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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Firma Claaßen fürchtet Verluste

07.06.2019

Scharrel Erst kürzlich hatte das Telekommunikationsunternehmen Komnexx/Inexio mitgeteilt, dass es beim Breitbandausbau für rund 560 unterversorgte Betriebe in 26 Gewerbegebieten und Einzellagen im Landkreis zu erheblichen Verzögerungen gekommen sei. Rund 80 Prozent seien fertiggestellt, die restlichen 20 sollen schnellstmöglich folgen. Die Nachricht stieß nicht nur dem Landkreis als Auftraggeber, sondern auch den dazugehörigen Kommunen sauer auf. Denn für einige Betriebe hat die Verzögerung gravierende Auswirkungen.

Dazu gehört die Maschinen- & Metallbau Claaßen GmbH, die im Gewerbegebiet am Krähenweg in Scharrel einen Standort hat. Und dessen Existenz sehen die Geschäftsführer Thomas Claaßen und Dr. Christian Ahlers derzeit bedroht. Denn erst im März 2020 sollen sie schnelleres Internet bekommen. „Die Situation ist stark problematisch für uns“, sagt Ahlers, der für den kaufmännischen Bereich zuständig und erst seit Februar 2019 bei Claaßen tätig ist. „Für uns als Unternehmen ist es die absolute Aufgabe, den Betrieb in Richtung Industrie 4.0 weiterzuentwickeln.“ Heißt: Claaßen strebt eine umfassende Digitalisierung der Produktion an. Und dafür ist schnelles Internet unabdingbar. „Wir wollen unser ERP-System ausbauen, die Vernetzung von Maschinen, zum Kunden und zu Lieferanten verbessern“, sagt Ahlers. „Wir sind auch bereit, in die digitale Infrastruktur zu investieren mit einem Betrag im siebenstelligen Bereich.“ Das Problem dabei: Am Standort in Scharrel stehen der Firma nur zweimal sechs Mbit/s zur Verfügung.

Laut Komnexx/Indexio sollen künftig Bandbreiten von einem GBit/s möglich sein. Aber das eben erst im kommenden Jahr. „Die Konkurrenz schläft nicht. Wir befürchten große Wettbewerbsverluste und müssen jetzt schnell handeln“, sagt Ahlers.

Denn dass die Komnexx/Inexio den Anschluss bis März 2020 fertiggestellt haben werde, glaube weder er noch Thomas Claaßen. „Wir suchen keinen Schuldigen, aber der Breitbandausbau bis März wird nicht passieren. Es geht uns darum, wie wir schnell eine Lösung schaffen können“, so Ahlers. „Erst wurde gesagt, letztes Jahr, dann August 2019 und jetzt März 2020“, sagt Claaßen, der künftig mehr den technischen Bereich in der Firma betreuen und den Digitalisierungsprozess vorantreiben will. So befürchten die Geschäftsführer auch, dass Fachkräfte zu anderen Firmen abwandern bzw. potenzielle neue Mitarbeiter sich erst gar nicht für die Firma interessieren könnten, wenn sie hörten, dass andere Betriebe weitaus besser in dem Bereich aufgestellt seien.

Der allerletzte Lösungsweg wäre, den zweiten Standort von Claaßen in Esterwegen zu stärken und Aufträge und Mitarbeiter dorthin zu verlegen. „Diesen Weg wollen wir aber nicht gehen“, sind sich Ahlers und Claaßen einig.

So wandte sich die Firma kürzlich an Bürgermeister Thomas Otto, um das Problem zu schildern. Und der verspricht Hilfe. „Die Leerrohre gucken hier schon lange leer aus dem Boden. Es wird ständig von Verzögerung gesprochen. Man mag gar nicht mehr daran glauben, dass Termine eingehalten werden“, sagt Otto. Kurzfristig solle nun für Einzelfälle, wie die Firma Claaßen, eine Lösung gefunden werden. Er könne sich vorstellen, andere Anbieter anzusprechen, in der Hoffnung, dass schnell gehandelt werden kann. Otto: „Die Gemeinde hat den Breitbandausbau zwar nicht in der Hand, aber wir wollen unterstützten.“

In den vergangenen Jahren habe sich die Firma stetig weiterentwickelt und sich breiter aufgestellt, sagt Claaßen. 2000 hatte alles mit einem Standort in Ramsloh angefangen. Zwei Jahre später siedelte das Unternehmen nach Scharrel um. Waren es damals 150 Mitarbeiter, sind es heute 250 (25 in Esterwegen, 225 in Scharrel). In diesem Jahr kann Claaßen auf sein 20-jährige Bestehen zurückblicken.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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