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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Neues Kreuz an historischer Stätte

03.06.2017

Harkebrügge Sie sind keine Seltenheit in unseren Breiten. Gerade in katholischen Landstrichen wie dem Oldenburger Münsterland sind Wegekreuze oder Flurkreuze, wie sie auch genannt werden, immer noch recht oft an Straßenrädern, Dorfplätzen oder an Feldwegen zu finden. Das ein früher entferntes Kreuz aber den Weg zurück an die alte Stelle findet, ist eine Seltenheit.

Genau das wurde jetzt in Harkebrügge geschafft. Für die 72-Stunden-Aktion der dortigen Landjugend wurde an der Dorfstraße ein neues Kreuz aufgestellt – nur ein paar Meter von der Stelle entfernt, wo bis in die 50er Jahre ebenfalls ein Wegekreuz stand. Dessen Geschichte kennt Heimatforscher Heinz Frerichs ganz genau.

„Im 19. und bis ins 20. Jahrhundert hatten Wegekreuze ja nicht nur eine religiöse Bedeutung. Sie waren auch als Wegweiser gedacht. Vom alten Kreuz an der Dorfstraße brauchte man zum Beispiel drei Stunden bis nach Friesoythe“, so Frerichs.

Doch die Gegend um das alte Kreuz wurde ab 1932 auch zu einer Pilgerstätte für Nationalsozialisten. Neben der alten Gastwirtschaft Hempen-Thole hatte die SA einen schweren Findling niedergelegt, der an den SA-Mann Johann Lüchtenborg erinnern sollte, der im April 1932 bei einer Schlägerei zwischen jungen Harkebrügger Männern so schwer verletzt worden war, dass er später in einem Oldenburger Krankenhaus verstarb. Die SA heroisierte den Tod ihres Gefolgsmanns, der nie zweifelsfrei aufgeklärt werden konnte, und machte ihn zu einem sogenannten „Blutzeugen der nationalsozialistischen Bewegung“. „So lagen die Stätten für das Zentrum und die NSDAP direkt nebeneinander, was kein einfaches Unterfangen gewesen seien durfte“, so Frerichs.

Anfang der 50er Jahre wurde das alte Kreuz, dass 1838 aufgestellt worden war, entfernt. „Auf alten Karten konnte man es immer noch erkennen. Das Kreuz hatte zwei Weltkriege überstanden. Die Neuplanung vieler Städte und Dörfer überstand es nicht“, berichtet Frerichs. Damals stand das Kreuz an einem alten Weg Richtung der Straße Altes Dorf, der in den 50ern aufgehoben wurde. Mit dem Weg wurde auch das Kreuz an dessen Einmündung auf die Dorfstraße entfernt.

Danach wurde das Kreuz 1955 auf die neue Siedlung am Uhlenberg aufgestellt. Ein Kruzifix an der Dorfstraße mitten im Ort gab es so vorerst nicht mehr. „Zusammen mit der Landjugend haben wir uns von der KAB dann einem neuen Kreuz gewidmet, dass sich wirklich sehen lassen kann“, freut sich Frerichs. Dafür hat der entsprechende Anlieger an der Dorfstraße extra ein Teil seines Grundstücks zur Verfügung gestellt. „Es war ein gelungenes Harkebrügger Gemeinschaftsprojekt. Dafür haben alle an einem Strang gezogen“, freut sich Frerichs. Auch wenn es nicht die ganz genaue Originalstelle ist, so versprüht das neue Kreuz sicherlich historischen Charme.

Heiner Elsen
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2906

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