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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Klinik-Krise: Mitarbeiter stunden Weihnachtsgeld

12.12.2012

Cloppenburg Die mehr als 2000 Mitarbeiter der Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland (KKOM) haben der Geschäftsführung das Weihnachtsgeld gestundet und damit einen „wichtigen Meilenstein für das Weiterbestehen der Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland“ gesetzt. Das teilte der Geschäftsführer der KKOM, Michael gr. Hackmann, am Dienstagabend mit. „Gesellschafter, Aufsichtsrat und die Geschäftsleitung danken den Mitarbeitern für diese positive Entscheidung. Ohne diese Maßnahme würde es wohl nicht weitergehen“, erklärte gr. Hackmann gegenüber den Mitarbeitervertretungen.

Wie berichtet, hätten die KKOM vermutlich vor der Insolvenz gestanden, hätten sie die Sonderzahlungen tatsächlich leisten müssen. Die Mitarbeiter hätten die Zahlungen sogar einklagen können, weil die Geschäftsführung keine Grundlage für die Einbehaltung gehabt hatte.

Bei der Abstimmung ging es um das Weihnachtsgeld, die Jahressonderzahlung, Tariferhöhungen und um Einmalzahlungen des ärztlichen Dienstes. Die Geschäftsführung hatte zwar bei der Regionalkommission Nord beantragt, diese Zahlungen zu kürzen bzw. nicht leisten zu müssen, diese sah sich aber nicht in der Lage, so kurzfristig darüber zu befinden. Der Antrag war erst Anfang November bei der Regionalkommission eingegangen. Noch einmal 14 Tage später hatte die Geschäftsführung einen Antrag auf Stundung dieser Zahlungen nachgeschoben.

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Die Geschäftsführung vereinbarte daher mit der Unterstützung durch Mitarbeitervertretungen, Ärztliche Direktoren und die Pflegedienstleitungen einen freiwilligen Stundungsvertrag mit jedem einzelnen Mitarbeiter. Über diesen Schritt waren die Mitarbeiter vor einer Woche informiert worden. Bis Dienstag hatten die Mitarbeitervertretungen der vier Krankenhäuser in Cloppenburg, Vechta, Emstek und Löningen die Verträge durchgezählt und festgestellt, dass mehr als 80 Prozent der Mitarbeiter den Vertrag unterschrieben hatten. Geschäftsführer gr. Hackmann zeigte sich erleichtert über die große Beteiligung: „Das ist ein enorm wichtiger Beitrag zur Sicherung der Liquidität, ich danke den Mitarbeitervertretungen für die Organisation und den Mitarbeitern für ihren Beitrag“, sagte der Geschäftsführer.

„Ich habe mit der Unterstützung gerechnet“, sagte Monika Gerken von der Mitarbeitervertretung des Emsteker Krankenhauses gegenüber der NWZ . „Wir wollen dem Unternehmen die Möglichkeit geben, etwas zu erreichen“, so Gerken, die sich weiterhin optimistisch zeigt, dass das von der Schließung bedrohte Emsteker Krankenhaus erhalten bleibt. Flagge zeigen wollen dafür Klinik-Mitarbeiter in Emstek am Donnerstag auf der Ratssitzung in Emstek. Thema dort wird die Situation der Krankenhäuser und die von der Gemeinde Emstek, dem Kuratorium der das Krankenhaus tragenden Stiftung sowie handelnden Experten vor Ort auf den Weg gebrachte Gutachten sein.

Umfassende Berichte, Bilder und Videos zur Klinik-Krise in einem NWZ-Spezial.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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