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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Tierisches Zählen in Thüle

11.01.2019

Mittelsten Thüle Wie zu jedem Beginn eines Jahres sind die Mitarbeiter des Tierparks in Mittelsten Thüle mit der Inventur beschäftigt. Durch eifriges Zählen, Messen und Wiegen und dem Abgleichen und Addieren verschiedener Zahlen und Daten erfasst das Personal den Tierbestand: Es leben in Thüle derzeit 991 Tiere aufgeteilt in 165 verschiedenen Arten. Diese Zahlen sollten sich am Ende der Inventur möglichst bestätigen: „Bisher hat alles gepasst.“ Jörg Grabbert vom Tierpark geht natürlich davon aus, dass es keine großen Abweichungen geben in den letzten Januartagen wird. Auch wenn der Park derzeit für Besucher geschlossen ist, zu tun gibt es also trotzdem genug. Neben der Bestandszählung und Tierpflege gehören auch Reparaturarbeiten derzeit zum Alltag des Personals.

Im Sommer sonnen sich die Spornschildkröten auf der großen grünen Wiese. Aktuell bietet das Winterquartier mit UV-Lampen und Fußbodenheizung eine Unterschlupfmöglichkeit. Sie gehören zu den größten Landschildkröten, so Grabbert. Da die Thüler Landschildkröten noch nicht katalogisiert wurden, müssen die Vierbeiner gemessen, gewogen und von oben und unten fotografiert werden, zudem wird das Geschlecht bestimmt.

Die älteste Schildkröte ist „Gary“. „Er müsste über 20 Jahre alt sein“, schätzt Jörg Grabbert. Die Reptilien sind seit knapp einem Jahr in Thüle beheimatet. Ursprünglich kommen sie aus dem nördlichen Zentralafrika, sind aber auch nach Nordamerika ausgewildert worden. Das Besondere: „Jeder Panzer ist individuell, wie der Fingerabdruck beim Menschen“, erklärt der 31-Jährige.

Am liebesten frisst „Gary“ Gemüse. Zusätzlich gibt es noch Vitamine und Mineralien. Aufpassen müsse man bei der Fütterung dieser sensiblen Tiere, da sich der Panzer bei Überernährung verformt. Im Schnitt wächst eine Spornschildkröte im Jahr einen Zentimeter. Es sind übrigens die ersten Reptilien überhaupt in Thüle, verkündet der zoologische Leiter stolz.

Grabbert würde sich mehr Reptilien wünschen. Die würden sich nämlich gut im künftigen Madagaskar-Haus machen. Das soll bald gebaut werden. In Madagaskar sind mehr als 300 Reptilienarten beheimatet. In dem neuen Haus sollen die Lebensräume der Tiere mit den passenden Pflanzen nachgestaltet werden.

Draußen warten schon die Wallaby-Kängurus auf die Tierpfleger. Sie teilen sich ihr Revier mit zwei Hühnergänsen. „Zwei sehe ich schon“, sagt Revierleiter Alexander Nolte, der Grabbert beim Zählen unterstützt. Sechs Kängurus sollen es ursprünglich sein. Es sei immer mindestens ein Männchen im Gehege, damit die Fortpflanzung gewährleistet ist. Die Weibchen hätten „dauertragend“ immer ein Neugeborenes im Beutel. „Deswegen sind wahrscheinlich sogar vier Kängurus mehr im Gehege“, glaubt Grabbert.

Die Kängurus scheinen Gewohnheitstiere zu sein: In ihrer Heimat Australien und der Insel Tasmanien ist gerade Paarungszeit. Dass die Paarung in Norddeutschland bei etwa 15 Grad kälterem Wetter stattfindet, scheint die Tiere nicht zu stören. „Sie kommen mit der Temperatur gut klar. Zum einen wegen ihrem Fell, zum anderen hüpfen sie sich warm“, sagt Grabbert und lacht.

Die meisten Kängurugeburten fallen dann in die Monate Februar und März. Die Tragzeit beträgt rund 30 Tage, das Neugeborene verbringt seine ersten neun Lebensmonate im Beutel der Mutter und wird mit 12 bis 17 Monaten entwöhnt.

Besonders schwer zu zählen sind die Rosaflamingos. Die langen Beine „verschwimmen“ für das bloße Auge in der Menge. „Wenn wir zu zweit zählen, sollte es stimmen“, sagt Grabbert. Er kommt auf 76 Flamingos. Einen Augenblick später bestätigt Revierleiter Nolte die Zahl. „Das ist eine schöne Kolonie“, zeigt sich Jörg Grabbert erfreut.

Die Vögel bekommen im Frühjahr ihren Nachwuchs. Zumeist kommen acht bis zehn Flamingos im Jahr dazu. Die ziehen dann aber in andere Zoos. Aus Thüle sind schon Tiere in die ganze Welt umgezogen: Kooperationen hat der Tierpark unter anderem mit Zoos auf der indonesischen Insel Java oder in Südkorea. „Selbst in die Vereinigten Arabischen Emirate sind schon Tiere hingegangen“, erinnert sich Grabbert. Er ist seit drei Jahren im Tierpark. Vom stellvertretenden Obertierpfleger stieg er auf seine jetzige Position auf.


Ein Video sehen Sie unter   www.nwzonline.de/videos 
Niklas Grönitz
Volontär, 1. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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