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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Werksvertragsarbeiter: Netzwerk ruft zur Demonstration auf

17.04.2014

Cloppenburg Das „Netzwerk für Menschenwürde in der Arbeitswelt“ (MidA) hat sich den Kampf gegen menschenunwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen von Leiharbeitern und Arbeitnehmern mit Werkverträgen auf die Fahne geschrieben. Besonders Firmen aus der Fleischbranche würden die gesetzlichen Regelungen über Werkverträge missachten und die ausländischen Arbeitskräfte massiv ausbeuten, kritisierte Audra Brinkhus-Saltys, Vorsitzende des Netzwerkes und des DGB-Kreisverbandes Vechta, am Mittwoch bei einem Pressegespräch im Cloppenburger Forum an der Sevelter Straße. Das Netzwerk fordere einen flächendeckenden, gesetzlichen und tarifvertraglichen Mindestlohn, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, den Verzicht auf Leiharbeit, die Begrenzung von Werkvertragsarbeit, eine menschenwürdige Unterbringung von Werkvertragsarbeitern sowie eine strengere Kontrolle der bereits bestehenden gesetzlichen Regelungen.

Dem Netzwerk haben sich mittlerweile 16 Organisationen wie Gewerkschaften, Parteiorganisationen, zahlreiche kirchliche Verbände sowie eine bäuerliche Interessensvertretung angeschlossen. „Wir haben hier in Cloppenburg die meines Wissens einzige derartige niedersächsische Beratungsstelle ins Leben gerufen, die auch juristische Beratung anbietet“, betonte die Vorsitzende.

Ihr Mann, der Bakumer Anwalt Johannes Brinkhus, berät ehrenamtlich jede Woche ratsuchende Arbeitnehmer und vertritt deren Rechte auch vor Gericht. Die Beratungsstelle im Forum hat nun nicht mehr am sonnabends, sondern jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr geöffnet. Bisher haben sich circa 200 Arbeitnehmer vor allem aus Rumänien, Bulgarien, Spanien, Ungarn und Polen Hilfe suchend an die Beratungsstelle gewandt.

„Häufige Probleme sind, dass den Arbeitnehmern, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind und die ihre Rechte nicht kennen, der Lohn nicht vollständig ausgezahlt wurde, dass ihnen die Kosten für das notwendige Arbeitsequipment vom Lohn angezogen wurde oder auch die schlechten Wohnverhältnisse“, betonte der Anwalt. Die Arbeitnehmer hätten aber große Angst davor, an die Öffentlichkeit oder auch in die Beratungsstelle zu gehen, da sie befürchteten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Positiv sei, dass die Situation der Leiharbeiter mittlerweile ein großes öffentliches Thema sei und sich viele Menschen für eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse einsetzen würden. Und auch von Seiten der Polizei und Justiz gebe es ein großes Interesse, illegale Machenschaften zu verfolgen, betonte Brinkhus-Saltys.

Am Donnerstag, 22. Mai, werden Vertreter des Netzwerkes eine Unterschriftenliste an Andrea Nahles (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales, überreichen. Bisher haben mehr als 5000 Menschen aus der Region die Petition mit den Forderungen des Netzwerkes im Internet unterzeichnet. Um seinen Forderungen weiterhin Nachdruck zu verleihen, ruft das Netzwerk am Sonnabend, 26. April, zu einer großen Demonstration durch die Cloppenburger Innenstadt auf, zu der auch Josef Holtvogt von der CDA und Landratskandidat Detlef Kolde (SPD) erwartet werden. Treffpunkt ist um 11 Uhr der Lzo-Vorplatz.

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