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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Sammlung einmalig in Europa

20.12.2011
NWZonline.de NWZonline 2015-07-30T17:32:49Z 280 158

Museumsdorf:
Sammlung einmalig in Europa

CLOPPENBURG Ein ehrgeiziges Ausstellungsprojekt hat Professor Dr. Uwe Meiners am Sonntag den Besuchern beim Sonntagsspaziergang im Museumsdorf vorgestellt. Die geplante Dauerausstellung unter dem Motto „Fahrrad und Mobilität – Distanzüberwindung im ländlichen Raum“ soll die historische Bedeutung des Fahrrades im ländlichen Raum Nordwestdeutschlands umfassend darstellen.

In der Ausstellungskonzeption stehen neben der Technikgeschichte vor allem lokalhistorische, sozialgeschichtliche und auch touristische Aspekte im Vordergrund. „Wir sind kein Technik-Museum. Bei uns werden die Menschen, die die Fahrräder produziert haben, und die mit ihnen gefahren sind, im Vordergrund stehen“, betonte Meiners. Er machte auch deutlich, dass bisher kein europäisches Freilichtmuseum über eine eigene Fahrradausstellung verfüge – ein Alleinstellungsmerkmal, dass eine einmalige Chance für das Museumsdorf Cloppenburg sei.

Mit der Erfindung des Kettenantriebs am Ende des 19. Jahrhunderts war der Siegeszug des Zweirades nicht mehr aufzuhalten. Es revolutionierte nachhaltig die individuelle Mobilität, und schon bald war das Fahrrad aus dem Berufsleben und der Freizeit nicht mehr wegzudenken. Der Stellenwert des Fahrrades sei auch daran abzumessen, dass es zu Beginn des 20. Jahrhundert auf zahlreichen Familienfotos als Statussymbol abgebildet sei, erklärte der Museumsleiter.

Den Grundstock für dieses Projekt bildet die Sammlung historischer Fahrräder, die Gaby und Manfred Kalkhoff aus Oldenburg in den vergangenen Jahrzehnten zusammengetragen haben. Die beiden Sammler, die am vergangenen Sonntag ebenfalls anwesend waren, sind von der Ausstellungskonzeption überzeugt und freuen sich, dass ihre Sammlung nun von kompetenten Fachleuten weitergeführt wird. 200 Fahrräder aus den verschiedensten Ländern und Produktionsbetrieben vom Hochrad über einfache Laufräder, Liegerädern, Tretkurbelrädern bis hin zu seltenen Sonderkonstruktionen hat das Ehepaar Kalkhoff zusammengetragen. Gemeinsam mit Frank Preisner, dem zuständigen wissenschaftlichen Volontär, archiviert das Ehepaar Kalkhoff zurzeit ihre Sammlung, zu der auch zahlreiche Dokumente und technische Kleinteile gehören.

Bereits im Frühjahr wird ein Informationszentrum auf dem Gelände über das neue Ausstellungsvorhaben informieren. Das Gulfhaus Awick und das umliegende Gelände sind als Ausstellungsort vorgesehen. Eine ländliche Fahrradwerkstatt wird dann in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stellmacherei ebenfalls seinen Platz im Museumsdorf finden. Die jüngsten Besucher sollen die Geschichte des Zweirades ganz direkt „erfahren“ können. Auf einer eigenen Route können sie dann mit Laufrädern diesen Bereich erkunden.

Der Erwerb der Sammlung wurde durch die finanzielle Unterstützung durch die Stadt Cloppenburg, den Landkreis sowie der Familie Kalkhoff und der Firma Derby Cycle möglich.

Die Eröffnung des neuen Ausstellungsbereiches ist in drei bis vier Jahren geplant.