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NWZonline.de Region Cloppenburg Wirtschaft

Erster Weltkrieg: Soldat schreibt Postkarten an Schwester

08.03.2014

Gehlenberg Einen Stapel vergilbter Feldpostkarten hält Heinz-Gerd Olliges in seiner Hand. „Die hat der Bruder meiner Großmutter aus dem Ersten Weltkrieg geschrieben“, erzählt der 58-jährige Gehlenberger. Seine Großmutter hatte zu Lebzeiten die wertvollen Erinnerungen in ihrem Kleiderschrank aufbewahrt. Ihr Bruder Heinrich Jansen-Olliges wurde am 28. Januar 1915 nach Berlin berufen und gehörte dort zum Garde Infanterieregiment Nr. 2. Zu diesem Zeitpunkt war er 21 Jahre alt.

Geboren wurde Olliges im März 1893 in Neuvrees. Seine Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb. „Sieben Geschwister hatte er, davon sechs Schwestern“, sagt Hermann Preut, Onkel von Heinz-Gerd Olliges. Anfangs habe der junge Soldat in Russland gekämpft, danach zog sein Regiment nach Frankreich, sagt Olliges. Während der gesamten Zeit hätte seine Großmutter Gertrud Elisabeth per Feldpost Kontakt zu ihrem Bruder gehalten, sagt der Gehlenberger.

Eine dieser Postkarten ist auf den 13. Mai 1916 datiert. Mit Tinte steht geschrieben: „Liebes Schwesterchen. Dein liebes Kärtchen ist gut bei mir angekommen, sage vielmehr Danke. Wie gelesen, bist Du ja noch gesund und munter, was auch hier noch der Fall ist. Leider ist das Briefe schreiben verboten, deshalb musst Du Dich mit einer Karte begnügen. Vielmehr grüßt Dein Bruder. Auf Wiedersehen.“ Sie hätten immer ein liebevolles Verhältnis zueinander gehabt, sagt Olliges und blickt auf ein altes Familienfoto. Es zeigt Heinrich Jansen-Olliges gemeinsam mit seinen Eltern und Geschwistern. „Die Aufnahme entstand vermutlich kurz vor Kriegsausbruch“, sagt der Gehlenberger.

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In Frankreich sei der junge Soldat 1916 angeschossen und schwer verwundet worden, erinnert sich der 58-Jährige. Daraufhin sei er in die Krankenanstalt Lindenburg in Köln gekommen.  Seine Wunde habe nicht verheilen wollen, sagt Preut. „Penizillin gab es nicht“, ergänzt Olliges.

Bilder und Briefe

Die NWZ sucht Bilder oder Zeugnisse aus dem Ersten Weltkrieg: Wer Feldpost-Briefe, alte Fotoaufnahmen oder Ähnliches besitzt, kann sich melden bei der Nordwest-Zeitung, Am Alten Hafen 12 in Friesoythe, Telefon   04491/9988-2901 oder per E-Mail an red.friesoythe@nordwest-zeitung.de.

Der Vater habe seinen Sohn am Krankenbett noch besuchen können, sagt Olliges. Mit dem Zug machte er sich auf den Weg nach Köln. Am 3. November 1916 erlag Olliges seinen Verletzungen. Seine Eltern erfuhren per Post von dem Tod ihres Sohnes. Eine Krankenschwester schrieb ihnen einen Brief, in dem sie über die letzten Tage des Sohnes und dessen Beisetzung berichtete. Mit militärischen Ehren sei er beigesetzt worden, brachte die Krankenschwester zu Papier. Seine Kameraden gedachten seiner mit einem Kranz. Erst ein Jahr zuvor war sein Bruder durch einen Bauchschuss auf dem Feld in Russland gefallen.

Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg sei es gelungen, das Grab von Heinrich Jansen-Olliges zu finden, sagt Heinz-Gerd Olliges. Der Sohn einer Flüchtlingsfamilie, die nach 1945 mit auf dem Hof in Neuvrees wohnte, begab sich in den 70er Jahren in Köln auf Spurensuche und fand dort die Grabstelle, so Olliges. Noch immer wachse der Efeu, den seine Großmutter vom Grab ihres Bruders mitbrachte, auf dem Hof in Neuvrees.

Melanie Jepsen Varel / Redaktion Friesland
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