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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Soziales: Rollis aus Cloppenburg rollen nach Brasilien und in Senegal

25.03.2012

CLOPPENBURG Gesammelt hat der Mann immer schon gerne: Sind es früher Kuriositäten wie beispielsweise ein Badewannen-Boot mit Heckmotor gewesen, hat sich der Cloppenburger Andreas Kloster seit vier Jahren auf das Zusammentragen von Hilfsmitteln für Behinderte spezialisiert.

Deshalb dient die Kunsthalle Cloppenburg in diesen Tagen auch nicht als Ausstellungsort für Bilder und Objekte, sondern als ganz normale Lagerfläche: Circa 250 Rollstühle, 150 Rollatoren sowie Dutzende Krücken, WC-Rollis, Bad-Lifter und Behindertenfahrräder nehmen fast die gesamte Ausstellungsfläche in Beschlag.

„Bei einem Besuch 2008 im Cloppenburger Sanitätshaus Stuppin ist mir aufgefallen, dass die von den Kunden zurückgeschickten gebrauchten Rollstühle auf Geheiß der Krankenkasse keine Verwendung mehr finden. Das war viel zu schade“, sagt Kloster. In Afrika und auch in südamerikanischen Schwellenländern seien behinderte Menschen vielfach zu Hause eingesperrt, weil es oft keine Rollstühle oder Ersatzteile für dieselben gebe.

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Der 41-Jährige, der seit einem schweren Unfall vor acht Jahren selbst im Rollstuhl sitzt, holt nun regelmäßig die nicht mehr benötigten Rollis ab. Schon bald wird Klosters Eigenheim als Lagerfläche zu klein – das Autohaus Hannöver in Cappeln bietet ihm kostenlos eine Halle an. Die ist auch nötig, denn inzwischen hat Kloster in Gestalt der Osnabrücker Firma Gehrmeyer ein zweites Sanitätshaus aufgetan, bei dem er regelmäßig Rollis abholen kann.

Sein Lager füllt und füllt sich – es droht aus allen Nähten zu platzen: Inzwischen steht ein kleinerer Teil der Rollis schon bei Stahlhallen Janneck in Molbergen. Der größere Teil der Ware ist inzwischen von Cappeln nach Cloppenburg umgezogen, weil Hannöver seine Halle zwischenzeitlich nun anderweitig vermietet hat.

Doch die Rettung naht: Der Lastruper Geschäftsmann Karl-Heinz Witte erklärt sich bereit, mit einem Übersee-Container rund 70 Rollstühle, 50 Rollatoren und anderes Zubehör nach Brasilien zu verschiffen und die Kosten zu tragen. Die Mitarbeiter seiner international tätigen Anlagenbaufirma übernehmen nicht nur das professionelle Packen des Containers, sondern auch die Formalitäten. Den Kontakt hat der Lions Club Cloppenburg hergestellt, für das nötige Verpackungsmaterial die Firma Papier Malcherek gesorgt.

Stichwort Kontakt: Die Verbindung nach Brasilien hat Leopold Gruber hergestellt. Der ehemalige Lehrerkollege von Klosters Ehefrau Heike lebt seit seiner Pensionierung in dem größten Land Südamerikas und berichtet über die dort teilweise schlimmen Zustände für Behinderte.

Noch bedenklicher sei die Situation – so Kloster weiter – für die behinderten Menschen beispielsweise im Senegal: Hier will „Rollis für Afrika“ versuchen, die gröbste Not zu lindern. Am kommenden Sonnabend bekommt die in Koblenz ansässige Organisation einen Sattelzug voller Rollstühle aus Klosters Fundus – den Transport finanziert der Lions Club Cloppenburg.

Bedanken will sich Kloster aber auch bei den vielen anderen ehrenamtlichen Helfern und Förderern seines Projekts, die an dieser Stelle gar nicht alle aufgezählt werden können. „Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.“

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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