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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Noch ist’s im Stall warm genug

03.02.2012

FRIESOYTHE Derzeit durchbrechen die Temperaturen nachts die Minus-Zehn-Grad Marke. Wohl dem, der zu Hause im warmen Bett liegt oder es sich im Wohnzimmer vor dem Kamin gemütlich gemacht hat. Die Landwirte haben es in diesen Tagen nicht so einfach, besser gesagt, deren oftmals wichtigster Besitz: die Tiere.

Rinder bleiben im Stall

Heinrich Bischoff (68) aus Friesoythe ist Landwirt und betreibt mit seinem Sohn Antonius eine Rinderzucht. Gut 270 Tiere stehen in mehreren Ställen. Normalerweise laufen die Tiere von selbst aus dem Stall, die Türen stehen offen. Jetzt ist das anders, alle Türen sind verschlossen. „Die Rinder dürfen nicht nach draußen“, sagt Bischoff. Es sei schlichtweg zu kalt. Hinzu komme ein weiteres Problem, und zwar könnten sich die Tiere auf dem gefrorenen Boden die Hufe verletzen.

In Ställen zehn Grad

In den Ställen hingegen ist es noch nicht so kalt wie draußen, obwohl nicht geheizt wird. Die Tiere können sich innerhalb der Laufställe frei bewegen. „Um die zehn Grad sind es im Stall. Diese Temperatur macht den Tieren nichts aus“, weiß Bischoff, dessen Familie seit mehr als 300 Jahren in Eggershausen wohnt. Sollten die Temperaturen noch weiter sinken, dann wird Bischoff das Belüftungssystem im Stall schließen müssen. „Doch bis das passiert“, so der Landwirt, „muss es noch mindestens zehn Grad kälter werden“. Dann könne allerdings nur noch eingeschränkt gelüftet werden. Ein Nachteil, wie der 68-Jährige sagt, denn: „Frische Luft muss immer in den Stall.“ Eingefrorene Wasserleitungen kennt Bischoff nicht. Eine spezielle Heizung extra für das Wasser sorge dafür, dass es immer fließe.

Probleme mit dem plötzlich eingebrochenen Winter kennt aber Markus Bothen. Der Landwirt und Vorsitzende des Ortslandvolkvereins Markhausen kennt eine andere Seite des Winters. Als Geflügel- und Schweinehalter muss er seine Ställe heizen. Bei Stallgrößen von 6000 Quadratmetern komme da schnell eine hohe Summe zusammen, so Bothen. Er selbst betreibt jedoch eine Biogasanlage, mit deren Abwärme er seine Ställe heizen kann. Wer auf diese Alternative nicht zurückgreifen kann, muss tief in die Tasche greifen.

Geplatzte Wasserleitung

Zudem kann die Kälte noch für andere Schäden sorgen. Bothen: „Bei minus zwölf Grad Celsius sind Kabeldurchbrüche oder gefrorene und geplatzte Wasserleitungen nicht selten.“ Kalt werde es auch in den Vorräumen der Ställe, da diese nicht separat geheizt würden. So könnten dort auch schnell Frostschäden etwa an Leitungen entstehen. Im speziellen Fall der Geflügelställe, die an den Seiten meist offene Flächen haben, würden diese bei den momentanen Temperaturen mit Seitenklappen verschlossen. Falls es dann immer noch zu kalt sein sollte, müssten die Innenräume mit Gaskanonen nachgeheizt werden.

Gefrierende Gülle

Ein weiteres Problem bei der Kälte sei die gefrierende Gülle. „Wie Wasser friert auch die Gülle bei null Grad und weniger ein“, sagt Bothen. Heikel werde es, wenn Güllerückstande in Schläuchen gefrieren und diese so zerstören. Im Stall hingegen könne die Gülle nicht gefrieren, da sie sich direkt unter den durchlässigen Böden, auf denen die Tiere stehen, befinde.

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