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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Warum Ausbildungsbotschafter kein Allheilmittel sind

19.07.2019

Oldenburger Münsterland Man könnte Marcel Timmerevers als spätberufenen bezeichnen. Mit 33 Jahren – und dem 1. Staatsexamen als Lehrer in der Tasche – orientierte er sich ins Handwerk um, und absolviert derzeit seine Ausbildung zum Fleischer in Langförden. „Es ist schon cool, wenn ich sagen kann, dass ich an diesem oder jenem Aufschnitt mitgearbeitet habe“, erzählt der Azubi stolz.

Die Leidenschaft und Liebe zu seinem Handwerksberuf bringt der Langfördener Azubi in einem von 15 neuen Karrierefilmen rüber, die die Kreishandwerkerschaften Cloppenburg und Vechta in Auftrag gegeben hatten. Gefördert wurde das Projekt durch das Leader-Programm, umgesetzt hat die Filme Anuschka Bacic aus Vechta.

Die Videos in Kurz- und Langfassung sind Teil der Kampagne „Ausbildungsbotschafter Oldenburger Münsterland“ und sollen den Handwerkern als moderne Stütze dienen, wenn sie ihren Job in Schulen oder bei Veranstaltungen vorstellen. Diese Ausbildungsbotschafter werden in kleinen Workshops ausgebildet, um sich und ihren Beruf professionell vorstellen zu können. Zehn dieser Botschafter hat die Kreishandwerkerschaft bereits ausgebildet.

Eine magere Ausbeute, wenn man die Vielzahl der Innungen und Handwerksbetriebe im Oldenburger Münsterland betrachtet: Jeder vierte Einwohner der Region arbeitet im Handwerk. Und auch bei der Suche nach Azubis und Unternehmen, die für die Videos zur Verfügung stehen wollten, habe die Kreishandwerkschaft keine offenen Türen eingerannt, sagt Dr. Michael Hoffschroer, Geschäftsführer der Cloppenburger Kreishandwerkerschaft, bei der Vorstellung des Werbekonzeptes am Donnerstag. „Die Betriebe müssten dem Entgegenwirken des Fachkräftemangels eine höhere Priorität einräumen. Wir appellieren an die Handwerker, dass sie sich selbst darum kümmern müssen, dass die Mitarbeitergewinnung einen hohen Stellenwert hat“, mahnt der Cloppenburger.

Denn Imagekampagnen allein sollten und könnten kein Allheilmittel gegen den Fachkräftemangel sein, erläutert Dr. Hoffschroer. Nur durch die neuen Filme würde kein Unternehmen mehr Azubis bekommen. „Der Betrieb muss das Video für sich nutzen und für sich anpassen. Und die Handwerker müssen es in ihrem Umfeld einsetzen“, appelliert Hoffschroer.

Im Landkreis Cloppenburg könnten etwa 30 bis 50 Prozent mehr Ausbildungsplätze besetzt werden – sprich 100 bis 200 Azubis mehr. So wie die Betriebe aber keine Zeit für die Ausbildung der Botschafter oder den Dreh der Image-Filme haben, so legen sie meist bei der Gewinnung von Fachkräften oder Nachwuchs die Hände in den Schoß, weiß Dr. Hoffschroer. Denn die Ressourcen, die für die Mitarbeitergewinnung aufgewendet werden könnten, sind knapp: Der Fachkräftemangel macht sich bereits bemerkbar, aber die Auftragsbücher sind voll.

Das Handwerk hat es aber nicht nötig, sich zu verstecken, findet Filmemacherin Anuschka Bacic. In den Gesprächen und beim Drehen hat sie gemerkt, wie „cool“ das Handwerk ist – entgegen dem geläufigen Image: „Die jungen Menschen sind Handwerker mit Leib und Seele – oder werden es gerade.“

In den Filmen wirbt die Kreishandwerkerschaft auch für die Region. „Wir sind nicht nur Schwein und Mais“, weiß Hoffschroer um die Vielfalt. Handwerker, die Ausbildungsbotschafter werden wollen, melden sich bei Rainer Wilkens unter Telefon  04471/17914 oder r.wilkens@handwerk-cloppenburg.de.

Denn nur wenn die Betriebe das Angebot zur Verbesserung des Images und zur Steigerung des Interesses nutzen, kann das Projekt Früchte tragen. Die Filme können im Internet angeschaut werden:


     ausbildungsbotschafter-om.de 
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Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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