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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

FALLSCHIRMSPORT: Nach dem ersten Sprung „Blut geleckt“

26.07.2005

CLOPPENBURG /WILDESHAUSEN CLOPPENBURG/WILDESHAUSEN - Als der letzte Aufruf zum „Load 2“ aus den Lautsprechern schallt, wird das Kribbeln bei Svenja Pape aus Bunnen schier unerträglich. Zum Glück ist die Mama dabei, dann kann nichts schiefgehen. Aber Monika Vogelsang wirkt nur äußerlich gelassen. Tatsächlich ist sie mindestens so aufgeregt wie ihre Tochter. Schließlich wird sich die elfjährige Svenja nur Minuten später aus 4200 Metern Höhe aus einem Flugzeug stürzen. Der erste Sprung mit einem (Tandem)Fallschirm in ihrem Leben.

Und vermutlich nicht der letzte, wenn es Svenja so geht wie Petra Mahn. Die 40-jährige Krankenschwester aus Bösel ist erst vor fünf Jahren zum Fallschirmspringen gekommen, hat aber längst „Blut geleckt“. 300 Sprünge hat die Mutter dreier Töchter, die im Pius-Hospital in Oldenburg arbeitet, inzwischen in der Fallschirmsportgruppe (FSG) Wildeshausen hinter sich, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Am Himmel frei wie ein Vogel zu schweben, das zählte für Petra Mahn noch zu einer der Herausforderungen, die sie in ihrem Leben meistern wollte. Ihr Mann, „der nicht mal für 100 000 Euro aus dem Flieger springen würde“, schenkte ihr daraufhin einen Tandemsprung. Seither ist die Böselerin infiziert, und verbringt seit gestern eine Woche ihres Urlaubes im Biwak der Fallschirmsportgruppe Wildeshausen auf dem „Flugplatz Varrelbusch“ in Staatsforsten.

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Mit ihr treffen sich dort Springerinnen und Springer des 51 Mitglieder umfassenden Vereines und Sprungbegeisterte aus der Region, um ihrem faszinierenden Hobby zu frönen und das Gefühl grenzenloser Freiheit zu genießen.

Dieses Gefühl dauert zwar nur wenige Minuten je Absprung, „ist aber trotz des Kribbelns in der Magengrube immer wieder ein unvergleichliches Erlebnis“, freut sich Petra Mahn an ihrem ungewöhnlichen Hobby. Wenn sich die sprungbegeisterte Krankenschwester und ihre Fallschirmfreunde aus dem Flugzeug fallen lassen, stürzen sie in den ersten zehn Sekunden 300 Meter in die Tiefe, anschließend erhöht sich das Tempo noch auf 50 Meter pro Sekunde. Erst bei 1000 Metern wird der freie Fall zur Schirmfahrt, schweben die Akteure mittels Steuerleinen sicher in die Landezone. Und zwar immer gegen den Wind, denn „schaust Du einem Sack ins Maul, ist mit Sicherheit was faul“, heißt es in Springerkreisen.

Anschließend werden die Schirme gleich wieder für den nächsten Sprung gepackt. Denn die Springerinnen und Springer der FSG nutzen während des Biwaks jede Möglichkeit des Absprungs. Je nach Kondition und Geldbeutel. Auch sie müssen für einen Absprung 25 Euro bezahlen. Schließlich wollen das in Tschechien stationierte und für zwei Tage gemietete Flugzeug „Sky Van“, die Piloten und der „Sprit“ bezahlt werden, und auch die Cessna 206, aus der die FSGler üblicherweise springen, fliegt nicht umsonst.

Svenja Pape jedenfalls fand ihren ersten Tandemabsprung toll – zumindest das Schweben am Schirm. Der freie Fall war für sie „eher gruselig“. Nur gut, dass sie da nicht bereits gestern Morgen abgesprungen ist. Da waren noch Eiskristalle in der Luft, die bei dem rasanten Tempo heftig auf der Haut prickeln. „Das ist wie ein Gesichtspeeling“, schmunzelt ein erfahrener Springer, „danach bist du richtig wach.“

Tandemsprung – FSG-Motto: einfach mal „fallenlassen“

• Ein Tandemsprung bietet eine gute Möglichkeit, den Sport kennen zu lernen. Die Teilnehmer müssen fit sein, dürfen maximal 90 Kilogramm wiegen und zwischen 16 und 70 Jahre alt sein. Bequeme Kleidung und Sportschuhe müssen sie mitbringen, alles andere stellt der Verein.

• Nach einer 15-minütigen Einweisung durch den Sprunglehrer („Tandemmaster“) geht es in den Himmel. Mit einem Passagiergurtzeug fest mit dem „Tandemmaster“ verbunden, erfolgt Minuten später der freie Fall. Der dauert zwischen 35 und 45 Sekunden. In rund 1500 Metern Höhe öffnet sich der extra große Tandemschirm. Es folgen vier Minuten Gleitflug, gelandet wird auf dem „Flugplatz Varrelbusch“ in Staatsforsten. Wer seinen Sprung konservieren möchte, kann sich filmen lassen.

• Das Flugzeug, mit dem Springer und Tandemspringer abgesetzt werden, ist eine Cessna 206. Angetrieben wird der dreiblättrige Verstellpropeller von einem 295 PS-starken Motor der Marke Continental IO 520. Das optimale Reisetempo beträgt 265 km/h bei 75 Prozent Leistung auf 2000 Metern Höhe. Die anfängliche Steigrate liegt bei 280 Metern pro Minute, die Gipfelhöhe bei 4800 Metern.

• Ein Tandemsprung kostet 180 Euro, die Aufzeichnung 50 Euro. Termine werden individuell gemacht mit Jürgen Hilgefort, 04474/13 91, per E-Mail juergen-hilgefort@web.de. Mehr im Internet

www.fsg-wildeshausen.de

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