdem sei an den Vorwürfen nichts dran. Doch in einem Sprichwort heißt es „der Klügere gibt nach“. Sie machte der Ministerin deutlich, dass man durchaus in einer konstruktiven und respektvollen Art und Weise sicherlich über vielleicht notwendige Veränderungen in der Landwirtschaft sprechen könne. „Doch ihr Einstieg sei nicht gerade der freundlichste gewesen“, so Lucassen zu der Politikerin.

„Man sieht deutlich, wie engagiert hier der Betrieb und die Milchviehherde geführt werden. Das ist vorbildlich“, so die Ministerin. Die 65-jährige Politikerin entschuldigte sich nochmals für ihre Kampagne. Hendricks sagte, einige Menschen hätten sich persönlich angegriffen und in ihrer Berufsehre verletzt gefühlt, „das tut mir leid“. Die SPD-Politikerin wolle in Zukunft mit Bauern und Verbrauchern einen „Dialog“ zu Missständen im Agrarsektor führen.

„Es geht mir darum, auf Fehlentwicklungen in der modernen Land- und Agrarwirtschaft aufmerksam zu machen“, sagte Hendricks. Landwirtschaft habe nur dann eine Zukunft, wenn sie naturverträglich sei und Artenvielfalt, Klimaschutz und die Gesundheit der Menschen mitberücksichtige.