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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

WIEDERAUFBAU: Mit 40 D-Mark in ungewisse Zukunft

21.08.2009

MARKHAUSEN Der alte Schälpflug auf dem Hof von Hans Timme aus Markhausen hat längst ausgedient. Lange her sind die Zeiten, als das Gerät von zwei Pferden im Geschirr für die Ackerarbeit genutzt wurde. Hans Timme erinnert das liebevoll restaurierte Gefährt aber immer noch an seine Kindheit und Jugend, die der heute 78-Jährige als junger Mann während des Zweiten Weltkrieges und im Nachkriegsdeutschland erlebte.

„Von einer Zerstörung wie in Friesoythe ist Markhausen Gott sei Dank verschont geblieben“, berichtet Timme und erzählt, dass besonders in den Jahren 1944 und 1945 der Tagesablauf von einem ständigen Fliegeralarm bestimmt war. „Für unser Dorf waren die Bomben der Alliierten nicht gedacht. Das wussten wir und hatten irgendwann auch schon fast keine Angst mehr, wenn die Sirenen heulten. Wenn allerdings deutsche Jäger dazwischen flogen und die Bomber beschossen, dann wurde es richtig brenzlig.“

Neid gab es nicht

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Als der Krieg zu Ende war, gab es auch in Markhausen die Stunde Null. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln war auf dem Lande einfacher als in der Stadt, jedoch war auch im Hause Timme die Bescheidenheit der Küchenmeister. „Die Leute waren mit dem, was sie hatten, zufrieden. Missgunst und Neid gab es nicht, denn es hatten alle gleich viel oder besser gesagt, gleich wenig." Es dauerte nicht lange, da kamen die ersten Flüchtlinge aus Schlesien und Ostpreußen nach Markhausen. „Da hieß es zusammenrücken und teilen“, so Timme. Kurze Zeit später folgten dann die „Hamsterer“, von denen im Tausch gegen Speck und Butter Kleidung erworben wurde. „Heute würde man sagen, wie kann man solch dicken Speck überhaupt essen“, sagt Timme und zeigt dabei mit seinem Daumen und Zeigefinger einen ungefähr sechs Zentimeter großen Abstand. „Damals jedoch, war das eine unglaubliche Delikatesse.“ Auch Stalldiebstahl war früher ein Thema. „Zwei fette Sauen wurden uns aus dem Stall gestohlen und in einem Busch

hier ganz in der Nähe ausgeweidet. Das war natürlich ein Desaster.“

Keine rosigen Zeiten

Gut erinnern kann Hans Timme sich an die Währungsreform 1948 und an das sich ganz langsam in Gang setzende Wirtschaftswunder von Ludwig Erhard. „Mit 40 DM in der Tasche in die Zukunft – das war nicht so einfach. Doch peu a peu ging es vorwärts. Die ersten Jahre waren alles andere als rosig, aber schon 1956 bekamen wir den ersten Trecker“, sagt Timme, sich heute noch über die Entwicklung wundernd. „Das Interesse an der Gründung der Bundesrepublik und an der Verfassung war damals nicht besonders groß“, räumt Timme ein. „Ich war eben jung.“

Arbeit an Chronik

Ein paar Jahre später entdeckte Hans Timme dann seine Begeisterung für die Politik und war sechs Jahre im Gemeinderat Markhausen, 13 Jahre im Stadtrat Friesoythe und viele Jahre in Markhausen als Ortsvorsteher aktiv. Zur Zeit arbeitet der rüstige Rentner mit Freunden an einer Chronik für den Heimatverein. „Es ist wichtig, dass wir über die Vergangenheit berichten. Wenn wir es nicht mehr tun, sind die Erinnerungen verloren.“

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