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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Querschnitt zeigt alte Gräfte

27.06.2012

CLOPPENBURG „Voll ins Schwarze“ haben Archäologe Dirk Dödtmann und der ehrenamtliche Grabungshelfer Klaus Steinkamp (Cloppenburg) am Montagabend getroffen: Bei Grabungen vor der Sparda-Bank in der City sind sie auf eine alte Gräfte und Fundamente eines alten Brückenbauwerks gestoßen. „Ich bin begeistert von diesen Funden“, sagte am Dienstag der Archäologe Dödtmann im Gespräch mit der NWZ .

Zunächst hatte das Team einen großen quaderförmigen Findling freigelegt, der von weiteren kleineren Findlingen eingefasst war. Daneben hatten sie allerlei Abfall aus alter Zeit – Keramiken, Knochen, zerbrochene Gefäße – aus dem Boden geborgen. Der Fund machte Dödtmann und Steinkamp stutzig. Auch die Stadtverwaltung war der Ansicht, ein größerer Ausschnitt würde mehr Aufschluss über den Fund bringen und gab die Erlaubnis, weiter zu graben.

Und die Arbeit hat sich gelohnt: Aus den zusätzlichen rund drei Quadratmetern wurde ersichtlich, dass der große Findling ein Eckstein eines Fundaments für ein Brückenbauwerk gewesen sein könnte – möglicherweise eine Zugbrücke, mutmaßt Archäologe Dödtmann. Denn auf einem alten Merian-Kupferstich von 1647 ist ein entsprechendes Bauwerk dokumentiert, das vor dem Graben gestanden haben soll.

Der Ecken-Findling war mit senkrecht in den Boden getriebenen Pfählen abgesichert. Zudem soll das Fundament auf einer in den Lehmboden gegrabenen Terrasse gegründet worden sein, vermuten die Archäologen. Den Nachweis hätten sie allerdings nicht erbringen können.

Den Graben konnten Dödtmann und Steinkamp dann auch anhand verschiedener Erdbereiche in einem Boden-Querschnitt nachweisen: In einem Winkel von rund 45 Grad zeichnete sich im Boden auf der einen Seite grau-blauer Lehm ab, daneben eine Sandverfüllung. Der Schluss: Als der Graben keine Funktion mehr hatte, wurde er verfüllt und mit Häusern überbaut.

Der Graben sei in mühevoller Handarbeit mit Holzspaten – mit Glück mit einer Metallschneide versehen – in den tonigen Lehmboden getrieben worden – „eine Mordsarbeit“, so Dödtmann. Über die Breite des Grabens, der etwa in der Mitte der Langen Straße geflossen war, konnte er keine Angaben machen.

Das große Engagement, das Dödtmann mit Grabungshelfer Steinkamp an den Tag – und bis spät in den Abend – gelegt hatte, habe sich mit dem „sehr bedeutungsvollen Fund für die Stadtgeschichte“ (Dödtmann) ausgezahlt. Dabei ist Archäologe Dödtmann, der für das Architekturbüro Nordholz die Bauarbeiten in der Innenstadt begleitet, stets auf ein gutes Miteinander mit den Bauarbeitern bedacht. „Das wir so viel aus dem Boden herausholen, hätte ich zu Beginn niemals gedacht“, so Dödtmann.

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