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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

PFLEGESTUFE: Rentnerin fühlt sich schikaniert

02.08.2006

CLOPPENBURG Den dritten Besuch hat die Rentnerin dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen am vergangenen Freitag verwehrt. Sie sei nervlich am Ende.

Von Carsten mensing CLOPPENBURG - Wenn Paula Meyer (Name von der Redaktion geändert) über ihre Gesundheit spricht, schießen ihr Tränen in die Augen. Seit einer missglückten Operation am Fuß im Jahre 1992 leidet die Cloppenburgerin unter dem so genannten Fibromyalgie-Syndrom: Muskelschmerzen, Weichteilrheumatismus und extreme Müdigkeit bestimmen seither ihr Leben. Vor einigen Jahren wurde die 68-Jährige deshalb in die Pflegestufe eins gruppiert.

An den Rand der Verzweiflung ist die Rentnerin jetzt durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) gebracht worden: Anfang dieses Jahres wurde ihr nach einer erneuten Überprüfung durch die MDK-Ärztin Dr. Petra Wagener die Pflegestufe eins gestrichen, weil sie angeblich nur 29 Minuten für ihre Grundpflege benötige und damit die Grenze von 46 Minuten deutlich unterschreite. „Überall werfen die Kassen das Geld zum Fenster raus, und ich werde als Simulantin abgestempelt. Das ist reine Schikane“, sagt Meyer aufgebracht.

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In ihrer Hilflosigkeit wendet sie sich an Georg Pietrowski, der sie fortan rechtlich vertritt. „Ich bin nach eingehender Überprüfung des Falls auf 67,29 Minuten Hilfeleistung gekommen“, erzählt der Norderstedter Rentenberater für den Bereich Pflegeversicherung.

Pietrowski formuliert umgehend einen Widerspruch – der Oldenburger MDK schickt daraufhin im Auftrag der AOK den zweiten Gutachter Dr. Heinrich-Hubert Lang, der einen Hilfebedarf von 50 Minuten ermittelt und damit eine Einstufung in Pflegestufe eins befürwortet.

Meyer geht nun davon aus, dass ihre Leidenszeit damit ein Ende hat – doch sie hofft vergebens auf einen positiven Bescheid von der AOK. Statt dessen hört ihr Rechtsbeistand Pietrowski Monate später von der Kasse, dass diese mit dem Ergebnis der Begutachtung nicht zufrieden sei.

„In der Tat ist es so, dass sich die Beurteilungen im ersten und zweiten Gutachten so massiv unterschieden haben, dass wir den MDK um eine Klärung des Sachverhaltes gebeten haben“, sagt die AOK-Bereichsleiterin Pflege (Osnabrück Land), Ilka Neumann. Dieser habe sich auf Grund der vorliegenden Unterlagen dazu aber nicht in der Lage gesehen und somit einen dritten Gutachter nach Cloppenburg zu Meyer schicken wollen.

Nach Rücksprache mit Pietrowski verwehrte Meyer am vergangenen Freitag der vom MDK geschickten Pflegefachkraft den Zugang zu ihrer Wohnung. „Ich bin nervlich am Ende. Das hätte ich nicht mehr durchgestanden“, erklärt Meyer.

Jedenfalls weiß nun keiner der Beteiligten, wie es weitergehen soll. „Unsere Versicherte hat auf jeden Fall eine Mitwirkungspflicht, die sie nicht wahrgenommen hat. Wie der MDK damit jetzt intern umgeht, weiß ich nicht. Auf jeden Fall liegt es nicht in unserem Interesse, unsere Versicherte in irgendeiner Weise schikanieren zu wollen“, sagt AOK-Vertreterin Neumann.

Aber genau das unterstellt Pietrowski der AOK. „Meine Mandantin hat zweimal ihrer Mitwirkungspflicht genüge getan. Außerdem ist es völlig unüblich, wenn sich zwei Gutachten unterscheiden, noch ein drittes anzufordern.“

Mittlerweile geht es Meyer nicht mehr nur um ihr persönliches Schicksal, sondern ums Prinzip. „Ich will Gerechtigkeit.“

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