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Hitzeschäden In Friesoythe Und Umzu: Stummel statt großer Kolben

06.08.2019

Schwaneburg Wenn Landwirt Thomas König durch sein Maisfeld geht, sieht er große Lücken und braune Blätter: Trockenheit und große Hitze haben auch auf seinen Feldern große Schäden hinterlassen. „Ich schätze, dass der Ertrag um ein Drittel sinkt“, sagt König.

Sein Betrieb umfasst 56 Hektar Acker, auf dem zu drei Vierteln Mais angebaut wird, sowie neun Hektar Grünland. Zudem hält der Landwirt aus Schwaneburg in Kooperation mit Nachbarbetrieben noch 450 Sauen und hat 1400 Mastplätze. In Kooperation betreibt er auch eine 370-KW-Biogasanlage.

Hoffnung, dass sich der Mais noch einmal erholt, hat König nicht: „Gerade im Juli und August braucht der Mais viel Wasser, weil in der Zeit der Kolben ausgebildet wird. An den trockenen Stellen gibt es jedoch keinen Kolben mehr.“ Die Trockenheit im Sommer sei besonders fatal, weil der Juli und der August in normalen Jahren die regenreichsten Monate seien.

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Vielen Landwirten bleibe dann nur noch die Möglichkeit, die Pflanzen frühzeitig zu ernten, zu häckseln und ins Silo zu geben. Eine Beregnung der Flächen würde sich bei Früchten wie Mais oder Getreide wirtschaftlich nicht lohnen.

Auf den neun Hektar Grünland baut König unter anderem Weizen an und konnte in diesem Jahr ein besonderes Phänomen feststellen: „Als das Moor vor 50 Jahren kultiviert wurde, wurden die Flächen tief gepflügt. In diesen Furchen wächst der Weizen deutlich besser, als einen halben Meter daneben“, berichtet König. Für die Einlagerung des Getreides hat die Trockenheit jedoch nicht nur negative Folgen: „Das Getreide ist trocken und kann daher sofort gelagert werden. Es ist vielleicht etwas leichter, wodurch der Ertrag beim Verkauf etwas niedriger ist. Das ist jedoch nicht so schlimm“, sagt König.

Die großen Grünland-Betriebe stünden jedoch vor einem anderen Problem: „Der erste Schnitt Anfang Mai war sehr gut, der zweite Schnitt im Juni noch durchschnittlich, aber beim dritten Schnitt, der jetzt wäre, kommt wahrscheinlich nichts mehr“, beschreibt König das Problem.

Er erklärt auch, warum die großen Regenfälle den Landwirten wenig nützen: „Der Boden ist wie ein trockener Schwamm: Wenn dort viel Wasser auf einmal drauf fällt, nimmt er auch erstmal kein Wasser auf, sondern es läuft schnell wieder ab.“ Der Wind führe ebenfalls dazu, dass der Boden nach dem Regen schneller wieder trockne. Auch die Trockenheit aus dem vorigen Jahr sei noch zu spüren gewesen.

In den Schweineställen ist die Lage noch nicht so brenzlig: „Wenn die Hitze kommt, dauert es ein bis zwei Tage, bis die Wärme auch im Stall angekommen ist“, sagt König. Die Tiere würden bei großer Hitze nicht so viel fressen wie sonst und nehmen dadurch nicht so schnell zu. Folglich dauere es länger, bis sie schlachtreif sind, denn die Stallplätze können nicht so schnell neu belegt werden wie im Normalbetrieb.

Ein größeres Problem ist die Hitze für die hochtragenden Sauen: „Der Stall wird mit Verneblungsdüsen gekühlt. Sauen, die an heißen Tagen Ferkel bekommen, leiden bei extremer Hitze und können sterben“, betont König.

Die Hitze bringt zudem eine zusätzliche Schwierigkeit mit sich: „Wir müssen im Frühjahr düngen und rechnen dabei mit einem guten, durchschnittlichen Ertrag. Wenn dieser dann nicht kommt, bleiben die Nährstoffe im Boden“, sagt König. Da zudem weniger Wasser im Boden ist, steigt zudem die Konzentration der Nährstoffe. „Wir müssen im Februar und März unseren Kühlschrank füllen und damit bis August hinkommen“, verdeutlicht König das Problem an einem Alltagsbeispiel.

Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
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